// Startseite
| Haaretz Sports |
| +++ Sportzeitung für Israel +++ |
|
|
|
Premier League | 23. Spieltag | 03.09.26 | Tirat Carmel FC - Petah Reds 6:1 Schon um 20.30 Uhr war zu erkennen, wohin die Reise gehen sollte. Tirat Carmel trat offensiv auf, ging robust in die Zweikämpfe und suchte konsequent den Abschluss. Die Gäste aus Petah blieben dagegen ihrer ausgewogenen Linie treu. So ausgewogen, dass sie im ersten Durchgang gelegentlich beinahe unsichtbar wirkten. Die Hausherren hatten von Beginn an deutlich mehr Zug zum Tor. Isidoro Oliveira prüfte Petahs Torhüter bereits in der siebten Minute, Einar Berthelsen legte vier Minuten später nach. Auch Außenverteidiger Hjalmar Dalgaard wollte offenbar beweisen, dass ein rechter Verteidiger nicht zwingend bis zur Grundlinie warten muss, ehe er gefährlich wird. Sein Vorstoß in der 17. Minute blieb jedoch ebenso erfolglos wie die weiteren Versuche von Avraham Goldmann und Sigurd Carlsen. In der 21. Minute sah Dalgaard die Gelbe Karte - ein kleiner Schönheitsfehler in einem ansonsten glänzenden Auftritt der Gastgeber. "Ich wollte früh ein Zeichen setzen", soll Dalgaard später mit ernster Miene gesagt haben. "Dass der Schiedsrichter es tatsächlich gelesen hat, war dann etwas unangenehm." Petah Reds meldete sich in der 29. Minute erstmals nennenswert zu Wort. Israel Begin kam zum Abschluss, doch Tirat Carmel blieb Herr der Lage. Kurz vor der Pause schlug dann Jaime Sancho zu: In der 38. Minute traf der Linksaußen nach Vorarbeit von Nelson Coluna zum 1:0. Ein Tor, das sich angekündigt hatte wie ein Gewitter - nur mit deutlich besserer Chancenverwertung. Trainerin Babsi Klemm hatte ihre Mannschaft offensiv eingestellt, ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. "Wir wollten nicht einfach nur nach vorne rennen", erklärte Klemm angeblich nach dem Spiel. "Wir wollten nach vorne rennen, aber mit Plan." Der Plan funktionierte. Petah kam nach dem Seitenwechsel zunächst zurück. Jossi Galili, gerade einmal 19 Jahre alt, erzielte in der 60. Minute den Ausgleich zum 1:1. Für einen kurzen Moment keimte bei den Gästen Hoffnung auf. Manch ein Petah-Anhänger dürfte bereits über eine spektakuläre Wende nachgedacht haben. Es blieb beim Gedanken. Denn Tirat Carmel antwortete mit einer Torserie, die selbst für den elektronischen Spielbericht eine sportliche Herausforderung gewesen sein muss. In der 67. Minute brachte Sigurd Carlsen die Gastgeber wieder in Führung. Nur eine Minute später erhöhte Oliveira auf 3:1. In der 69. Minute war erneut Sancho zur Stelle - 4:1, sein zweiter Treffer des Abends. "Nach dem 1:1 haben wir uns kurz gefragt, ob wir das Spiel spannend machen müssen", wurde Carlsen später zitiert. "Dann haben wir beschlossen, den Zuschauern diese Arbeit abzunehmen." Eine Entscheidung von bemerkenswerter Konsequenz. In der 79. Minute traf Ivar Munk zum 5:1, nachdem Rafael Gelmirez vorbereitet hatte. Vier Minuten später schnürte Carlsen seinen Doppelpack und setzte mit dem 6:1 den Schlusspunkt. Tirat Carmel hatte insgesamt 22 Abschlüsse zu verzeichnen, Petah lediglich drei. Beim Ballbesitz lagen die Teams mit 50,55 zu 49,45 Prozent nahezu gleichauf - ein statistischer Hinweis darauf, dass Fußball gelegentlich lieber auf die Tore als auf die Besitzverhältnisse schaut. Petah Reds blieb taktisch bis zum Ende ausgewogen und verzichtete auf aktives Pressing. Tirat Carmel dagegen hielt an seiner offensiven, körperbetonten Ausrichtung fest. Klemm dürfte das gefallen haben. "Wir waren heute nicht perfekt", sagte sie angeblich. "Aber sechs Tore sind eine ziemlich überzeugende Art, darüber hinwegzusehen." Am Ende blieb den Gästen nur Galilis Ehrentreffer. Tirat Carmel hingegen durfte feiern: sechs Tore, zwei von Sancho, zwei von Carlsen und ein Abend, an dem der Torjubel fast mehr Kondition verlangte als das Spiel selbst. 03.09.2026 21:40 |
Sprücheklopfer
Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.
Mario Basler nach einer Niederlagenserie