El Diario
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Tarija FC rettet sich spät - 2:2 gegen bissige Pumas Santa Cruz

Division Profesional | 1. Spieltag | 05.07.26 | Tarija FC - Pumas Santa Cruz 2:2

Ein lauer Sommerabend in Tarija, 12.500 Zuschauer, Trommeln, Gesänge und das erste Kapitel der neuen Saison der "Division Profesional". Tarija FC gegen Pumas Santa Cruz - auf dem Papier ein Duell zweier Teams mit Ambitionen, auf dem Rasen ein wilder Ritt zwischen Hoffnung, Verzweiflung und einem Schuss Dramatik in der Nachspielzeit.

Tarija startete furios, als wollte man der Liga gleich zeigen, dass man den Winter über nicht nur Mate-Tee getrunken hat. Schon in der 20. Minute schlug Aitor Peragon zu - ein rechter Flügelspieler mit der Eleganz eines Tänzers und der Kaltblütigkeit eines Eisbären. Nach feiner Vorarbeit von Francisco Pacos zimmerte er den Ball unter die Latte. "Ich hab gar nicht gezielt", grinste Peragon später, "ich hab einfach geschossen, weil Paco so schön geschrien hat: ’Mach ihn!’".

Die Pumas brauchten eine Weile, um das Fell zu schütteln. Doch wer dachte, sie würden sich in die Ecke legen wie ein sattes Haustier, wurde nach der Pause eines Besseren belehrt. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff stach der 21-jährige Linksaußen Ingo Quaresma zu, eiskalt nach Vorlage von Milan Drulak. Und als sich die Gastgeber noch die Augen rieben, folgte der nächste Schlag: Valter Samuelsson, der zentrale Mittelfeldmotor der Gäste, zog in der 56. Minute aus gut 20 Metern ab - 2:1 für Santa Cruz. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er später mit einem Schmunzeln, "aber dann dachte ich: Ach, warum nicht mal aufs Tor?".

Die Statistik sprach zu diesem Zeitpunkt Bände: 16 Torschüsse der Gäste gegenüber acht von Tarija, 52 Prozent Ballbesitz für die Pumas, und vor allem mehr Biss in den Zweikämpfen (52 zu 48 Prozent). Tarija wirkte erschöpft, die Sonne sank, und die Heimfans begannen bereits, leise über ihren Mate zu brummen.

Dann kam die 87. Minute. Mattias Johnsen, der junge Linksverteidiger der Pumas, bekam Gelb - und nur eine Minute später Gelb-Rot. Ein Moment jugendlicher Übermotivation, den sein Trainer später trocken kommentierte: "Er wollte das Gras mitnehmen, nicht den Gegner. Leider hat der Schiedsrichter das anders gesehen."

Tarija witterte Morgenluft. In der Nachspielzeit, als die Pumas mit zehn Mann verteidigen mussten und die Uhr gnadenlos tickte, schlug Routine zu: Noe Szymanowski, 33 Jahre alt und schon halb Fußball-Geschichte, stand nach einer Flanke von Xavier Bernal goldrichtig. 93. Minute, 2:2. Das Stadion explodierte. "Ich hab nur gehofft, dass der Ball mich findet", sagte Szymanowski, "und diesmal war er wohl in romantischer Stimmung."

Trainer und Fans feierten das Remis wie einen Sieg. "So spät trifft nur, wer dran glaubt", meinte Tarijas Coach mit einem Lächeln, das zwischen Erleichterung und Stolz pendelte. Die Pumas hingegen mussten sich mit dem bitteren Gefühl abfinden, zwei Punkte verschenkt zu haben. "Wir waren die bessere Mannschaft, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", knurrte Santa-Cruz-Trainer nach dem Schlusspfiff.

Taktisch war es ein Spiel ohne große Überraschungen: Beide Teams setzten auf ein ausgewogenes System, kein wildes Pressing, kein Harakiri-Fußball. Doch während Tarija in der ersten Hälfte clever agierte, überließen sie in der zweiten Halbzeit zu oft den Pumas das Feld. Erst das späte Aufbäumen brachte die Wende.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit stehenden Ovationen - nicht, weil das Ergebnis perfekt war, sondern weil es ein Spiel war, das an die Nerven ging. Zwei Tore pro Seite, ein Platzverweis, 24 Torschüsse und Emotionen, die von Frust bis Euphorie reichten - so kann man die Saison beginnen.

Am Ende blieb genug Gesprächsstoff für den Stammtisch: War Szymanowskis Ausgleich verdient? Hätte der Schiedsrichter Johnsen schon früher verwarnen müssen? Und was wäre passiert, wenn Tarija früher gewechselt hätte? Fragen, die man bei einem kühlen Bier und einem Lächeln diskutiert - wissend, dass der Fußball manchmal einfach nur das ist, was in der 93. Minute passiert.

Kurz gesagt: Tarija FC zeigte Herz, die Pumas zeigten Klasse - und der Fußball zeigte einmal mehr, dass er keinen Drehbuchautor braucht, um Drama zu liefern.

05.07.2026 21:15
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