Tuttosport
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Tarrega schießt Gela zum Heimsieg - Cittadella wacht zu spät auf

Von der ersten Minute an war klar: Hier wird kein Sicherheitsfußball gespielt. Kaum hatte der Schiedsrichter das Spiel zwischen Gela und US Cittadella am 7. Spieltag der 1. Liga Italien angepfiffen, stand es auch schon 1:0. Ganze zwei Minuten waren vergangen, als Pablo Tarrega, der Mann mit dem unerschütterlichen Torriecher und dem Charme eines Torraumschleichers, den Ball nach Vorarbeit von Javier Garcia über die Linie drückte. Die 43.500 Zuschauer im Stadio di Gela erhoben sich begeistert, während Cittadellas Torhüter Werner Gade noch kurz nach Luft schnappte - vermutlich nicht nur wegen der schnellen Führung, sondern auch wegen der Geschwindigkeit, mit der Tarrega auftauchte.

"Ich dachte, das Spiel hätte noch gar nicht richtig angefangen", knurrte Gade später mit einem gequälten Lächeln. "Aber Tarrega wohl schon."

Und tatsächlich: Der 28-jährige Spanier war an diesem Abend ein ständiger Unruheherd. Insgesamt schoss er acht Mal aufs Tor - mehr als die gesamte Offensive Cittadellas zusammen. Als er in der 42. Minute erneut zuschlug, diesmal nach feinem Zuspiel von Patrik Licka, lag Gela verdient mit 2:0 in Front. Der Ballbesitz von rund 55 Prozent spiegelte das wider: Gela kontrollierte das Spiel, ohne je in Schönspielerei zu verfallen.

"Wir wollten gar nicht zu viel Ballbesitz - nur genug, um Tarrega zu füttern", witzelte Trainer Michael Müller nach der Partie. Sein Gegenüber Michael Schuller hingegen wirkte ratlos. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu brav agiert. Wir spielten offensiv - auf dem Papier. In der Realität standen wir eher im Stau."

Nach der Pause änderte sich das Bild leicht. Cittadella wurde mutiger, brachte frische Kräfte: Buterin für Basile, später Oliveira für den blassen Bejbl. Und tatsächlich: In der 72. Minute gelang der Anschlusstreffer. Alexander Albrecht, 32 Jahre alt und mit der Routine eines Mannes, der schon zu viele Aluminiumtreffer gesehen hat, traf nach Vorarbeit des eingewechselten Bejbl zum 2:1.

"Da war kurz Feuer drin", meinte Gelas Verteidiger Gabriele Colombo später, "aber wir haben das Ding dann souverän runtergespielt." Dass Colombo in der 94. Minute noch die Rote Karte sah, passte allerdings weniger zu seiner Definition von "souverän". Nach einem rustikalen Tackling an der Seitenlinie durfte er vorzeitig duschen - begleitet von einem gemurmelten "War doch Ball… oder?".

Cittadella, beflügelt vom späten Treffer, warf noch einmal alles nach vorne. Doch weder Charles Catrall noch Jozsef Bene konnten Gelas Keeper Reece Dewey ernsthaft prüfen. Die Gäste beendeten die Partie mit zehn Torschüssen, aber nur einem Treffer - zu wenig, um die aufmerksame Defensive der Hausherren ernsthaft zu gefährden.

Und so blieb es beim 2:1 für Gela, das sich damit vorerst im oberen Tabellenmittelfeld festsetzt. Die Statistik sprach eine klare Sprache: Mehr Schüsse (17:10), mehr Ballbesitz (55:45), etwas bessere Zweikampfquote (52:48) - und der bessere Stürmer.

Tarrega selbst nahm die Lobeshymnen mit einem Schulterzucken entgegen. "Ich hatte heute einfach Spaß. Wenn du gleich in der zweiten Minute triffst, spielt es sich leichter. Nur schade, dass ich keinen Hattrick gemacht habe - der Keeper war zu oft im Weg."

Trainer Müller grinste breit: "Wenn er so weitermacht, bauen wir ihm bald eine Statue. Oder wenigstens ein eigenes Trikotregal."

Cittadellas Coach Schuller hingegen suchte nach Erklärungen. "Wir haben gut trainiert, aber anscheinend das falsche Tor im Auge gehabt." Ein Satz, der den Abend treffend zusammenfasst: Cittadella schoss zu spät, zu harmlos und zu unpräzise, während Gela mit Zielstrebigkeit und Witz den Ton angab.

Als die Lichter im Stadion langsam ausgingen, sah man Tarrega noch auf dem Rasen stehen, einen Arm um Teamkollege Garcia gelegt. "Das war Fußball, wie ich ihn mag", sagte er lächelnd. Und man nahm es ihm ab - schließlich hatte er den Unterschied gemacht.

Am Ende ging ein intensives, manchmal hitziges, aber stets unterhaltsames Spiel zu Ende. Gela feierte, Cittadella fluchte, und irgendwo zwischen Jubel und roter Karte blieb der Gedanke hängen: In Gela wird Fußball noch mit Herz gespielt - und mit Tarrega im Sturm sowieso mit einem Augenzwinkern.

29.03.643987 14:02
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