Anpfiff
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SV Weiersbach siegt abgeklärt - Speldorf läuft ins Leere

Es war ein frostiger Januarabend in Speldorf, und die 4602 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion an der Ruhr ahnten schon zur Pause: Das wird heute wohl nichts mit dem ersehnten Heimsieg. Der VfB Speldorf unterlag am 6. Spieltag der Regionalliga C gegen den SV Weiersbach mit 0:2 (0:1) - ein Ergebnis, das so nüchtern klingt, wie es zustande kam.

Weiersbach, unter der Leitung von Trainer Detlef Meister, agierte von Beginn an mit einer offensiven Grundordnung, die Speldorf schon in den ersten Minuten mächtig ins Schwitzen brachte. "Wir wollten früh Zeichen setzen, nicht erst in der 80. Minute herausfinden, dass da ein Tor steht", grinste Meister nach dem Spiel. Seine Mannschaft hielt Wort: Bereits in der 13. Minute prüfte Loris De Luca den Speldorfer Keeper Stephan Karl mit einem satten Linksschuss. Karl parierte, aber er ahnte da wohl schon, dass das keine ruhige Schicht werden würde.

In der 25. Minute war es dann soweit: Der junge Serbe Dusko Jankovic, erst 20 Jahre alt, verwertete eine butterweiche Flanke von De Luca zum 0:1. Ein Treffer aus dem Lehrbuch - zumindest aus dem Lehrbuch für Trainer, die gerne "über die Flügel kommen wollen". Speldorfs Verteidiger Oscar Diaz kommentierte später trocken: "Ich dachte, der Ball sei schon draußen. War er aber nicht. Blöd gelaufen."

Während Weiersbach weiter drückte, suchte man bei Speldorf nach Ideen. Trainer Jakob Meier stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und murmelte etwas, das wie "Ausgewogenheit ist überbewertet" klang. Seine Mannschaft hatte immerhin knapp 50 Prozent Ballbesitz - aber was nützt das, wenn vorne die Durchschlagskraft fehlt? Ganze vier Torschüsse standen am Ende zu Buche, und die meisten davon eher aus der Kategorie "Hoffnungsschuss".

Nach der Pause kehrte Speldorf mit leicht erhobenem Kopf zurück, doch die kalte Dusche folgte prompt: In der 51. Minute bediente der quirlige Juan Assis seinen Mitspieler Jaime Galva, der aus spitzem Winkel zum 0:2 vollendete. Galva ließ sich feiern, nahm aber später den Wind aus den eigenen Segeln: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn der reingeht, ist’s schön. Wenn nicht, reden wir halt über was anderes."

Speldorf versuchte es noch einmal mit Kampf - Diaz holte sich früh in der zweiten Hälfte eine Gelbe Karte ab, als er versuchte, wenigstens Weiersbachs Spielrhythmus zu stören. "Das war ein taktisches Foul. Leider ohne taktischen Nutzen", kommentierte Trainer Meier sarkastisch.

In der 67. Minute musste Weiersbachs Mittelfeldmotor Caio Costa verletzt vom Platz - eine Szene, bei der sogar die Speldorfer Fans kurz den Atem anhielten. "Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes", sagte Meier fair. Für Costa kam der 19-jährige Ramon Semedo, der seinen Einstand mit jugendlichem Elan und einem ungebremsten Sprint über 40 Meter feierte - direkt ins Seitenaus.

Speldorf hatte in der Schlussphase noch ein paar Momente, in denen das Publikum aufhorchte - Giulio Fili zog in der 67. Minute aus der Distanz ab, verfehlte aber knapp. In der Nachspielzeit versuchte es Leandro Talarico noch einmal, doch Weiersbachs Keeper Dirck Van Keuren machte die letzte Hoffnung zunichte.

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen, zumindest beim Ballbesitz (49,7 zu 50,3 Prozent). Aber 15:4 Torschüsse aus Sicht der Gäste sprechen eine deutliche Sprache. "Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne zu glänzen", meinte Meister hinterher. "Manchmal reicht das."

Und Speldorf? Die Mannschaft wirkte bemüht, aber zahnlos. Trainer Meier kündigte an, "das Passspiel überdenken" zu wollen - was in Speldorf ungefähr so klingt, als würde man das Vereinslied neu einstudieren.

Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt, als er beim Abpfiff rief: "Die Null steht - nur halt auf der falschen Seite!"

Ein Satz, der diesen Abend perfekt zusammenfasst. Weiersbach gewann verdient, Speldorf blieb ratlos, und in der Regionalliga C rollt der Ball weiter - für die einen nach oben, für die anderen bergab.

Oder wie Detlef Meister es mit einem Augenzwinkern sagte: "Wenn du zweimal triffst und der Gegner nie, dann war’s wohl kein Zufall."

17.03.643987 23:50
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