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SV Linx schockt Freiburg früh und rettet das 2:1 über die Zeit

Der Abend in Linx begann noch bevor sich die Zuschauer richtig hingesetzt hatten - und endete mit einem kollektiven Aufatmen, das man wohl bis zur Rheinfähre hörte. Der SV Linx besiegte den favorisierten SC Freiburg am 12. Spieltag der Regionalliga A mit 2:1 (2:0) und zeigte dabei eine erste Halbzeit, die man im Vereinsmuseum als Lehrvideo für Effizienz archivieren dürfte - und eine zweite, die den Puls des Publikums zuverlässig in Herzfrequenzzonen trieb, die sonst nur Marathonläufer erreichen.

Gerade einmal 60 Sekunden waren gespielt, da flatterte der Ball schon im Freiburger Netz. Der 18-jährige Dieter Wagner, noch mit jugendlichem Grinsen und einem Schuss wie aus der Kanone, donnerte die Kugel nach einem beherzten Vorstoß von Innenverteidiger Bernt Prinz zum 1:0 in die Maschen. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Wagner nach dem Spiel lachend zu, "aber wenn’s so reingeht, sag ich natürlich nicht nein."

Freiburgs Torhüter Lasse Otto sah den Ball wohl erst, als er schon hinter ihm lag. Und während die Gäste noch versuchten, die Ordnung zu finden, legte Linx nach. In der 19. Minute war es der quirlige Rechtsaußen Detlev Miller, der eine butterweiche Hereingabe von Mark Fritsch volley nahm und eiskalt zum 2:0 verwandelte. "Der Junge hat Raketen im Schuh", grinste Trainer Michal Dickschat nach der Partie und klopfte seinem Stürmer auf die Schulter.

Freiburg dagegen wirkte bis zur Pause wie ein Team, das das Navigationssystem verloren hatte. Nur vier Torschüsse brachte der Gast insgesamt zustande - gegenüber 14 Versuchen der Linxer, die mit 50 Prozent Ballbesitz ein fast perfektes Gleichgewicht hielten, aber weit zielstrebiger wirkten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich immerhin eines: Freiburg erinnerte sich daran, dass Fußball ein Spiel mit zwei Halbzeiten ist. In der 65. Minute verkürzte der erst 17-jährige Herbert Schäfer nach Vorarbeit von Andreas Gruber auf 2:1 - sein erster Treffer in der Regionalliga, und einer, den er sich wohl einrahmen wird. "Ich hab gar nicht überlegt, einfach draufgehalten", sagte der junge Rechtsaußen, während er noch strahlte und sich über den Schulterklopfer seines Trainers freute.

Danach wurde es - um es milde zu sagen - unruhig. Linx begann zu schwimmen, Freiburg witterte Blut, und plötzlich entwickelte sich das Spiel zu einem einzigen Dauerangriff der Gäste. Torhüter Oscar Haase wurde zum Mann des Abends, als er in der 67. Minute mit einer artistischen Parade gegen denselben Schäfer das 2:2 verhinderte. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich anschießt - und das hat er getan", grinste Haase selbstironisch.

Gelbe Karten für die Linxer Verteidiger Morgan Shepherd (49.) und Bernt Prinz (90.) zeigten, dass der Heimverein in der Schlussphase nicht nur mit Ball, sondern auch mit Nerven kämpfte. "Das war kein Spiel für schwache Herzen", meinte Trainer Dickschat hinterher. "Aber wir haben’s überlebt - und gewonnen. Beides zählt."

Freiburgs Coach, der nach Spielschluss mit versteinerter Miene in der Coaching-Zone stand, fand immerhin versöhnliche Worte: "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Charakter haben. Leider zu spät. Und Linx hat eben die Tore gemacht, die wir hätten machen müssen."

Die 5.232 Zuschauer im Linxer Stadion sahen ein Spiel, das in seiner Dramaturgie fast lehrbuchhaft verlief: Frühdominanzen, späte Sorgen, Happy End. Die Statistik spricht eine klare Sprache - mehr Schüsse, bessere Zweikampfquote (56 zu 43 Prozent) und ein junger Held namens Wagner, der wohl an diesem Abend endgültig erwachsen wurde.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Linxer Spieler wie nach einem Pokalerfolg. In der Kabine soll Detlev Miller sogar eine spontane Gesangseinlage angestimmt haben - sehr zum Leidwesen der anwesenden Presse, die die Melodie lieber unerwähnt lässt.

Und irgendwo draußen auf dem Parkplatz hörte man Trainer Dickschat leise sagen: "Wenn wir jetzt auch noch lernen, die zweiten Halbzeiten zu lieben, spielen wir bald um mehr als nur Punkte."

Ein Abend, wie ihn Linx liebt - wild, laut und mit einem Ergebnis, das in der Tabelle mehr wert ist als es aussieht. Freiburg fährt mit leerem Tank nach Hause, Linx dagegen träumt vom nächsten Coup. Und ehrlich: Nach so einem Spiel darf man ruhig ein bisschen träumen.

28.03.643994 20:39
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