Anpfiff
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Steinbach tanzt Schwalmstadt schwindlig - 4:1 im Flutlichtspektakel

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Trainer der Gäste nicht lieber eine Taschenlampe als eine Taktiktafel hätte mitbringen sollen. Unter dem Flutlicht von Steinbach verwandelte der SV Steinbach das Regionalliga-Duell gegen Schwalmstadt in ein Lehrstück über Effizienz und jugendliche Unbekümmertheit. 3:0 zur Pause, 4:1 am Ende - und das Ergebnis schmeichelte den Gästen fast noch.

Vor 3804 Zuschauern begann Steinbach mit der klaren Ansage: Angriff ist die beste Verteidigung. Schon in der zweiten Minute prüfte Bogdan Raducanu den Schwalmstädter Torwart Hayman mit einem satten Schuss - eine erste Duftmarke. Und als sich die Gäste noch sortierten, schlug der 19-jährige Nuno Benitez zu. In der 12. Minute zog der rechte Außenverteidiger einfach mal ab - "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später, "aber der Ball hat sich wohl was anderes überlegt." 1:0 Steinbach, und das Stadion jubelte, als hätte der Pokal schon den Weg ins Vereinsheim gefunden.

Nur sieben Minuten später erhöhte Adrien Van Royen. Der ebenfalls 19-jährige Mittelstürmer nutzte eine Unachtsamkeit in der Gästeabwehr, schob eiskalt ein - 2:0. Trainer Martin Schmittel konnte sich ein ironisches "Na, das läuft ja fast zu gut" nicht verkneifen. Und als Van Royen in der 22. Minute nach feinem Zuspiel von Marco Capucho erneut traf, wähnte man Schwalmstadt schon auf der Heimreise. 3:0 nach 22 Minuten - die Gäste wirkten, als hätten sie vergessen, dass man in der Regionalliga auch verteidigen darf.

Die Statistik sprach allerdings eine andere Sprache: Schwalmstadt hatte über das ganze Spiel 57 Prozent Ballbesitz. Doch was nützt das, wenn man mit dem Ball nur bis zur Mittellinie kommt? Steinbach lauerte, presste dosiert - und schaltete blitzschnell um. Die 19 Torschüsse der Hausherren waren Ausdruck eines klaren Plans: Weniger Passen, mehr Wucht.

Direkt nach Wiederanpfiff zeigte Schwalmstadt aber, dass sie noch da waren. Innenverteidiger Jacob Jakob - ja, der heißt wirklich so - wuchtete nach einer Ecke den Ball in der 46. Minute ins Netz. "Ich wollte ein Zeichen setzen", erklärte er später, "leider hat das Zeichen niemand außer mir verstanden." Ein kurzes Aufflackern der Hoffnung, mehr nicht.

Denn Steinbach ließ sich nicht lange bitten. In der 72. Minute setzte der eingewechselte Swen Fuhrmann den Schlusspunkt. Nach Vorarbeit von Raducanu traf er mit einem präzisen Abschluss - 4:1. Es war das Tor eines Mannes, der wusste, dass man mit einem guten Schuss mehr Eindruck macht als mit schönen Worten. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Fuhrmann trocken. "Wenn man zu lange denkt, denkt man vorbei."

Damit war die Messe gelesen. Schwalmstadt versuchte es noch mit gepflegtem Ballbesitz und halbherziger Initiative - aber ohne Durchschlagskraft. Ihre neun Torschüsse wirkten eher wie höfliche Anfragen beim Steinbacher Torwart Fabian Schmitz, der sich wohl mehr über den kalten Wind als über die Gegner ärgerte.

In der Schlussphase wurde’s noch einmal rustikal: Felix Wilke sah in der 83. Minute Gelb, nachdem er "den Rasen umgepflügt" hatte, wie ein Zuschauer spöttelte. Trainer Schmittel nahm’s gelassen: "Lieber Gelb für Einsatz als für Meckern." Und als das Flutlicht erlosch, hatte Steinbach nicht nur drei Punkte, sondern auch ein klares Zeichen gesetzt: Hier wächst eine Mannschaft, die keine Angst vor großen Namen hat.

"Wir haben frech gespielt, mutig und mit Spaß", resümierte Schmittel. "Die Jungs sind jung, sie wollen - und das sieht man." Schwalmstadts Coach hingegen verschwand wortlos in die Kabine, während seine Spieler sich gegenseitig aufmunterten, als stünde der Abstieg schon vor der Tür.

Ein paar Fans aus Steinbach sangen noch auf der Tribüne, während die Mannschaft eine Ehrenrunde drehte. Es war kein perfektes Spiel, aber ein ehrliches. Mit Tempo, Witz und jugendlicher Energie. Und vielleicht dachten manche Zuschauer beim Heimweg: Wenn das so weitergeht, wird Steinbach bald kein Geheimtipp mehr sein.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Früher hatten wir Bratwurst und Bier - heute haben wir Benitez und Van Royen. Ist auch nicht schlecht."

21.05.643993 23:17
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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