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Teutonia Bielefeld zerlegt Pirmasens mit 7:0 - Galindez glänzt doppelt

Regionalliga B | 15. Spieltag | 01.10.26 | Teutonia Bielefeld - FK Pirmasens 7:0

Um 20.15 Uhr begann am 15. Spieltag der Regionalliga B ein Fußballspiel, das für FK Pirmasens vermutlich schon nach 60 Sekunden unangenehme Erinnerungen weckte. Teutonia Bielefeld gewann vor 4381 Zuschauern mit 7:0 (3:0) - und Marco Galindez hatte offenbar beschlossen, den Abend besonders gründlich zu erledigen.

Kaum war der Anstoß verklungen, schlug der 21 Jahre alte Linksaußen zu. In der ersten Minute verwertete Galindez die Vorarbeit von Sascha Kessler. Ein Auftakt wie ein Weckruf - nur dass offenbar ausschließlich die Bielefelder den Wecker gehört hatten. "Ich dachte kurz, wir hätten uns beim Anstoß vertippt", sagte Teutonias Trainer Peer Chamier später mit einem Grinsen. "Aber dann war der Ball schon drin."

Pirmasens versuchte, sich mit kurzen Pässen und einer defensiven Grundordnung in die Partie zu arbeiten. Das sah auf dem Papier vernünftig aus. Auf dem Rasen wirkte es allerdings ungefähr so, als wolle jemand einen Regenschirm gegen einen Wasserwerfer einsetzen. Bielefeld spielte offensiv, blieb bei der Chancenwahl aber erstaunlich geduldig. Die Statistik erzählt die Geschichte nüchtern: 17 Torschüsse für Teutonia, einer für Pirmasens.

Nach 14 Minuten erhöhte Eric Grenier auf 2:0. Der linke Verteidiger schaltete sich nach Zuspiel von Michel Zorrilla nach vorne ein und belohnte seinen Ausflug mit einem Treffer. "Eric hat heute bewiesen, dass ein Verteidiger nicht automatisch dort bleiben muss, wo ihn die Stellenbeschreibung vermutet", lobte Chamier. Grenier sollte später allerdings noch für einen kleinen dramaturgischen Haken sorgen.

In der 22. Minute war Lars Van Cortlandt an der Reihe. Nach Vorlage von Oskar Heinze traf der rechte Angreifer zum 3:0. Pirmasens-Trainerin Gudrun Schweitzer reagierte bereits nach einer halben Stunde und brachte Archie MacAlister für Dani Tabenkin sowie Jacob Schumann für Alexander Satchmore. Taktisch war das ein Versuch, dem Spiel eine neue Richtung zu geben. Praktisch musste Pirmasens zu diesem Zeitpunkt erst einmal herausfinden, wo genau es überhaupt langging.

"Wir wollten mutiger werden", erklärte Schweitzer nach der Partie. "Leider war Bielefeld heute schneller, klarer und vor dem Tor konsequenter. Das ist eine Kombination, die man als Trainerin nicht unbedingt auf seiner Wunschliste hat."

Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte: mit Bielefeld im Vorwärtsgang. In der 48. Minute erhöhte Mittelstürmer Ashton Monroe auf 4:0. Danach wurde es für Pirmasens endgültig ein langer Abend, selbst wenn die Uhr unbarmherzig weiterlief. Teutonia besaß zwar nur 52,5 Prozent Ballbesitz - also keineswegs eine erdrückende Dominanz am Ball -, kontrollierte die entscheidenden Räume aber mit bemerkenswerter Sicherheit. Pirmasens kam auf 47,5 Prozent Ballbesitz, fand damit jedoch erstaunlich selten den Weg Richtung Tor.

In der Schlussphase wurde es dann beinahe unhöflich. Galindez traf in der 80. Minute nach Vorlage von Heinze zum zweiten Mal. Nur eine Minute später legte Günter Werner das 6:0 nach, vorbereitet von Grenier. Den Schlusspunkt setzte Monroe in der 87. Minute erneut nach Zuspiel von Heinze. Zwei Tore, drei Vorlagen: Heinze hatte an diesem Abend offenbar beschlossen, den Spielbericht persönlich zu verfassen.

"Nach dem 5:0 haben wir nicht aufgehört, Fußball zu spielen", sagte Galindez. "Vielleicht hätten wir manchmal auch ein bisschen früher Feierabend machen können. Aber wenn es läuft, ist man nicht unbedingt der Erste, der das Licht ausmacht."

Einziger Makel aus Bielefelder Sicht: Grenier sah in der 57. Minute Gelb und wurde in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Da war die Partie längst entschieden, der Abend aber offenbar noch nicht ganz ohne Nebenhandlung denkbar.

Peer Chamier durfte sich über einen beeindruckenden Auftritt seiner Mannschaft freuen. Gudrun Schweitzer blieb nur die Erkenntnis, dass Konterfußball vor allem dann funktioniert, wenn man gelegentlich in die Nähe des gegnerischen Tores kommt. Teutonia Bielefeld dagegen hatte an diesem Abend sieben gute Argumente - und Pirmasens kein einziges Tor.

01.10.2026 21:42
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