Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Tor-Festival an der Anfield Road: Liverpool und Margate trennen sich 3:3

Wer am Dienstagabend pünktlich um 20:30 Uhr in Liverpool Platz nahm - und das taten immerhin 46.499 Fans - bekam für sein Eintrittsgeld ein volles Paket: sechs Tore, eine Rote Karte, eine Verletzung, eine Gelbe Karte und jede Menge Drama. Der 6. Spieltag der 1. Liga England brachte ein 3:3 zwischen den Liverpool Reds und den Margate Reds hervor, das in Sachen Unterhaltung kaum Wünsche offenließ - es sei denn, man stand auf geordnete Defensivarbeit.

Schon die ersten Minuten waren ein Versprechen: Margate begann mit offenem Visier, zwei schnelle Abschlüsse in den ersten drei Minuten - Harrison McGeady prüfte Torwart Leachman früh, Filipe Dominguez drosch kurz darauf den Ball nur knapp übers Gehäuse. "Da dachte ich, heute knallt’s richtig", grinste Liverpool-Coach Kurt Kaiser später. Und er sollte recht behalten.

In der 18. Minute war es der junge Lucas Ward, gerade mal 21, der nach feinem Zuspiel von Alessandro Marcedusa die Nerven behielt und das 1:0 markierte. Nur vier Minuten später antwortete Margate mit südlicher Eleganz: Filipe Dominguez verwandelte nach Pass von Spielmacher Noah Eliot zum 1:1. Es war der Auftakt zu einem Schlagabtausch, der kaum Zeit zum Durchatmen ließ.

Liverpool spielte mit 54 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen etwas dominanter, aber Margate war gnadenlos effizient. In der 41. Minute legte Ward erneut nach - diesmal servierte Filipe Arias von links butterweich in den Strafraum, Ward köpfte ein. Anfield jubelte, als wären die Reds schon Meister.

Doch kaum war der Pausentee halb getrunken, stand es wieder pari. Direkt nach Wiederanpfiff (46.) traf McGeady nach Pass von Eliot zum 2:2. Die Gäste aus Margate, taktisch vom stets leidenschaftlichen Ata Lameck auf "offensiv über die Flügel" eingestellt, spielten weiter mutig. Und tatsächlich: In der 54. Minute drehte Armandos Ardizoglou - nach Flanke von Robert Amyot - das Spiel zum 2:3.

"Wir haben uns kurz gefragt, ob wir noch in Liverpool oder schon auf einem Jahrmarkt sind", witzelte ein Fan auf der Tribüne. Denn was folgte, war Slapstick und Leidenschaft in Reinform. Margates Torschütze McGeady musste in der 60. Minute verletzt raus, Kai Marley kam für ihn. Der neue Mann wirbelte zwar, aber Liverpool drückte nun mit allem, was das Pressing-Repertoire hergab.

In der 67. Minute fiel der Ausgleich: Alessandro Marcedusa, bislang als Vorbereiter glänzend, schob nach Zuspiel von Thomas Lester zum 3:3 ein. Ein Treffer, so elegant wie nötig und so wütend wie die Fans ihn forderten. "Ich hab einfach gespürt, dass der Ball zu mir will", erklärte Marcedusa später mit einem Grinsen, das auch den Schiedsrichter hätte erweichen können.

Danach wurde es ruppiger. Janos Zele sah in der 68. Minute für ein taktisches Foul Gelb - "Er hat wohl vergessen, dass Umklammern kein Tanzmove ist", kommentierte ein Radioreporter trocken. Und als Margates Mittelfeldmotor Noah Eliot in der 87. Minute mit Rot vom Platz flog, war endgültig Feuer drin. Trainer Lameck stapfte wutentbrannt an die Seitenlinie: "Das war kein Foul, das war Physik!" sagte er hinterher - eine interessante Interpretation.

Trotz Unterzahl blieb Margate gefährlich. Connor Gayheart prüfte in der Nachspielzeit noch einmal Keeper Leachman (90.), doch der hielt die Punkteteilung fest.

Statistisch ging das Remis in Ordnung: Liverpool mit leichtem Übergewicht bei Ballbesitz (54 zu 46 Prozent) und Torschüssen (16 zu 14), Margate mit mehr Biss und Konterlust. Beide Teams zeigten, dass "defensiv" offenbar ein Fremdwort im englischen Fußball bleibt.

Kurt Kaiser fasste es treffend zusammen: "Wenn du dreimal führst und trotzdem nicht gewinnst, dann war’s wenigstens unterhaltsam." Und Ata Lameck nickte müde: "Für die Fans ja. Für meine Nerven nein."

Am Ende verließen beide Mannschaften den Platz, als hätten sie gerade ein Pokalfinale gespielt. Die Fans klatschten, die Spieler taumelten, der Rasen dampfte. Und irgendwo in der Kabine summte jemand - vielleicht Ward, vielleicht McGeady - eine Melodie, die nach Chaos schmeckte.

Ein 3:3, das man so schnell nicht vergisst. Und das perfekte Sinnbild für diesen verrückten Fußballabend: keiner gewinnt, alle jubeln.

17.03.643987 22:57
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Kameradschaft ist, wenn der Kamerad schafft.
Mehmet Scholl
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager