Sportwoche
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Sturm fegt Altach mit 3:0 vom Platz - Monroe tanzt im Schneesturm

Es war ein kalter Januarabend in Graz, aber der SK Sturm zeigte, dass man auch im Winter heiße Fußballherzen haben kann. Vor 34.561 Zuschauern im Stadion ließ die Mannschaft von Trainer Nermin Muratovic dem FC Altach keine Chance und gewann am 4. Spieltag der "1. Liga Österreich" verdient mit 3:0. Zwei Tore von Callum Monroe und ein seltener Treffer des Rechtsverteidigers Chaim Cohen machten den Unterschied - und sorgten für zufriedene Gesichter bei den Schwarz-Weißen.

Schon in der 7. Minute donnerte es zum ersten Mal im Altacher Strafraum. Monroe, der heute alles traf, was sich bewegte - Bälle, Gegner, Kameras -, nahm einen langen Ball von Innenverteidiger Eduardo Ze Castro direkt ab und versenkte ihn trocken ins Eck. "Ich hab gar nicht richtig gezielt", grinste Monroe später. "Aber wenn’s läuft, dann läuft’s."

Altach, mit Trainer Jose Raul Capablanca an der Seitenlinie, wirkte da schon leicht verwirrt. Vielleicht lag es an der frühen Gelben Karte für Mika Kunnola in der zweiten Minute, vielleicht daran, dass der Plan "offensiv, aber ohne Pressing" sich in etwa so bewährte wie ein Regenschirm im Orkan. Sturm rannte, kombinierte und hatte 62 Prozent Ballbesitz - und das sah man.

Das 2:0 fiel in der 27. Minute, und es war ein kleines Fußballmärchen: Chaim Cohen, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, zog nach Vorarbeit von Swen Hoppe aus gut 20 Metern ab. Der Ball flog wie an der Schnur gezogen ins Kreuzeck. Im Presseraum fragte man sich, ob Cohen überhaupt schon einmal ein Tor geschossen hatte. "Ich glaub, das war mein erstes", lachte er nach dem Spiel. "Ich hab kurz überlegt, ob ich mich entschuldigen soll - so überrascht war ich selbst."

FC Altach kam in der ersten Halbzeit kaum über die Mittellinie. Vier Torschüsse standen am Ende zu Buche - ein Wert, bei dem man in Graz wohl eher an Curling denkt als an Fußball. Capablanca reagierte in der Pause gleich mit drei Wechseln: Lauritz Verbeck, Jannik Johansson und Charles Leech kamen. Doch das brachte kaum Besserung. "Wir wollten frischen Wind bringen", erklärte der Trainer nach dem Spiel. "Leider war’s eher ein laues Lüftchen."

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, klingelte es wieder. In der 50. Minute schnappte sich Owen Simpson den Ball auf der rechten Seite, flankte präzise in die Mitte, und Monroe köpfte zum 3:0 ein. Das Spiel war damit entschieden. Sturm nahm etwas Tempo raus, Altach bemühte sich - aber so richtig gefährlich wurde es nie.

In der 66. Minute durfte Tiago Adao für den starken Ramon Frechaut ran, und später bekam auch Andreas Hildebrandt noch ein paar Einsatzminuten. Altach hingegen musste kurz vor Schluss noch eine bittere Szene hinnehmen: Olaf Desjardins verletzte sich in der Nachspielzeit und humpelte vom Feld.

"Wir haben heute vieles richtig gemacht", bilanzierte Sturm-Coach Muratovic. "Die Jungs waren gallig, haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - und Callum war einfach in einer anderen Liga." Auf die Frage eines Reporters, ob er mit dem Ballbesitz von knapp 62 Prozent zufrieden sei, grinste der Trainer: "Ballbesitz ist schön - aber drei Punkte sind schöner."

Altach-Trainer Capablanca sah das naturgemäß anders. "Wir wollten mutig auftreten. Am Ende haben wir wohl nur den Mut gesehen, nicht den Ball", sagte er leicht sarkastisch.

Statistisch war der Abend eine klare Sache: 16 Torschüsse für Sturm, 4 für Altach, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und das Publikum feierte jeden Pass, als ginge es um die Meisterschaft.

"So darf’s weitergehen", meinte Monroe, als er mit der Trophäe für den Spieler des Spiels posierte. "Aber ehrlich - das 3:0 hätte auch 5:0 heißen können. Mein linker Fuß hat heute Urlaub genommen."

Und tatsächlich: Hätte Sturm alle Chancen genutzt, wäre es wohl ein Debakel geworden. So aber bleibt ein souveräner, stilvoller Sieg, der Lust auf mehr macht - und ein Altach, das sich wohl fragt, wo eigentlich der eigene Offensivgeist geblieben ist.

Zum Schluss raunte ein älterer Fan auf der Tribüne seinem Nachbarn zu: "Wenn die so weiterspielen, muss ich mir bald wieder eine Dauerkarte holen." Der andere nickte und grinste: "Aber diesmal bitte mit Heizung."

Ein kalter Abend, drei heiße Tore - Sturm Graz, wie man es sehen will.

22.02.643987 19:37
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