Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

SV Linx fegt den Karlsruher SV mit 4:0 vom Platz

Es gibt Spiele, bei denen man schon nach zehn Minuten ahnt, wie der Abend enden wird. Das Duell zwischen dem SV Linx und dem Karlsruher SV am 26. Spieltag der Regionalliga A gehörte genau in diese Kategorie. 4:0 hieß es am Ende - und ehrlich gesagt war das sogar schmeichelhaft für die Karlsruher, die in 90 Minuten keinen einzigen Torschuss zustande brachten.

Schon beim Warmmachen wirkte Linx wacher, frischer, irgendwie entschlossener. Trainer Michal Dickschat hatte seine Jungs wohl mit einer Mischung aus Espresso und Motivationsrede auf Betriebstemperatur gebracht. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir hier zuhause sind", grinste Dickschat nach dem Spiel. Und das taten sie.

Bereits in der 13. Minute klingelte es zum ersten Mal: Johannes Urban, der flinke Linksaußen, traf nach Vorarbeit von Detlev Miller - und das mit einer Kaltschnäuzigkeit, die man sonst eher aus höheren Ligen kennt. Nur zwölf Minuten später revanchierte sich Miller: Nach einem perfekten Steckpass von Bernt Kühne blieb der 18‑Jährige cool und schob zum 2:0 ein. Drei Minuten später, als die Karlsruher Defensive kollektiv auf Orientierungssuche war, legte Urban noch einen drauf. 28 Minuten, 3:0 - die Partie war praktisch entschieden, bevor die Gäste überhaupt realisiert hatten, dass sie ein Fußballspiel bestreiten.

"Da war einfach alles zu langsam - Kopf, Beine, Reaktion", knurrte KSV‑Trainer Robert Schwab später, der während der ersten Halbzeit mehrmals ungläubig den Kopf schüttelte. Seine Mannschaft versuchte es zwar mit Ballbesitzfußball (49 Prozent immerhin), aber was nützt der Ball, wenn man nichts damit anfangen kann?

Die Statistik spricht Bände: 26 Torschüsse für Linx, null für Karlsruhe. Null! Selbst der Ordner hinter dem Linxer Tor hatte mehr Ballkontakte als Torhüter Oscar Haase. Der wiederum nutzte die Gelegenheit, um sich während des Spiels mit den Balljungen über das Wetter zu unterhalten - man hat ja sonst selten so ruhige Abende als Keeper.

Nach dem Seitenwechsel nahm Linx ein wenig Tempo raus, ohne die Kontrolle zu verlieren. In der 55. Minute war es dann wieder Detlev Miller, der nach einem Zuspiel von Mark Fritsch den Endstand markierte. 4:0, und die Fans auf der Tribüne skandierten den Namen des Teenagers, der an diesem Abend endgültig zum Publikumsliebling wurde. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Miller später mit einem breiten Grinsen. "Der Trainer meinte, ich soll mutig sein - na ja, das hab ich wohl gemacht."

Bei Karlsruhe lief dagegen gar nichts. Martin Ackermann kassierte in der 58. Minute noch eine Gelbe Karte, Torsten Steffens humpelte nach 71 Minuten verletzt vom Platz. "Das war heute ein gebrauchter Tag", seufzte Schwab hinterher. "Wenn du vorne keinen Druck machst und hinten jede Lücke aufreißt, dann brauchst du dich nicht wundern."

Michal Dickschat hingegen zeigte sich fast schon väterlich stolz: "Unsere Jungs haben heute gezeigt, was in ihnen steckt. Johannes Urban war überragend, und was der junge Miller da vorne abliefert, ist schon beeindruckend." Tatsächlich harmonierten die beiden wie ein eingespieltes Duo - Urban als wieselflinker Vollstrecker, Miller als wuchtiger, aber technisch versierter Sturmpartner.

In der Schlussphase durfte der 17‑jährige Christian Stein noch Regionalliga‑Luft schnuppern, während die Karlsruher Fans sich leise aus dem Stadion verabschiedeten. 4 325 Zuschauer hatten den Weg nach Linx gefunden - und sie wurden bestens unterhalten.

Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es beim Abpfiff auf den Punkt: "So was sieht man hier nicht alle Tage. Heute hätten die noch bis Mitternacht spielen können - der KSV hätte trotzdem kein Tor gemacht."

Fazit: Linx spielte schnörkellos, zielstrebig und - man darf es ruhig sagen - mit Spaß. Karlsruhe wirkte dagegen wie ein Team, das den Busfahrer lieber im Mittelfeld aufgestellt hätte. Wenn man keinen einzigen Schuss aufs Tor bringt, bleibt einem nur Galgenhumor. "Wir haben immerhin alle Trikots sauber gehalten", witzelte KSV‑Keeper Tom Hamann beim Rausgehen.

Das Spiel wird wohl als einseitiges, aber unterhaltsames Kapitel in die Regionalliga‑Chronik eingehen. SV Linx mit jugendlicher Frische und Präzision, Karlsruhe mit ratlosem Ballgeschiebe. Am Ende also ein verdienter 4:0‑Heimsieg - und ein Abend, an dem die Linxer Fans sich sicher waren: Wenn Fußball manchmal Kunst ist, dann war das heute mindestens eine kleine Ausstellungseröffnung.

15.11.643987 22:47
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager