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Es war ein lauer Abend im Estadio Cuauhtémoc, 34.707 Zuschauer hatten sich eingefunden, um Atletico Puebla gegen Trinca Irapuato zu sehen. Die meisten gingen später mit dem Gefühl nach Hause, dass sie den besseren Fußball vom Gast gesehen hatten - und das, obwohl Puebla gar nicht so schlecht anfing. Doch am Ende leuchtete ein nüchternes 0:2 (0:1) von der Anzeigetafel, das die Geschichte eines Spiels erzählte, in dem die Hausherren zwar mitspielten, aber nie wirklich gefährlich wurden. Der Beginn war verheißungsvoll: Bereits in der zehnten Minute prüfte Jorge Gonzalez den Irapuato-Keeper Xavi Ruy mit einem satten Schuss aus 20 Metern. "Da dachte ich, das wird heute unser Abend", gestand Gonzalez nach dem Spiel mit einem schiefen Lächeln. Es wurde nicht sein Abend. Denn während Puebla den Ball gefällig laufen ließ (48,8 % Ballbesitz - also fast gleichwertig), war Irapuato im entscheidenden Moment schlicht effizienter. In der 31. Minute schlug es erstmals ein: Mario Vazques, der quirlige Mittelfeldmotor der Gäste, zog nach Vorarbeit von Nevio Meireles aus zentraler Position ab - flach, präzise, unhaltbar. 0:1. Der Jubel im Gästeblock war ohrenbetäubend, während Puebla-Trainer, dessen Name der Redaktion vorliegt, stoisch an der Seitenlinie kaute, vermutlich auf einem imaginären Plan B. "Wir wollten ruhig bleiben, das Spiel kontrollieren", erklärte Irapuato-Coach Janos Ginsten später. "Die Jungs haben das fast schon zu brav umgesetzt." Ein kleiner Seitenhieb auf seine eigene Mannschaft, die trotz leichter Überlegenheit (acht Torschüsse gegenüber sechs) nie in Gefahr geriet, aber auch kaum Spektakel bot. Man könnte sagen: effiziente Langeweile mit zwei Ausrufezeichen. Das zweite dieser Ausrufezeichen setzte Miguel Rincon in der 68. Minute. Nach feiner Vorarbeit des wuseligen Joel Kilbane tauchte Rincon halbrechts im Strafraum auf, schlenzte den Ball ins lange Eck - und das Spiel war entschieden. Atletico Puebla wirkte danach wie ein Boxer, der weiß, dass er nach Punkten hinten liegt, aber keine Kraft mehr für die entscheidende Kombination hat. Ein letztes Aufbäumen kam in der 89. Minute, als Carlos de Gogorza mit einem sehenswerten Versuch scheiterte. Xavi Ruy parierte spektakulär, und irgendwo im Publikum rief jemand: "Lasst’s gut sein, Jungs!" - was die Stimmung ziemlich treffend zusammenfasste. In den Schlussminuten wurde es noch kurz hitzig: Sergio Vico, der linke Verteidiger der Gäste, sah in der Nachspielzeit Gelb, nachdem er den Ball etwas zu leidenschaftlich wegschlug. "Ich wollte nur Zeit schinden", grinste er nach dem Spiel und bekam von Trainer Ginsten dafür ein anerkennendes Schulterklopfen. Taktisch blieb das Spiel erstaunlich konservativ. Beide Teams agierten über weite Strecken ausgewogen, kein wildes Pressing, kein Hochgeschwindigkeitsfußball - eher ein Schachspiel mit Grasflecken. Die Statistik bestätigt das: 51 % Ballbesitz für Trinca, 49 % für Puebla, also fast Gleichstand. Doch während Puebla’s Pässe selten die gefährlichen Räume fanden, nutzten die Gäste ihre Chancen mit chirurgischer Präzision. "Wir spielen gefällig bis zum Sechzehner, aber dann fällt uns nichts mehr ein", analysierte Pueblas Mittelfeldmann Ricardo Godino selbstkritisch. Trainer Ginsten hatte da schon die Pressekonferenz verlassen, vermutlich, um seinem Team ein frühes Abendessen zu spendieren. Es war kein Abend für die Geschichtsbücher, aber einer, der Irapuato drei Punkte und Selbstvertrauen schenkte. Bei Puebla hingegen wird man sich fragen, wie man aus so viel Ballzirkulation so wenig Torgefahr erzeugen kann. Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Die spielen, als wollten sie den Ball heiraten - aber nie aufs Tor schießen." Ein Schuss Ironie am Ende: In einer Liga, in der Einsatz oft mehr zählt als Eleganz, war Trinca Irapuato einfach das Team mit dem klareren Plan. Atletico Puebla dagegen bleibt auf der Suche nach einem, und vielleicht auch nach einem Tor. Und so verabschiedeten sich die Fans in die kühle Nacht von Puebla - mit dem Gefühl, dass man auch mit fast 49 % Ballbesitz ziemlich leer ausgehen kann. 06.03.643987 09:26 |
Sprücheklopfer
Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme