La Razon
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Teixeira köpft Tucuman zum Sieg - Halcon verzweifelt an der eigenen Mauer

Ein Abend, wie ihn Fußballromantiker lieben - oder hassen. 43.181 Zuschauer im Estadio Florencio sahen am 4. Spieltag der 1. Liga Argentiniens ein Spiel, das alles hatte: ein frühes Tor, viel Kampf, ein bisschen Chaos - und ein Ergebnis, das den Heimfans die Chor-Stimmen raubte. Der FC Tucuman gewann mit 1:0 bei Halcon Florencio, weil ausgerechnet ein Innenverteidiger, Duarte Teixeira, in der 17. Minute den Unterschied machte.

Das Tor fiel aus heiterem Himmel, aber nicht ohne Wucht. Nach einem Eckball von Nael Vaz stieg Teixeira im Strafraum höher als alles, was Halcon zu bieten hatte - inklusive der Hoffnung. Sein Kopfball zischte unhaltbar ins rechte Eck. Torwart Jorge Ronaldo, gerade einmal 18 Jahre jung und mit dem Namen eines Weltstars gesegnet, flog in die richtige Richtung, aber der Ball war schneller. "Wenn der Ball so kommt, kannst du nur hoffen, dass das Netz hält", seufzte Trainer Kaiser Pele später mit Galgenhumor.

Danach entwickelte sich ein zähes Ringen. Tucuman blieb offensiv, attackierte über schnelle Konter, während Florencio sich an seiner eigenen Defensive die Zähne ausbiss. Dabei war der Ballbesitz ausgeglichen - 50,7 Prozent für die Hausherren, 49,3 für Tucuman - doch gefährlicher blieben die Gäste mit 14 Torschüssen gegenüber 9 Versuchen der Gastgeber. Juanito Yague prüfte den Keeper mehrfach, und Sergio Valentin, der quirlig junge Linksaußen, hätte in der 84. Minute fast das 2:0 erzielt, wenn nicht Pfosten und Nervenkitzel gemeinsame Sache gemacht hätten.

Halcon Florencio kam erst nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Leandro Jorge, der flinke Linksaußen, zog zweimal gefährlich ab (22. und 37. Minute), verfehlte aber knapp. In der 50. Minute probierte es Adrian Martinez aus der Distanz - wieder drüber. Vielleicht lag es an der Gelben Karte, die er in der 11. Minute kassiert hatte; vielleicht auch an Tucumans kompromissloser Verteidigung.

"Wir wollten eigentlich ruhig aufbauen", sagte Martinez nach Abpfiff, "aber jedes Mal, wenn wir zwei Pässe am Stück schafften, stand schon wieder ein blauer Fuß dazwischen." Blau war die Farbe der Tucumaner, und ihre Taktik passte: offensiv ausgerichtet, aggressiv, aber diszipliniert. Trainer Louis Noel erklärte später mit einem Lächeln: "Wir hatten keine Angst. Wenn du in Florencio Angst hast, verlierst du schon beim Einlaufen."

Im zweiten Durchgang war es eher ein Geduldsspiel. Halcon-Coach Kaiser Pele brachte den 17-jährigen Rafael Mascarenhas für Lionel Ortega, um frischen Wind ins Mittelfeld zu bringen. Der Junge machte seine Sache ordentlich, schob Pässe in die Tiefe, rief lautstark nach dem Ball - aber vorne war niemand, der sie verwerten konnte. Ruben Ordonez versuchte es in der 83. Minute per Drehschuss, doch Tucuman-Keeper Goran Nad fischte ihn mit der Lässigkeit eines Mannes, der schon weiß, dass heute keiner mehr an ihm vorbeikommt.

Kurz vor Schluss wurde es bitter: Bernardo Gama verletzte sich (88.), humpelte vom Platz, und Ersatzmann Aitor Peyroteo durfte in den letzten Minuten noch ein paar Luftduelle sammeln. Da hätte es fast noch den Ausgleich gegeben - Adriano Gil, 18 Jahre jung, setzte in der 89. Minute zum Schuss an, doch der Ball flog über die Latte, als wolle er selbst sagen: "Nicht heute."

Nach dem Schlusspfiff jubelte Tucuman mit der Leidenschaft einer Mannschaft, die weiß, dass sie sich den Sieg erarbeitet hat. "Ein 1:0 auswärts ist wie ein warmer Mate am kalten Morgen", grinste Torschütze Teixeira, immer noch mit Grasflecken im Gesicht. "Man spürt ihn nicht gleich, aber er tut unglaublich gut."

Kaiser Pele hingegen verschwand wortlos im Kabinengang - nicht ohne vorher den Linienrichter mit einem Blick zu bedenken, der in Argentinien als eigene Sprache gilt. Später sagte er: "Wir haben 50 Prozent Ballbesitz und 100 Prozent Frust. Aber so ist Fußball: Der Ball ist rund, und manchmal auch unser Spielplan."

So bleibt Halcon Florencio nach vier Spieltagen mit leeren Händen im Mittelfeld der Tabelle, während der FC Tucuman weiter nach oben schaut. Und irgendwo, zwischen den leeren Mate-Bechern und den späten Flutlichtschatten, summte ein Fan auf der Tribüne: "Ein Tor reicht manchmal, um eine Nacht unvergesslich zu machen."

Vielleicht hat er recht. Für Tucuman war es ein kleines Fußballmärchen - für Florencio ein Alptraum in Blau.

22.02.643987 17:55
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