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Bundesliga | 4. Spieltag | 27.10.26 | SV Mödling - SV Hallwang 7:0 Mit 56 Prozent hatte Hallwang statistisch häufiger den Ball. Das ist normalerweise ein brauchbares Argument. An diesem Abend war es allerdings ungefähr so überzeugend wie die Behauptung, ein Regenschirm mache einen Sturm gemütlich. Mödling besaß den Ball nur zu 44 Prozent, schoss aber 20-mal auf das Tor. Hallwang brachte es auf zwei Versuche. Zwei. Mödling begann offensiv, ohne dabei kopflos zu werden. Trainer Matt Dieven van Bach hatte seine Mannschaft auf ausgewogenes Angriffsspiel und sichere Abschlüsse eingestellt. Pressing war nicht vorgesehen - offenbar reichte es, Hallwang den Ball zu überlassen und ihn anschließend wieder einzusammeln. "Wir wollten nicht jedem Ball hinterherlaufen. Wir wollten nur die wichtigen Bälle haben", sagte Dieven van Bach nach der Partie. Ein Plan, der erstaunlich gut funktionierte. In der Anfangsphase tastete sich Joshua Beckmann zweimal gefährlich heran, Robert Wahl und Fabian Rausch sorgten ebenfalls für Unruhe. Hallwang versuchte, über längere Ballbesitzphasen Ruhe ins Spiel zu bringen. Doch Ruhe und Mödling passten an diesem Abend ungefähr so gut zusammen wie ein Torwarttraining und ein Liegestuhl. In der 33. Minute fiel das 1:0: Robert Wahl bereitete vor, Jose Enrique Roi vollendete. Fünf Minuten später war Roi erneut zur Stelle, diesmal nach Vorarbeit von Ronald Funk. 2:0 zur Pause - und Hallwang durfte sich immerhin noch einreden, das Spiel sei offen. "In der Kabine haben wir gesagt: Wir müssen weiterspielen", berichtete Hallwangs Trainer Florian Maurer. "Das haben wir getan. Leider hat Mödling dabei weiter Tore geschossen." Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur zehn Minuten, bis Joshua Beckmann auf 3:0 erhöhte. Wilhelm Fuchs lieferte die Vorlage. Kurz darauf schlug Robert Wahl selbst zu, nachdem der eingewechselte Caio Valente vorbereitet hatte. Mödling wechselte in der 60. Minute gleich dreimal und bewies damit, dass an diesem Abend sogar die Ersatzbank produktiver wirkte als Hallwangs Offensive. Hallwang kam durch Ricardo Carreras in der 66. Minute und Fabio Morte in der 80. Minute zu seinen einzigen beiden Torschüssen. Beide Male blieb es bei einem Versuch. "Wir hatten den Ball, aber Mödling hatte offenbar die Gebrauchsanweisung dazu", sagte Hallwangs Sergi Chalana mit Galgenhumor. Mödling hatte dagegen noch lange nicht genug. In der 75. Minute komplettierte Roi seinen Dreierpack. Fabian Rausch erhöhte sieben Minuten später auf 6:0. Den Schlusspunkt setzte erneut Beckmann in der 87. Minute - sein zweiter Treffer, vorbereitet von Leandro Barros. Der 18-Jährige wirkte danach, als sei ein 7:0 in der Bundesliga eine durchaus normale Angelegenheit. "Joshua ist jung, aber er hat heute gespielt wie jemand, der den Strafraum schon sehr lange kennt", lobte Dieven van Bach. "Und Jose Enrique hat bewiesen, dass drei Tore nicht zwingend drei verschiedene Spieler brauchen." Mödling gewann zudem 58,5 Prozent der Zweikämpfe und zeigte sich vor dem Tor konsequent. Hallwang hatte mehr Ballbesitz, Mödling aber alles, was am Ende zählt: sieben Tore, drei Punkte und reichlich Gesprächsstoff. Der Ball war also öfter bei Hallwang. Die Tore waren es nicht. 27.10.2026 22:20 |
Sprücheklopfer
Ich war das erste Mal Kapitän, da muss man einfach ein Tor machen.
Oliver Kahn zu seinem Eigentor beim Länderspiel gegen Israel