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The Fifers verspielen den Sieg: Hibernian rettet ein 1:1

Scottish Premiership | 34. Spieltag | 21.10.26 | The Fifers FC - Hibernian Edinburgh 1:1

The Fifers FC und Hibernian Edinburgh haben sich am 34. Spieltag der Scottish Premiership 1:1 getrennt. Vor 34.565 Zuschauern sah es lange nach einem Heimsieg aus: Gianluca Poli brachte die Gastgeber früh in Führung, doch Halvard Carlsen glich nach der Pause für die Gäste aus. Mehr als ein Punkt blieb The Fifers trotz klarer Überlegenheit bei den Torschüssen nicht.

Es war ein Abend, an dem der Ball kaum Zeit hatte, sich vorzustellen. Bereits nach drei Minuten prüfte Bram Van Antwerp den Torhüter der Hibernians, fünf Minuten später versuchte sich Raul Beto auf der Gegenseite. Dann wurde es konkret: Van Antwerp leitete den Angriff ein, Gianluca Poli vollendete in der achten Minute zur Führung. 1:0 - und im Stadion roch es kurz nach einem jener Abende, an denen die Heimmannschaft alles im Griff hat und der Gegner nur noch höflich applaudieren darf.

Poli, gerade einmal 21 Jahre alt, spielte dabei keineswegs wie ein Mann, der sich von einer großen Kulisse beeindrucken lässt. "Ich habe den Ball gesehen und gedacht: Warum eigentlich noch warten?", soll der Torschütze später mit einem Grinsen gesagt haben. Ein nachvollziehbarer Gedanke, zumal The Fifers in der ersten Halbzeit deutlich zielstrebiger auftrat.

Gianluca Poli selbst hatte neben seinem Treffer schon früh eine weitere Möglichkeit, Sandor Toth versuchte es mehrfach, und auch Mikael Norman schaltete sich mutig nach vorn ein. Toth scheiterte in der 10. und 39. Minute, Norman zielte in der 29. Minute ebenfalls auf das Tor. Hibernian kam vor der Pause nur sporadisch gefährlich vor das Gehäuse von Bernt Schaller. Domenik Dreszer sorgte kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal für Unruhe, doch The Fifers nahm die knappe Führung mit in die Kabine.

Auf den Rängen wurde derweil bereits vorsichtig gerechnet. "Wenn wir so weiterspielen, ist das heute erledigt", sagte ein Fan zu seinem Nebenmann. Der antwortete: "Sag das nicht zu laut. Fußball hört so etwas und fühlt sich sofort herausgefordert." Eine bemerkenswert hellsichtige Einschätzung.

Denn nach dem Seitenwechsel fand Hibernian besser ins Spiel. Trainer Thomas Merkel hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, mit hoher Aggressivität und zunächst noch kontrolliertem Pressing. Die Gäste erhöhten den Druck, während The Fifers an seiner ausgewogenen, eher abwartenden Spielweise festhielt. Das wirkte zeitweise so, als hätte die Heimelf beschlossen, den Vorsprung möglichst unauffällig zu verwalten - eine Kunst, die im Fußball ungefähr so zuverlässig ist wie ein Regenschirm in schottischem Wind.

Nach Chancen von Halvard Carlsen und Noah Morrison fiel schließlich in der 67. Minute der Ausgleich. Jorge Valentin bereitete vor, Carlsen blieb cool und traf zum 1:1. Ausgerechnet jener Carlsen, der bereits in der 54. Minute gefährlich auf das Tor geschossen hatte, bestrafte die zunehmende Passivität der Gastgeber. "Wir wussten, dass wir geduldig bleiben mussten", sagte Merkel später sinngemäß. "Aber Geduld ist nur dann schön, wenn sie irgendwann belohnt wird."

The Fifers antwortete noch einmal. Karel Fryda prüfte den Hibernian-Keeper, Toth bekam seine dritte Chance, und Bruno Frechaut schaltete sich in der 82. Minute sogar als Innenverteidiger in die Offensive ein. Insgesamt brachte The Fifers zehn Torschüsse zustande, Hibernian lediglich fünf. Auch beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 51,9 Prozent knapp vorn. Doch Statistiken schießen bekanntlich keine Tore - und tragen schon gar keine Punkte nach Hause.

Mikael Norman und Carlos Ramiro sahen noch Gelb, Hibernian presste in der Schlussphase zunehmend aggressiv. The Fifers hielt dagegen, fand aber nicht mehr zum entscheidenden Abschluss. So blieb es beim 1:1 (1:0): ein gerechtes Ergebnis für Hibernian, ein ärgerliches für The Fifers. Oder, wie ein Zuschauer beim Abpfiff trocken feststellte: "Wir hatten mehr vom Spiel. Leider offenbar nicht mehr vom Ergebnis."

22.10.2026 18:40
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Er hat's dann nochmal versucht, zu probieren.
Rudi Völler
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