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Tigers zerlegen Canaries: Hull verwandelt das Stadion in ein Tollhaus

Es war eine zweite Halbzeit, die man in Hull wohl noch seinen Enkeln erzählen wird. 30.191 Zuschauer im KC Stadium sahen am Mittwochabend ein 6:0-Spektakel der Hull Tigers gegen ein Norwich-Team, das in der Pause offenbar beschlossen hatte, kollektiv in den Winterschlaf zu gehen. Nach torloser erster Hälfte legten die Gastgeber ein Feuerwerk hin, das selbst Trainer Mathias Oergel kurz sprachlos machte - kurz. "Ich hab ihnen in der Kabine nur gesagt: ’Jungs, ihr dürft das Tor ruhig auch mal treffen’", grinste Oergel nach dem Schlusspfiff. "Ich wusste ja nicht, dass sie das sechsmal wörtlich nehmen."

Dabei hatte in den ersten 45 Minuten wenig auf ein Torfestival hingedeutet. Hull spielte gefällig, hatte mehr vom Ball (52,6 Prozent), Norwich hielt tapfer dagegen. Die besten Chancen vergab der junge Ewan Caviness, der gleich dreimal am glänzend reagierenden Torwart Sander Van Dousen scheiterte. Auf der anderen Seite kam von den Canaries wenig - vier Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände.

Dann aber kam Minute 50 - und mit ihr der Dammbruch. Isaac Lankford, ausgerechnet der eingewechselte Innenverteidiger, stand bei einer Ecke goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein. "Ich dachte erst, der Schiri pfeift ab", gab Lankford lachend zu. "Aber dann sah ich, dass der Ball wirklich drin war. Na ja, jetzt bin ich wohl Stürmer." Fünf Minuten später erhöhte Logan Lansbury nach feinem Zuspiel von Lewis Payne auf 2:0. Da war Norwichs Abwehr schon mehr Vogelscheuche als Bollwerk.

Was dann folgte, war Fußball zum Zungeschnalzen - jedenfalls, wenn man es mit den Tigers hielt. Günther Götz (65.) verwandelte eine perfekte Vorlage von Noe Agirre in den Winkel, Payne (70.) traf selbst nach doppeltem Doppelpass mit Götz, und Nachwuchsjuwel Caviness (73.) belohnte sich endlich für sein unermüdliches Anrennen. Sein trockener Linksschuss zum 5:0 war der Moment, in dem viele Norwich-Fans wohl leise um Fassung rangen.

"Ich weiß nicht, ob das noch Fußball war oder schon Kunstunterricht", seufzte Gästecoach Mister Unbekannt nach dem Spiel. "Wir haben einfach aufgehört zu verteidigen. Vielleicht wollten die Jungs nur nett sein." Immerhin: Seine Mannschaft blieb sportlich fair - einzige Gelbe Karte für Jurek Rzasa, der bei einem verzweifelten Versuch, Götz zu stoppen, mehr Rasen als Ball traf.

Den Schlusspunkt setzte wieder Payne in der 88. Minute. Der Routinier nahm eine flache Hereingabe von - na klar - Götz direkt und ließ Van Dousen keine Chance. 6:0. Die Tribünen bebten, Oergel tanzte kurz an der Seitenlinie, und selbst Ersatzkeeper Joel Eliot sprang wie ein Flummi auf der Bank.

Statistisch war’s eine klare Sache: 20 Torschüsse für Hull, nur vier für Norwich; eine Zweikampfquote von 56 Prozent zugunsten der Tigers; und ein Publikum, das nach Abpfiff minutenlang "We are Hull!" sang - wobei, das mit dem Gesang ist unbestätigt, aber man hätte es ihnen gegönnt.

Im Kabinengang sah man dann strahlende Gesichter. Der 18-jährige Caviness, noch mit Grasflecken im Gesicht, sagte: "Ich wollte einfach zeigen, dass ich hier hingehöre. Als ich das Netz zappeln sah, dachte ich: das ist der schönste Sound der Welt." Neben ihm witzelte Payne: "Nächstes Mal darf der Junge die Ecken treten, dann kann ich noch zwei mehr machen."

Bei Norwich herrschte dagegen betretenes Schweigen. Ein Spieler murmelte nur: "Wir haben Hull groß gemacht." Trainer Unbekannt nickte resigniert: "Jetzt wissen wir wenigstens, wie sich ein Kanarienvogel im Sturm fühlt."

So endet ein Abend, an dem Hull City - pardon, die Tigers - ihrem Spitznamen alle Ehre machten. Sie bissen zu, rissen die Canaries in Stücke und ließen kaum Federn. Oergel versprach anschließend, die Euphorie im Zaum zu halten: "Nächste Woche zählt wieder null zu null. Aber ehrlich - heute dürfen sie feiern."

Und das taten sie auch. Bis spät in die Nacht leuchteten gelb-schwarze Schals vor den Pubs von Hull. Wer dabei war, wird sagen: Es war nicht einfach ein Sieg. Es war ein Statement - mit Ausrufezeichen und sechs Toren.

07.09.643987 14:38
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Es gibt jetzt gerade überall auf anderen Pressekonferenzen Trainer, die denselben Käse erzählen wie ich.
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