De Standaard
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Tournai Royals tanzen Antwerpen aus - 4:2-Heimsieg mit Stil und Trotz

Ein Mittwochabend in Tournai, Flutlicht über 27.000 euphorisierten Zuschauern, und auf dem grünen Rasen entwickelte sich ein Spiel, das selbst die hartgesottenen Fans der belgischen 1. Liga schmunzeln ließ. Die Tournai Royals besiegten den FC Antwerpen mit 4:2 - und das mit einer Mischung aus Leidenschaft, Spielfreude und leichtem Chaos, wie es nur ein echtes Fußballspiel liefern kann.

Dabei begann alles, wie es sich für ein Drama gehört, mit einem Schockmoment. In der 3. Minute zappelte der Ball schon im Netz der Royals. Sergio Bosingwa, Antwerps erfahrener Flügelflitzer, nahm den Ball von Youngster Maarten Van Remoortere auf und verwandelte eiskalt. "Ich dachte, wir hätten noch gar nicht angefangen", grinste später Tournai-Coach Jean-Luc De Meyer (man sah ihm an, dass er es nur halb scherzhaft meinte).

Doch die Antwort kam prompt. Keine zwei Minuten später glich David Van Carpels aus - ein wuchtiger Schuss aus zentraler Position, assistiert von Thibaut Van Garsse, der an diesem Abend noch öfter seinen Namen auf die Anzeigetafel bringen sollte. "Ich hab einfach draufgehalten", erklärte Van Carpels mit einem Grinsen, "der Ball wollte wohl rein - und ich wollte früh unter die Dusche."

Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Antwerpen hatte mit 51,8 Prozent zwar leicht mehr Ballbesitz, die Royals aber das, was man landläufig als "mehr Lust auf Tore" bezeichnet. Zehn Torschüsse auf beiden Seiten, aber Tournai mit der besseren Quote - vier Treffer, die allesamt aus sauber herausgespielten Aktionen entstanden.

In der 38. Minute drehte Van Garsse das Spiel komplett. Nach einem schönen Doppelpass mit eben jenem Van Carpels schob der Linksaußen überlegt ein. "Ich hab kurz überlegt, ob ich flanken soll, aber dann war der Ball schon im Tor", lachte Van Garsse später in der Mixed Zone, während er sich von Fans feiern ließ.

Mit 2:1 ging es in die Pause - wohlverdient, wenn auch mit reichlich Gesprächsstoff. Simon Albers hatte schon früh Gelb gesehen (4.), und Elias Van Butsel folgte ihm in der 61. Minute auf die Karte - beides eher rustikale Erinnerungen daran, dass Fußball auch ein Kontaktsport ist.

Gleich nach Wiederanpfiff machte Inigo Hernandez das, was ein Mittelstürmer tun muss: Er lauerte. In der 46. Minute nutzte er eine Vorlage von Nicolae Filipescu, um den Ball aus kurzer Distanz einzuschieben. 3:1 - das Stadion bebte. "Ich hatte das Gefühl, das Netz hat gewackelt, bevor ich geschossen hab", sagte Hernandez und zwinkerte.

Antwerpen gab sich nicht geschlagen. Der junge Maarten Van Remoortere, gerade 18 Jahre alt, erzielte in der 66. Minute sein erstes Profitor - ein schöner Moment, vorbereitet von Routinier Theagenis Kyrgiakos. Der Anschluss belebte das Spiel, doch die Royals blieben gefährlich.

Kurzzeitig wurde es turbulent: In der 54. Minute musste Natan Solodkin nach seiner Einwechslung verletzt wieder runter - kaum eine Viertelstunde auf dem Platz, dann das bittere Ende. Trainer De Meyer klatschte ihn aufmunternd ab: "So ist Fußball - manchmal mehr Krankenhaus als Kunst."

Den Schlusspunkt setzte schließlich Bradley Hunt in der 88. Minute. Nach einem feinen Zuspiel von Van Garsse (ja, wieder er) zog der rechte Mittelfeldspieler trocken ab - 4:2, Deckel drauf, Feierabend. Hunt rannte jubelnd zur Eckfahne, wo ihn Fans mit selbstgemalten Bannern empfingen. "Ich hab sie gar nicht lesen können, aber sie sahen freundlich aus", scherzte er später.

Antwerpen, immerhin mit derselben Anzahl an Torschüssen wie die Royals, wirkte phasenweise fahrig. Coach Fabrillio Fabio rang nach dem Spiel nach Worten. "Wir hatten Plan A, B und C - und haben alle gleichzeitig gespielt. Das war vielleicht zu viel des Guten."

Zum Schluss gab’s noch etwas Farbe: Maarten Van Remoortere holte sich in Minute 89 Gelb ab - wohl aus jugendlichem Übereifer. Und Alain Baskin von Tournai setzte in der Nachspielzeit mit einer späten Verwarnung noch einen gelben Schlusspunkt.

Statistisch war’s ein ausgeglichenes Duell, aber die Royals nutzten ihre Chancen einfach besser. Ihre offensive Ausrichtung trug Früchte - und das Publikum dankte es mit stehenden Ovationen.

"Wir wollen die Liga nicht nur halten, wir wollen sie aufmischen", rief Van Carpels in Richtung der Fans. Und man glaubte ihm.

Ein augenzwinkerndes Fazit: Antwerpen hatte vielleicht den schöneren Ballbesitz, aber Tournai hatte das schönere Lächeln dabei. Und wer vier Tore schießt, darf auch ein bisschen überheblich lächeln.

11.06.643997 10:10
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