Anpfiff
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SV Linx siegt nach wildem Schlagabtausch mit 3:2 gegen Germania Cuxhaven

Es war einer dieser Abende, an denen der SV Linx das Flutlicht liebte und Germania Cuxhaven es am liebsten ausgeschaltet hätte. Vor 4112 Zuschauern in der Regionalliga A verwandelte sich das kleine Stadion in Linx am Samstagabend in eine Bühne für ein Fußballstück mit fünf Akten - drei davon mit Happy End für die Gastgeber.

Schon nach neun Minuten brandete Jubel auf: Johannes Urban, der schnelle Linksaußen mit der Frisur eines Rockstars, verwertete einen feinen Querpass von Jan Hermann zum 1:0. "Jan hat mir den Ball so schön hingelegt, da konnte ich gar nicht anders, als ihn reinzuschieben", grinste Urban später, während er noch die Grasflecken von seinen Stutzen klopfte.

Kaum hatte das Publikum den ersten Torjubel verdaut, ging es schon wieder los. In der zehnten Minute rauschte Mark Fritsch von rechts heran, nahm eine butterweiche Vorlage von Bernt Kühne direkt - und es stand 2:0. Das Linxer Publikum war selig, die Gäste aus Cuxhaven schnauften. Trainer Christopher Konrad schrie seine Spieler in der Coachingzone zusammen: "Wir haben doch erst zehn Minuten gespielt! Tut wenigstens so, als wären wir noch da!"

Doch Germania zeigte Moral. Nach einer halben Stunde wurden sie mutiger, und in der 37. Minute war es soweit: Alexander O’Shea, der irischste Name nördlich von Hamburg, verkürzte nach Zuspiel von Jacopo Gatti auf 2:1. Linx wackelte, und nur vier Minuten später schlug O’Shea erneut zu - diesmal nach Pass von James Kober. 2:2! Die Cuxhavener Fans rieben sich die Augen: Aus dem Nichts war ihr Team zurück im Spiel.

"In der Kabine war’s dann laut", verriet Linx-Coach Michal Dickschat später. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon Geschenke verteilt, dann wenigstens mit Schleife." Und offenbar hatte er den richtigen Ton getroffen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam Linx wieder mit Schwung - und mit Mut. In der 52. Minute der nächste Paukenschlag: Der 18-jährige Detlev Miller, gerade mal alt genug für die Bundesliga-Träumereien, vollendete nach feinem Pass von Routinier Hermann zum 3:2. Ein Tor, das zeigte, wie viel Zukunft in dieser Mannschaft steckt. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Miller und grinste, als hätte er gerade den Führerschein bestanden.

Cuxhaven versuchte danach alles: mehr Ballbesitz (54 Prozent insgesamt), mehr Läufe, mehr Wucht. Doch Linx verteidigte mit Herz und gelegentlich mit beiden Beinen. Insgesamt kamen die Gäste auf sieben Torschüsse - und jeder davon wurde vom Linxer Schlussmann Oscar Haase entschärft, der einen dieser Abende hatte, an denen die Handschuhe zu Magneten werden.

In den Schlussminuten wechselte Dickschat noch einmal - der blutjunge Ralph Konrad durfte für Carsten Vollmer ran und bekam prompt den lautesten Applaus des Abends. "Das war für die Zukunft", zwinkerte der Trainer, "und ein bisschen für die Uhr. Die sollte endlich runterlaufen."

Cuxhaven rannte, Linx hielt dagegen. Als Schiedsrichterin Petra Hollmann endlich abpfiff, lagen sich die Linxer in den Armen, während O’Shea mit leerem Blick in den Nachthimmel starrte. "Zwei Tore und trotzdem verloren - das ist Fußball, den keiner versteht", murmelte er.

Statistisch gesehen war es ein enges Spiel: Linx mit 15 Torschüssen, Cuxhaven mit 7, Ballbesitz leicht für die Gäste. Aber wer die Partie sah, weiß: Effizienz schlägt Optik. Die Linxer nutzten ihre Chancen, während Cuxhaven sich an der eigenen Ungeduld aufrieb.

Und so bleibt nach 90 Minuten ein Fazit, das man in Linx wohl noch öfter hören wird: Jung, wild und ein bisschen verrückt - aber erfolgreich. Oder wie Trainer Dickschat es zusammenfasste: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald ein größeres Stadion. Und mehr Herztabletten für mich."

Ein Abend voller Tempo, Tore und Temperament - und einer, der wieder einmal zeigte, dass Fußball in der Regionalliga alles andere als "unterklassig" ist. In Linx jedenfalls wird noch lange über diesen 3:2-Sieg gesprochen werden - und vielleicht auch ein wenig gelacht.

23.10.643987 20:14
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Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die Aufstellung geändert.
Berti Vogts zu der Feststellung, er hätte mit der Wunschelf von Paul Breitner gespielt
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