El Diario
+++ Sportzeitung für Bolivien +++

Torno FC rettet spät ein 1:1 gegen hartes Deportivo Bolivar

Es war ein Abend, an dem 26.197 Zuschauer im Torno-Stadion alles bekamen, was sie an einem lauen Januarabend in Bolivien erwarten konnten: Emotionen, Gelbe Karten, rote Gesichter - und immerhin zwei Tore. Am Ende stand ein 1:1, das keiner so richtig wollte, aber wohl jeder verdiente.

Deportivo Bolivar begann, als hätten sie Koffein intravenös bekommen. Bereits in der 3. Minute sah Mittelstürmer José Ronaldo Gelb - eine frühe Ansage, wie das Spiel laufen sollte. Und tatsächlich: In der 8. Minute sorgte der junge Linksverteidiger Ezequiel Gontan für die kalte Dusche der Gastgeber. Ein satter Schuss nach Vorlage von Nuno Brito landete unhaltbar im Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Gontan später, "aber der Ball hat einfach beschlossen, selbst Geschichte zu schreiben."

Torno FC wirkte überrascht, fast beleidigt, dass Bolivar nicht an den Plan hielt, sich hinten einzugraben. Trainerin Laura Laura gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "Ruhig bleiben!", während ihre Spieler offenbar beschlossen, das wörtlich zu nehmen - und erstmal ruhig blieben.

Doch mit zunehmender Spieldauer fand Torno ins Spiel. Andreadis prüfte den Gästetorhüter Ulrich bereits in der 7. Minute, Declark und Vega folgten mit gefährlichen Schüssen. Der Ballbesitz sprach Bände: Fast 61 Prozent für Torno, das sich um Spielkontrolle bemühte, während Bolivar auf Konter lauerte - ganz nach der Devise von Coach Simon Bolivar: "Wir greifen an, wenn die anderen gerade nachdenken."

Die Partie nahm dann jene Wendung, die in jeder Kabine Albträume auslöst: Doppelte Gelbe Karte. In der 27. Minute sah Innenverteidiger Marios Ioannou Gelb, in der 50. musste er nach einem taktischen Foul an Andreadis mit Gelb-Rot runter. "Ich schwöre, ich habe nur den Ball gesehen", beteuerte Ioannou in der Mixed Zone - möglicherweise den Ball von gestern.

Mit einem Mann mehr wachte Torno FC endgültig auf. Die Zuschauer, die bisher mehr Bier als Chancen gezählt hatten, rochen den Ausgleich. Laura Laura brachte frische Ideen und ließ von "ausgewogen" auf "entschlossen" umschalten - zumindest klang es so, als sie lautstark die Ersatzbank zusammenstauchte.

In der 70. Minute dann der ersehnte Treffer: Hugo Declark flankte präzise von links, Vrasidas Andreadis lauerte im Strafraum und drosch den Ball zum 1:1 ins Netz. Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich hatte das Gefühl, das Stadion schiebt den Ball mit rein", sagte Andreadis später. "Oder vielleicht war’s nur der Wind von den Pfiffen vorher."

Danach roch alles nach Sieg für Torno. Sie feuerten aus allen Lagen - 13 Torschüsse insgesamt, während Bolivar trotz Unterzahl noch gefährlich konterte. Besonders Raul Bernal (72.) und Adriano Enrico (77.) sorgten für kollektives Herzklopfen auf den Tribünen. Torhüter Karsten Krieger musste sich mehrmals lang machen und rettete mit Katzenreflexen. "Ich hab einfach versucht, nicht wie ein Torwart aus der Sonntagliga auszusehen", sagte er lachend.

Die Schlussphase war ein Nervenspiel: Gelbe Karte für Bolivars Rechtsverteidiger Daniel Ramiro in der 88. Minute, ein wilder Freistoß von Declark in der Nachspielzeit - und dann der Schlusspfiff. 1:1.

Statistisch betrachtet war Torno das aktivere Team: Mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Kontrolle. Aber Bolivar hatte das, was man in den Lehrbüchern unter "defensiver Pragmatismus" findet - und in der Realität oft unter "Glück".

Trainerin Laura Laura war nach dem Spiel hin- und hergerissen: "Wir haben alles gegeben, aber gegen zehn Mann muss man das zweite Tor machen. Vielleicht müssen wir das Training für Zielwasser verlängern." Ihr Gegenüber Simon Bolivar sah das naturgemäß anders: "Ein Punkt auswärts ist ein Sieg. Außerdem haben wir, so glaube ich, die meisten Karten gewonnen."

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - teils höflich, teils erleichtert. Und während die Flutlichter langsam erloschen, konnte man Andreadis auf dem Rasen stehen sehen, Hände in die Hüften gestemmt, mit einem zufriedenen Grinsen. Vielleicht, weil er wusste: An diesem Abend war er der Mann, der Torno FC wenigstens vor der Heimschmach bewahrte.

Ein 1:1 also, das sich anfühlt wie eine vertane Chance - aber immerhin eine gerechte. Und wenn die Fans ehrlich sind, hatten sie alles, was sie lieben: Tore, Karten, Drama und den leisen Trost, dass Fußball eben manchmal einfach unberechenbar bleibt.

22.02.643987 19:29
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