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3. Bundesliga (2. Div) | 6. Spieltag | 22.09.26 | Sportfreunde Lotte - TSV Rain 0:0 Um 20.30 Uhr begann die Partie, und der TSV Rain machte schnell klar, dass er nicht angereist war, um die örtliche Gastronomie zu testen. Bereits in der 4. Minute prüfte Bohus Herman die Lotte-Abwehr, vier Minuten später versuchte er es erneut. Herman blieb der auffälligste Unruheherd der Anfangsphase, während Elmo Oudekirk in der 11. und 12. Minute ebenfalls zweimal den Abschluss suchte. Lotte stand tief, verteidigte mit großer Konzentration und überließ Rain weite Teile des Balles. Die Gäste kamen auf 55,57 Prozent Ballbesitz, die Sportfreunde auf 44,43 Prozent. Das klingt nach einem überschaubaren Unterschied - auf dem Rasen fühlte es sich allerdings zeitweise an wie ein Vereinsausflug der Gäste in den Lotte-Strafraum. "Wir wollten geduldig bleiben und auf die richtige Gelegenheit warten", hätte ein Lotte-Spieler in der Pause sagen können. "Das Problem war nur: Rain hatte offenbar beschlossen, uns keine zu geben." Tatsächlich blieb die einzige nennenswerte Lotte-Chance bis zur 86. Minute aus. Dann setzte Jens Thuesen den einzigen Torschuss der Gastgeber im gesamten Spiel ab. Ein einzelner Versuch in 90 Minuten - Minimalismus, konsequent zu Ende gedacht. Rain blieb auch nach dem Seitenwechsel gefährlich. Ernst Dahlin, der in der 78. Minute für Florian John Platz machte, suchte mehrfach den Abschluss: in der 46., 52., 58., 64., 72. und 77. Minute. Herman kam ebenfalls wiederholt zum Zug, dazu versuchten es Samuel Grantham, Sigfrid Holmqvist, Ingo Gomes und sogar Innenverteidiger Erik Kunkel. Der Ball wollte jedoch partout nicht ins Tor. Vielleicht hatte er an diesem Abend eine besonders ausgeprägte Abneigung gegen Netze. Trainer Patrick Müller setzte in der Schlussphase auf frische Kräfte. Kai Herlovsen kam für Ruben Godino, später Antonio Minambres für Holmqvist. Rain erhöhte den Druck, wechselte in eine offensivere Ausrichtung und ging mit starkem Einsatz ins Schlussviertel. Lotte blieb bei seiner offensiven Grundordnung, verzichtete aber weiterhin auf aktives Pressing - und offenbar auch auf unnötige Risiken. Die Schlussminuten wurden dennoch hektisch. Lottes Joel Innes sah in der 76. Minute die Gelbe Karte, Holmqvist wurde kurz vor seiner Auswechslung ebenfalls verwarnt. Auf den Rängen wuchs derweil die Hoffnung, dass die eigene Mannschaft diesen Abend irgendwie überstehen würde. "Noch fünf Minuten!", rief ein Zuschauer. Ein anderer antwortete: "Bei 24 Torschüssen? Das sind gefühlt noch drei Halbzeiten." Doch es blieb beim 0:0 (0:0). Rain hatte die deutlich besseren Zahlen, die größere Initiative und fast alle gefährlichen Szenen. Lotte aber hatte das, was im Fußball gelegentlich ebenfalls zählt: eine geschlossene Abwehr, Nerven aus Stahl und einen Gegner, der das Tor offenbar nur aus der Ferne besichtigen wollte. Für die Sportfreunde ist es ein Punkt mit Widerstandswert. Für den TSV Rain dagegen ein Abend, an dem 24 Torschüsse ungefähr so viel einbrachten wie eine höfliche Anfrage beim Torwart: nichts. 22.09.2026 22:26 |
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Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht.
Werner Lorant