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Serie A | 3. Spieltag | 07.07.26 | Grecia Chone - Expreso Cuenca 0:1 "Ich hab dem Jungen gesagt: Wenn du jemals über die Mittellinie gehst, dann bitte nur, wenn’s sich lohnt", lachte Nordi später. "Na ja, das hat er wohl wörtlich genommen." Dabei hatte Grecia Chone gar nicht schlecht begonnen. Schon nach sieben Minuten prüfte Alain Bellegarde den gegnerischen Keeper Vincent Mascarenhas mit einem satten Distanzschuss. Zwei Minuten später zog auch Linksverteidiger Gabriel Petre ab - offenbar hatte Trainer Mister X (der Name des Heimtrainers blieb der Presse wie so oft verborgen) seine Abwehrspieler zu Freigeistern erklärt. Und als Carl Ronaldo in der 12. Minute den Ball knapp am Pfosten vorbeisetzte, roch es kurz nach Führung. Doch Cuenca blieb cool. Das Team aus der Andenstadt spielte mit leichtem Übergewicht im Ballbesitz (52 Prozent) und wartete auf den richtigen Moment. Andrej Brezinsky, der erfahrene Rechtsaußen, war gleich zweimal gefährlich (16. und 29. Minute), scheiterte aber an Chones Torwart Fabian Meyer, der seine Handschuhe an diesem Abend offenbar mit Sekundenkleber bestrichen hatte. Für Aufregung sorgte in der 22. Minute ein unglückliches Wechseldrama: Ramon Domingos musste raus, Vicente Contreras kam - nur um sich wenige Sekunden später zu verletzen. Der Neue humpelte vom Platz, noch bevor er den Ball berührt hatte. "Das war wohl der kürzeste Einsatz meiner Karriere", murmelte Contreras, als er gestützt in die Kabine geführt wurde. Kurz darauf flatterten auch die ersten Gelben Karten: Innenverteidiger Mariusz Zarzycki und Rechtsverteidiger Eduardo Mourino holten sich Verwarnungen ab, weil sie Cuencas flinke Flügelspieler zu oft mit den Schultern - oder was auch immer - stoppten. "Das war kein Foul, das war Zuneigung", verteidigte sich Mourino mit einem Grinsen nach dem Spiel. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit viel Mittelfeldgeplänkel und vorsichtigen Vorstößen. Cuenca spielte geduldig, Grecia Chone lauerte auf Konter, aber beide Teams schienen sich in einer Art taktischem Schachspiel verloren zu haben. Bis zur 76. Minute. Duarte Alves, der flinke Rechtsaußen Cuencas, narrte zwei Gegenspieler, legte quer, und der junge Antonio Valentin kam aus dem Hinterhalt angerauscht - ein Schuss, halb Volley, halb Traum, und plötzlich stand es 1:0 für die Gäste. Der linke Verteidiger, gerade einmal 17, rannte jubelnd zur Eckfahne, während seine Teamkollegen ihn beinahe im Rasen vergruben. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Valentin nachher zu, "aber der Ball hat entschieden, dass er lieber ins Tor geht." Grecia Chone versuchte zu reagieren. Charles McGee (67., 80.) und Alain Bellegarde (72.) gaben noch einmal alles, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Mascarenhas im Cuenca-Tor wurde zum stillen Helden, fischte in der Schlussphase einen gefährlichen Schlenzer aus dem Winkel und ließ sich danach genüßlich von der Zeit tragen. Am Ende standen 0:1 Tore, 7:8 Torschüsse und ein Ballbesitz knapp zugunsten der Gäste. Eine Niederlage, die für Grecia Chone doppelt bitter schmeckt - zu Hause, nach engagiertem Start, durch ein Teenager-Tor ausgerechnet eines Abwehrspielers. "Wir hätten das Spiel nie verlieren dürfen", schnaubte Chones Verteidiger Zarzycki nach dem Abpfiff. "Aber gut, vielleicht sollten wir den 17‑Jährigen nächste Woche gleich verpflichten." Trainer Nordi nahm’s gelassen: "Wir trainieren, dass jeder Spieler treffen kann - sogar der Busfahrer, wenn’s sein muss." Ein Spiel, das fußballerisch vielleicht kein Feuerwerk war, aber reichlich Geschichten schrieb. Grecia Chone bleibt ohne Sieg, Cuenca nimmt drei Punkte und ein neues Wunderkind mit nach Hause. Und irgendwo in Chone wird noch immer diskutiert, ob Valentins Schuss Absicht war oder göttliche Fügung. Fazit eines Zuschauers beim Hinausgehen: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens gegen einen 17‑Jährigen mit Mut. Das ist fast schon romantisch." 07.07.2026 21:52 |
Sprücheklopfer
Ich gratuliere die Bayern.
Berti Vogts