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Telford United verliert turbulentes Duell gegen die Foresters mit 2:3

Wenn es in Telford eines nicht gibt, dann sind es langweilige Fußballabende. 16.000 Zuschauer im New Bucks Head-Stadion bekamen beim 2:3 (1:2) gegen die Nottingham Foresters ein Spiel serviert, das alles hatte: frühe Tore, wütende Trainer, Gelbe Karten und Verteidiger, die plötzlich zu Spielmachern wurden.

Es begann wie im Fußballmärchen für die Hausherren. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da rauschte Corey Lineback - der rechte Flügelmann mit der Statur eines Rugbyspielers und der Energie eines Duracell-Hasen - in der 3. Minute in den Strafraum. Nach einem beherzten Zuspiel von Innenverteidiger Benjamin Dennehy donnerte er den Ball unhaltbar ins linke Eck. 1:0. Telford tobte, die gegnerische Abwehr stand noch in der Aufwärmphase. "Da dachte ich: Jetzt läuft’s", grinste Lineback später. "Leider lief’s dann - aber für die anderen."

Denn die Foresters, angetrieben von Trainer Leon Löwe, fanden nach einer Viertelstunde ihren Rhythmus. Löwe, der an der Seitenlinie so unruhig war wie ein Espresso-Junkie in der Fastenzeit, trieb seine Mannschaft nach vorn. In der 32. Minute wurde er belohnt: Callum McGowan flankte butterweich von links, und Mittelstürmer Max Prentiss köpfte wuchtig ein. 1:1 - und plötzlich war in Nottingham wieder Waldmeisterduft in der Luft.

Telford wackelte, und kurz vor der Pause fiel die Partie endgültig in die Hände der Gäste. McGowan, diesmal selbst im Rampenlicht, schlenzte in der 43. Minute einen Ball nach Vorlage von Rechtsverteidiger Alexander Duncan ins Netz. 1:2. Foresters-Fans jubelten, Telford-Trainer (dessen Name die Statistik verschweigt, aber dessen Gesicht die Farbe seiner Trainerjacke annahm) warf eine Wasserflasche so weit, dass sie fast den Mittelkreis erreichte. "Das war unnötig wie ein drittes Paar Fußballschuhe", knurrte er nach dem Spiel.

Die zweite Halbzeit begann mit Telforder Ballbesitz-Dominanz - 55 Prozent insgesamt sprechen eine deutliche Sprache - aber ohne Esprit. Nottingham, obwohl nominell in der Defensive, lauerte klug und schaltete bei jeder Gelegenheit blitzschnell um. Prentiss hatte Chancen im Minutentakt, während Keeper Reece Onnington auf der anderen Seite immer häufiger mit den Händen auf den Hüften stand und auf seine Vorderleute schimpfte.

In der 73. Minute fiel schließlich das 1:3 - und das war, man muss es sagen, ein kleines Kunstwerk. Alexander Bostwick, gerade erst eingewechselt, traf nach feiner Vorarbeit von Prentiss aus halblinker Position. "Ich sah einfach das Eck frei und dachte: Ach komm, warum nicht?", sagte der 22-Jährige lachend. Die Foresters-Bank jubelte, Löwe klatschte so heftig, dass man fürchtete, er würde sich die Hand brechen.

Telford gab sich trotzdem nicht auf. Der alte Haudegen Louis Linney, 34 Jahre jung und offenbar vom Ehrgeiz getrieben, die Statistik zu verschönern, machte in der 80. Minute noch einmal Hoffnung. Nach Vorarbeit von - natürlich - Lineback verkürzte er auf 2:3. Das Stadion erwachte zu neuem Leben, die Fans schrien, als ginge es um den Aufstieg. Nur: Die Foresters blieben cool.

Ein letzter Versuch in der Nachspielzeit - Luke Catrall setzte den Ball in der 93. Minute knapp vorbei, während Nottingham noch zwei Konter-Chancen liegen ließ. Am Ende blieb es beim 2:3, und man hatte das Gefühl, Telford hätte noch eine Stunde weiterspielen können, ohne den Ausgleich zu schaffen.

"Statistiken gewinnen keine Spiele", murmelte Dennehy in der Mixed Zone. Recht hat er: Acht Torschüsse für Telford, 18 für Nottingham - und trotzdem war’s ein offener Schlagabtausch. Die drei Gelben Karten für Telford (Lineback, Clancy, Darabont) erzählten zudem von steigender Frustration.

Trainer Löwe zeigte sich zufrieden: "Wir haben unseren Plan durchgezogen - offensiv, mutig, mit Herz. Und diesmal hat das Glück auch mal mitgespielt." Sein Gegenüber hingegen stapfte wortlos in die Kabine. Vielleicht, um dort den Pressesprecher zu fragen, wie man das Wort "unglücklich" in fünf verschiedenen Sprachen sagt.

So bleibt Telford mit leerem Punktekonto aus diesem Heimspiel, aber immerhin mit der Erkenntnis, dass frühe Führungstore manchmal nur dazu dienen, die Hoffnung später besonders theatralisch sterben zu lassen.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen seufzte: "Wenn’s wenigstens geregnet hätte - dann hätte das Ganze wenigstens zur Stimmung gepasst."

Ein Abend also wie gemacht für die Chronik der "Beinahe-Momente". Und für Nottingham? Drei Punkte, drei Torschützen, ein zufriedener Löwe - was will man mehr.

10.04.643987 03:38
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