Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Tirat Carmel FC überrollt Petah Reds - frühe Führung, eiserne Kontrolle

Ein Flutlichtabend in Tirat Carmel, 44.990 Zuschauer, die Luft voller Erwartung - und ehe man sich versah, hatte der Ball schon gezappelt. Keine 60 Sekunden waren gespielt, als Claude Gaudin, der bullige Mittelstürmer des Tirat Carmel FC, den ersten Angriff eiskalt verwertete. "Ich dachte, ich träume", grinste Trainerin Babsi Klemm später. "Ich wollte gerade noch meinem Co-Trainer erklären, dass wir ruhig anfangen sollen - da jubelt schon die ganze Bank."

Das 1:0 war ein Start nach Maß, der die Petah Reds sichtlich überrumpelte. Deren Coach - der nach dem Spiel nur knapp kommentierte: "So wollten wir eigentlich nicht beginnen" - sah sein Team früh ins Wanken geraten. Tirat Carmel spielte offensiv, aggressiv, fast übermütig. Die Zuschauer spürten, dass hier etwas in Bewegung war.

Im Mittelfeld zog Ethan Marley die Fäden, flankiert von den lauffreudigen Sleeper und Jovanovic. Immer wieder rollten die Angriffe, 24 Torschüsse sollten es am Ende werden. "Wir wollten zeigen, dass wir zu Hause niemanden zum Atmen kommen lassen", erklärte Innenverteidiger Robert Catalano, der in der 39. Minute selbst zum Helden wurde. Nach einer Ecke von Jovanovic stieg der Italiener am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum 2:0 ins Netz.

Kurios: Nur drei Minuten später sah derselbe Catalano Gelb, nachdem er beim nächsten Eckball etwas zu leidenschaftlich in seinen Gegenspieler rauschte. "Ich war noch in Torlaune", lachte er später - ein Satz, der in der Kabine wohl noch länger zitiert wird.

Die Petah Reds, leicht größerer Ballbesitzanteil (51,7 Prozent), hatten im Grunde mehr vom Spiel, aber weniger davon. Ihre Konter verpufften, weil Max Cochran, der Routinier im Zentrum, meist allein gelassen wurde. Sein Distanzschuss in der 5. Minute war einer von nur fünf Torschüssen der Gäste. "Wir haben den Ball gehalten, aber niemand wusste so recht, warum", seufzte Cochran, der in der 46. Minute noch Gelb sah, nachdem er Ethan Marley an der Mittellinie umpflügte.

Die zweite Halbzeit war dann mehr Schaulaufen als Showdown. Tirat Carmel kontrollierte, wechselte zur Pause offensiv durch - Dahl und Erkin kamen für die beiden Flügelstürmer Carlsen und Cantwell. Viel änderte sich nicht: Das Heimteam blieb druckvoll, die Gäste blieben harmlos. "Wenn du 2:0 hinten liegst und der Gegner immer weiter anläuft, verlierst du irgendwann die Lust auf Fußball", merkte Petahs junger Flügelmann Salvador Suarez an - und kassierte prompt in der 65. Minute Gelb, nachdem er Gaudin an der Außenlinie festhielt.

Die Tribünen feierten jeden gewonnenen Zweikampf, als ginge es um die Meisterschaft. Trainerin Babsi Klemm stand an der Seitenlinie, den Schal halb um die Faust gewickelt, und dirigierte ihre Spieler mit einer Mischung aus Charme und Schärfe. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon 2:0 führt, dann spielt wenigstens schön dabei", erzählte sie später schmunzelnd.

In der 75. Minute kam Espen Brinkerhoff für Bram Sleeper - ein Wechsel, der weniger taktische Gründe hatte als den Applaus für den lauffreudigen Sleeper. Brinkerhoff sorgte gleich für Wirbel, indem er nach einem energischen Sprint über die linke Seite fast das 3:0 vorbereitete. Aber der Abschluss von Gaudin landete im Fangnetz - der 24. und letzte Torschuss der Gastgeber.

Gegen Ende wurde es hitziger: Rahim Erkin sah in der 76. Minute Gelb, nachdem er bei einem Pressschlag ein wenig zu viel "Einsatz" zeigte. Torhüter Georg Danielsen musste noch einmal bei einem späten Versuch von Bogdan Niculae (88.) eingreifen - sein einziger echter Arbeitsnachweis des Abends.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte Klemm, als hätte ihr Team soeben einen Titel gewonnen. "Zwei frühe Treffer, ein kontrolliertes Spiel, kein Gegentor - das ist das, was man als Trainerin gerne ankreuzt", sagte sie mit einem breiten Grinsen.

Die Statistik spricht ohnehin eine klare Sprache: 24:5 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das bei leicht geringerem Ballbesitz. Das nennt man Effizienz - oder, wie es Robert Catalano formulierte: "Wir haben vielleicht weniger den Ball, aber dafür mehr Spaß damit."

Am Ende ging die Sonne über Tirat Carmel unter, die Fans sangen, die Reds schlichen vom Platz, und Claude Gaudin winkte in die Kurve, als wüsste er: Solche Abende schreibt man sich in die Biografie.

Ein kleiner Kommentar zum Schluss: Wenn Tirat Carmel so weiter spielt, sollten sie vielleicht die Stadionuhr künftig schon bei Minute null starten - man weiß ja nie, wann Gaudin wieder zuschlägt.

07.08.643990 10:12
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Bei manchen Spielern fehlt etwas, deshalb spielen sie auch bei mir und nicht in Barcelona.
Aleksandar Ristic
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager