Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Tirat Carmel FC fegt Kiryat Shmona Red mit 4:1 vom Platz

Ein Abend, der für Babsi Klemm und ihre Tirat-Carmel-Jungs kaum besser hätte laufen können: Vor 33.074 Zuschauern im heimischen Stadion zeigten sie am 4. Spieltag der 1. Liga Israel, was passiert, wenn ein Innenverteidiger beschließt, einfach mal Stürmer zu spielen. Robert Catalano, sonst der Ordnungshüter in der Abwehr, verwandelte sich in einen wahren Tormagneten und erzielte gleich drei Treffer beim 4:1-Kantersieg gegen Kiryat Shmona Red.

Schon die ersten Minuten machten klar, dass Tirat Carmel an diesem Abend keine halben Sachen plante. Bereits nach 60 Sekunden prüfte Isidoro Oliveira den gegnerischen Keeper Noach Barculo. Und als hätte das Publikum geahnt, dass hier ein Offensivspektakel folgen würde, peitschten die Fans ihre Mannschaft nach vorn - mit einer Lautstärke, die selbst die Möwen über dem Mittelmeer irritierte.

Nach einer halben Stunde war es dann soweit: Innenverteidiger Catalano stieg nach einer Ecke von Bram Sleeper am höchsten und köpfte unhaltbar zum 1:0 ein (32.). "Ich dachte, ich mach’s einfach wie die Stürmer - Kopf runter und hoffen, dass keiner im Weg steht", grinste der dreifache Torschütze später.

Mit der Führung im Rücken spielte Tirat Carmel weiter mutig nach vorn. Oliveira und der quirlig agierende Rasmus Clausen verpassten mehrfach das 2:0, ehe Sleeper (51.) nach feinem Zuspiel von Clausen eiskalt vollstreckte. "Ich hab einfach die Lücke gesehen - und Clausen hat mich so schön bedient, dass ich gar nicht anders konnte", erklärte Sleeper mit einem Augenzwinkern.

Nur sechs Minuten später wiederholte sich das Muster: Clausen flankte, Catalano köpfte - 3:0 (57.). Die Gäste aus Kiryat Shmona wirkten nun wie ein Boxer, der nach drei Runden kaum noch seine Deckung oben hält. Trainer Babsi Klemm, bekannt für ihre trockenen Kommentare, murmelte in Richtung ihrer Bank: "Wenn der Abwehrchef noch einmal trifft, muss ich ihn wohl umschulen."

In der 71. Minute kam dann doch noch ein Lebenszeichen der Gäste. Rechtsverteidiger Marwin Heinze erzielte nach Vorarbeit von Rafael Esteve den 3:1-Anschlusstreffer - ein sehenswerter Schuss aus spitzem Winkel, der Tirat-Keeper Georg Danielsen keine Chance ließ. "Da war kurz Sand im Getriebe", gab Catalano später zu, "aber wir haben uns geschüttelt und weitergemacht."

Gesagt, getan. Acht Minuten vor Schluss sah Tirats Rechtsverteidiger Hjalmar Dalgaard Gelb (86.) - vielleicht, um zu zeigen, dass er auch noch da war. Nur zwei Minuten später sorgte Catalano endgültig für klare Verhältnisse: Nach einer Ecke von Ethan Marley stand er wieder goldrichtig und nickte zum 4:1-Endstand ein (88.). Drei Tore von einem Innenverteidiger - das erlebt man selbst in der 1. Liga Israel nicht alle Tage.

Statistisch gesehen war das Spiel enger, als das Ergebnis vermuten lässt: 49 Prozent Ballbesitz für Tirat Carmel, 51 für Kiryat Shmona. Doch während die Gäste ihre sechs Torschüsse eher als Trainingsmaßnahme verstanden, feuerte die Heimmannschaft 15 Mal gefährlich aufs Tor. "Manchmal reicht eben ein bisschen Entschlossenheit - und ein Innenverteidiger mit Stürmerträumen", kommentierte Coach Klemm verschmitzt.

Auch Gästetrainer - dessen Name in den Unterlagen kurioserweise fehlte, vielleicht ein Schutzmechanismus nach so einem Abend - zeigte sich sportlich: "Wir hatten Ballbesitz, ja. Aber Tore zählen halt mehr als Prozentzahlen." Seine Spieler sahen das ähnlich, nur etwas wortkarger. Rafael Esteve murmelte: "Beim nächsten Mal schießen wir einfach öfter."

In den Katakomben feierten die Tirat-Carmel-Spieler ausgelassen. Clausen, Sleeper und Catalano posierten für Selfies, während Oliveira scherzte: "Wenn Robert noch ein Tor schießt, will ich seine Position." Trainerin Klemm blieb cool: "Nein, nein, der bleibt schön hinten. Irgendwer muss ja auch verteidigen."

Und so endete ein lauer Aprilabend mit einem deutlichen 4:1, das in seiner Mischung aus Effizienz, Einsatz und Humor sinnbildlich für diesen Verein steht. Tirat Carmel FC klettert mit dem Sieg weiter nach oben, Kiryat Shmona hingegen dürfte den Rückweg in die Kabine als längsten Spaziergang des Abends empfunden haben.

Ein Fan brachte es beim Verlassen des Stadions auf den Punkt: "Wenn selbst der Innenverteidiger trifft, läuft’s halt einfach." Und ja - an diesem Abend lief’s wirklich.

26.04.643997 01:17
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Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen.
Rainer Calmund
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