Dagbladet Sport
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Stenlose BK schießt sich in einen Rausch - 4:1 gegen SC Fyn

Es gibt Fußballabende, an denen alles passt: Flutlicht, voller Tempel und ein Gegner, der gerade recht kommt, um die eigene Spielfreude zu demonstrieren. So einer war der Samstag in Stenløse. Vor 40.000 Zuschauern fertigte Stenlose BK den SC Fyn im dänischen Ligaduell mit 4:1 (3:1) ab - eine Partie, die von Tempo, jugendlicher Unbekümmertheit und gelegentlichem Chaos lebte.

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass es kein Abend für Zögerliche werden würde. Andre Bellegarde prüfte in Minute vier den Gästetorwart Simon Marcussen - der erste von 16 Torschüssen der Heimelf. "Wir wollten von Beginn an zeigen, wer hier wohnt", grinste Bellegarde später, als er sich mit Eisbeutel am Knie auf die Bank sinken ließ.

Denn Stenlose legte los wie die Feuerwehr: In der 13. Minute zog Nestor Mendez nach Pass von Matan Joffe ab - 1:0. Eine Minute später legte der 18-jährige Lukas Ottesen nach, diesmal vorbereitet von Routinier Rafael Sorribas. Zwei Tore in 120 Sekunden - Fyns Abwehr wirkte in dieser Phase eher wie eine offene Tür im dänischen Herbstwind. "Ich dachte, das sei ein Trainingsspiel", murmelte Gäste-Coach Luis Pinheiro auf der Bank, während er sich notizenverzweifelt durch die Stirn wischte.

Die Gäste kamen zwar durch ihren 17-jährigen Mittelfeldspieler Fritjof Povlsen in der 21. Minute heran - ein sehenswerter Abschluss nach Vorlage des flinken Albin Toft -, doch das Momentum blieb klar bei Stenlose. Kurz vor der Pause zirkelte Matan Joffe eine Flanke von Rechtsverteidiger Edmund Csizmadia direkt ins Netz: 3:1. Der Pausenpfiff kam für Fyn wie eine Einladung zur Therapie.

"In der Kabine habe ich nur gesagt: Bleibt locker, Jungs, aber nicht zu locker", erzählte ein amüsierter Heimtrainer nach dem Spiel. Der Name des Trainers blieb wie so oft in Stenlose Nebensache - offenbar spricht hier der Fußball selbst.

Wer dachte, Fyn würde nach der Halbzeit mit Wut und Pressing reagieren, irrte. Laut Taktikdaten blieb das Team bei offensiver Grundordnung, aber ohne Pressing - quasi ein Angriff ohne Angriff. Zwar kamen sie zu 15 Torschüssen, doch was ankam, fing Stenloses Keeper Maximilian Kraus mit stoischer Ruhe.

Stenlose hingegen blieb effizient - und frech. In der 73. Minute krönte sich Bellegarde selbst zum Mann des Abends, als er nach Vorarbeit des jungen Ottesen das 4:1 markierte. Der Jubel war groß, das Timing unglücklich: Nur 15 Minuten später verletzte sich der Stürmer bei einem Zweikampf und musste ausgewechselt werden. "Ich wollte eigentlich noch ein zweites machen, aber mein Knie hatte andere Pläne", witzelte er später.

Gelbe Karten gab es auch - vier an der Zahl. Mendez (11.) und Wilhelm (40.) für Stenlose, Bortolin (57.) und Christensen (86.) für Fyn. Besonders Bortolin sorgte mit einigen rustikalen Grätschen für Stirnrunzeln: "Der Ball war zwar schon längst weg, aber wenigstens hat er ihn gesucht", kommentierte ein Zuschauer aus der Nordkurve trocken.

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen - 53 Prozent Ballbesitz für Stenlose, 47 für Fyn, 16:15 Torschüsse. Doch der Unterschied lag in der Präzision: Stenlose spielte "SURE", wie es die Daten nennen - zielbewusst, überlegt, schnörkellos. Fyn dagegen blieb beim Versuch, das Offensivlabel "Offensive" mit Leben zu füllen.

Nach Abpfiff feierten die Fans ihre Helden minutenlang. Lukas Ottesen, gerade 18, wurde schon mit den großen Namen aus Stenloses Vergangenheit verglichen. "Ich war einfach da, wo der Ball hinkam", sagte er schüchtern - ein Satz, der in seiner Bescheidenheit fast schon poetisch klang.

Trainer Pinheiro hingegen suchte die Ursachen beim eigenen Team: "Wir haben gekämpft, aber Stenlose war cleverer. Und ein bisschen frecher." Vielleicht meinte er damit Matan Joffe, der in der 82. Minute noch einmal leichtsinnig den Ball über die Latte lupfte - zur Freude des Publikums, das längst im Feiermodus war.

Als die Flutlichter erloschen und die 40.000 langsam Richtung Ausgang strömten, blieb das Gefühl, einem kleinen Spektakel beigewohnt zu haben. Stenlose BK - jung, mutig, manchmal wild - zeigte, dass Fußball auch ohne taktische Pressingorgien Spaß machen kann.

Oder wie es der verletzte Bellegarde mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Wenn wir so weiterspielen, müssen sie das Stadion bald vergrößern."

Ein Satz, den man in Stenløse wohl gerne hört.

04.10.643999 11:23
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Sprücheklopfer
Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.
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