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Premier League | 31. Spieltag | 05.08.26 | Tirat Carmel FC - Hapoel Ramat PKI 2:2 Dabei begann die Partie am Mittwochabend um 20.30 Uhr mit dem Selbstbewusstsein zweier Mannschaften, die beschlossen hatten, Angriff sei die beste Form der Unterhaltung. Tirat Carmel trat offensiv auf, suchte aber zunächst mit kontrolliertem Passspiel nach Lücken. Hapoel Ramat PKI hielt dagegen, etwas aggressiver, ohne allerdings in den Modus "alle Mann zum Ball" zu verfallen. Das Ergebnis: ein munterer Schlagabtausch und bereits in den ersten Minuten Schüsse von Einar Berthelsen, Isidoro Oliveira und Amir Ben-Shushan. In der 16. Minute schlug Hapoel erstmals zu. Yaniv Vilner verwertete die Vorarbeit von Ben-Shushan und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Tirat Carmels Abwehr dürfte in diesem Moment kurz überlegt haben, ob das Spiel tatsächlich nach Plan lief. Falls ja, war der Plan offenbar nicht informiert worden. Die Antwort der Gastgeber folgte noch vor der Pause - und sie fiel doppelt aus. In der 40. Minute traf Mittelstürmer Isidoro Oliveira nach Beteiligung von Ansgar Henriksson zum Ausgleich. Nur eine Minute später drehte Rahim Erkin die Partie. Wieder war Henriksson beteiligt, und plötzlich führte Tirat Carmel 2:1. Auf der Tribüne soll ein Fan seinem Nebenmann zugerufen haben: "Jetzt bitte nicht wieder kompliziert machen!" Ein frommer Wunsch, der im Fußball ungefähr die Haltbarkeit eines frisch geöffneten Joghurts besitzt. Tirat Carmel hatte bis dahin immer wieder den Abschluss gesucht, besonders Oliveira und Erkin beschäftigten die Gästeabwehr. Hapoel blieb jedoch gefährlich und kam insgesamt auf 15 Torschüsse, zwei mehr als die Hausherren. Der Ballbesitz war praktisch vollkommen ausgeglichen: 49,97 Prozent für Tirat Carmel, 50,03 Prozent für Hapoel. Selbst der Ball schien sich nicht entscheiden zu können, wem er heute eigentlich gehören wollte. Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. Tirat Carmel hielt an seiner offensiven Ausrichtung fest, Hapoel drängte mit kräftigerer Zweikampfführung und hoher Bereitschaft auf den Ausgleich. In der 60. Minute reagierte Trainer Marco Maciadi und brachte Meir Zorea für Mordechai Ramon. Die Gäste erhöhten den Druck, während Tirat Carmel zunehmend versuchte, die Führung über die Zeit zu bringen. Das gelang ungefähr so überzeugend wie einem Raucher, der "nur noch eine" Zigarette ankündigt. In der 72. Minute sah Hjalmar Dalgaard die Gelbe Karte. Kurz darauf prüfte Hapoel weiter die Nerven der Gastgeber, und in der 80. Minute war es so weit: Ghalib Vilner erzielte nach Zuspiel von Ben-Shushan das 2:2. Tirat Carmel hatte noch Chancen, unter anderem durch Sigurd Carlsen und Ansgar Henriksson, doch der entscheidende dritte Treffer blieb aus. "Wir hatten den Sieg in der Hand", hätte Tirat-Carmel-Trainer Babsi Klemm nach Abpfiff sagen können - und genau so dürfte es sich angefühlt haben. Maciadi wiederum durfte zufrieden feststellen: "Wir haben nie aufgehört, an unsere Chance zu glauben." Das 2:2 war am Ende gerecht, auch wenn Gerechtigkeit im Fußball selten mit der Gefühlslage der Beteiligten übereinstimmt. So blieb ein Abend voller Tempo, 28 Torschüsse und vier Tore. Tirat Carmel führte zur Pause 2:1, Hapoel Ramat PKI nahm dennoch einen Punkt mit. Der Ballbesitz war ausgeglichen, die Spannung nicht: Die lag bis zur letzten Minute eindeutig über dem Ligadurchschnitt. 05.08.2026 21:59 |
Sprücheklopfer
Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
Günter Netzer