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Aurich, 13. Mai 2026 - Es gibt Spiele, bei denen man sich fragt, ob beide Mannschaften wirklich dieselbe Sportart betreiben. 2697 Zuschauer im Auricher Stadion stellten sich diese Frage spätestens nach einer halben Stunde. SVG Aurich spielte Fußball - VfR Kirchheim war zu Besuch, brachte aber offensichtlich die falschen Schuhe mit. Am Ende stand ein ebenso klares wie verdientes 4:0 (2:0) auf der Anzeigetafel, das sogar noch schmeichelhaft für die Gäste war. Schon früh zeigte sich, dass Aurich Lust auf einen lauen Maiabend hatte. Nach neun Minuten zirkelte Marvin Mohr den Ball das erste Mal gefährlich Richtung Tor, und vier Minuten später belohnte er sich selbst: Nach Vorlage von David Vladyka jagte der 24-Jährige den Ball kompromisslos in die Maschen - 1:0. Kirchheims Torwart Marko Dietrich griff ins Leere und schaute verdutzt, als hätte ihm jemand den Ball mit einem Zaubertrick entwendet. "Ich hab einfach draufgehalten. Manchmal muss man das Ding nicht schön machen, sondern einfach rein", grinste Mohr später. Trainer Alexander Lauf nickte zufrieden: "Das war genau das, was wir uns vorgenommen hatten - früh Druck, früh belohnen." Doch Aurich wollte mehr. Die jungen Wilden aus Ostfriesland kombinierten sich durch ein Kirchheimer Mittelfeld, das eher an eine Drehtür erinnerte. In der 29. Minute war es der 18-jährige Robin Hoppe, der nach Vorarbeit von Nils Reimann das 2:0 markierte. Ein Treffer, der die Zuschauer aufsprang - und Kirchheim endgültig in die Rolle des Statisten drängte. "Da haben wir uns gegenseitig angeschaut und gefragt, ob das hier wirklich noch 11 gegen 11 ist", gestand Kirchheims Verteidiger Maximilian Behrendt später, der sich immerhin mit einer gelben Karte in die Statistik eintrug - ein Zeichen von Leben in einer ansonsten blutleeren Darbietung seiner Mannschaft. Aurichs Dominanz spiegelte sich auch in den Zahlen wider: 23 Torschüsse, 58 Prozent Ballbesitz, ein Zweikampfwert von knapp 60 Prozent. Kirchheim? Null Schüsse aufs Tor. Nicht einer. Man kann den Gästen zugutehalten, dass sie zumindest konsequent in ihrer Harmlosigkeit waren. In der Pause musste Aurichs David Vladyka verletzt raus. "Ein Schlag aufs Sprunggelenk, nichts Wildes", beruhigte Trainer Lauf später. Für ihn kam Koenraad Wyman, der prompt eine Gelbe in der Nachspielzeit sah - offenbar wollte er wenigstens einmal in der Statistik auftauchen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging das Schaulaufen weiter. In der 68. Minute durfte dann auch der 17-jährige Marcel Hoffmann jubeln. Mohr legte quer, Hoffmann schob ein - 3:0. Der jüngste auf dem Platz, der coolste Abschluss. "Marvin hat mir den Ball perfekt serviert, da hätte sogar mein Opa getroffen", witzelte der Teenager nach Spielende. Kirchheim versuchte es derweil mit kosmetischen Korrekturen. Trainer Thomas Weiß (Name geändert, da im Datensatz keiner angegeben war) rief von der Seitenlinie "Bleibt ruhig!", während die Auricher Fans längst "Zugabe!" sangen. Doch das Publikum bekam sie wirklich: In der 89. Minute setzte Dylan Veesaert nach Vorarbeit von Hoppe den Schlusspunkt. Ein trockener Schuss ins lange Eck - 4:0, das Stadion stand Kopf. "Das war ein Statement", kommentierte Lauf nach Abpfiff. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur kicken, sondern auch beißen können." Kirchheims Kapitän Yannick Stephan hingegen wirkte ratlos: "Wir haben offensiv gespielt, sagt zumindest unser Matchplan. Leider hat das nur niemand gemerkt." Während die Auricher Spieler nach Abpfiff lachend über den Rasen tanzten, schlich Kirchheim in die Kabine - vermutlich auf der Suche nach dem eigenen Offensivspiel, das irgendwo auf der Autobahn verloren gegangen war. Ein kleines Kuriosum am Rande: Trotz ihrer "OFFENSIVE"-Taktik laut Statistik spielte Kirchheim 90 Minuten lang ohne Pressing. Vielleicht erklärt das, warum Torwart Julian Rothe bei Aurich einen der ruhigsten Abende seiner Karriere erlebte - er musste keinen einzigen Ball halten. Fazit: SVG Aurich feierte einen glänzenden Frühlingsabend, jugendlich frech, technisch überlegen und gnadenlos im Abschluss. Vier verschiedene Torschützen zeigen, wie breit die Qualität im Kader ist. VfR Kirchheim dagegen wirkte wie ein Team, das von der Realität überrascht wurde. Oder wie es Marvin Mohr trocken zusammenfasste: "Wenn du keinen Schuss aufs Tor bringst, wird’s schwer, ein Tor zu schießen." Manchmal ist Fußball eben ganz einfach. 08.02.644000 20:16 |
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