Dagbladet
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Trondheim BK lässt Stromsgodset im eigenen Stadion alt aussehen

Eliteserien | 14. Spieltag | 18.07.26 | Stromsgodset FF - Trondheim BK 0:3

Ein lauer Sommerabend in Drammen, 20:30 Uhr, 12.500 Zuschauer im Marienlyst Stadion: Die Sonne war gerade so freundlich, sich hinter ein paar Wolken zu verstecken, als Stromsgodset FF und Trondheim BK zum 14. Spieltag der Eliteserien aufliefen. Was danach folgte, war weniger ein Fußballspiel als eine Demonstration. Trondheim gewann mit 3:0 - und das war noch schmeichelhaft für die Gastgeber.

Die erste Halbzeit? Nennen wir sie "freundliches Abtasten". Stromsgodset begann engagiert - Amaury Ze Castro prüfte in der 4. Minute Trondheims Keeper Jacob Haas, und auch Daniel Mykland durfte mal aus der Distanz draufhalten. Doch schon bald kippte das Geschehen. Taylor Hunt, Trondheims quirliger Linksaußen, machte, was er offenbar am liebsten tut: rennen, dribbeln, abschließen. In der 10., 21. und 33. Minute zwang er den Stromsgodset-Torwart Giulio Brambilla zu Glanzparaden. "Ich dachte, wenn ich oft genug schieße, geht irgendwann einer rein", grinste Hunt später - und bewies, dass er die Geduld des Heiligen Taylor besitzt.

Nach 27 Minuten musste Stromsgodset schon den ersten Dämpfer hinnehmen: Innenverteidiger Brede Bjornebye blieb nach einem Zweikampf liegen und konnte nicht weitermachen. "Er meinte, es hätte geknackt, aber das war nur der Rasen", versuchte Trainer (dessen Name der Verband uns wieder einmal nicht verraten wollte) später zu scherzen. Ersatzmann Orkut Tandogan kam - und hatte gleich alle Hände voll zu tun.

Trondheim spielte, als hätten sie Ballbesitz gebucht: 57 Prozent Kontrolle, 21 Torschüsse, und das, ohne je hektisch zu wirken. Stromsgodset dagegen hatte zwar 43 Prozent Ballbesitz, aber das war in etwa so effektiv wie eine Einkaufsliste ohne Geldbeutel.

Kurz nach Wiederanpfiff fiel dann, was längst in der Luft lag. In der 47. Minute bediente Ewan Rose den startenden Taylor Hunt, der Brambilla mit einem trockenen Schuss ins linke Eck überwand - 0:1. Die 200 mitgereisten Trondheim-Fans jubelten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen, und Hunt rannte Richtung Eckfahne, grinste, als habe er sie selbst gebaut.

Stromsgodset versuchte zu reagieren, brachte Tempo über die Flügel, doch die Pässe fanden eher die Umrisse von Gegenspielern als Mitspieler. Jorgen Nilsen setzte in der 54. Minute noch ein Zeichen, ein strammer Versuch, den Haas gerade so zur Seite lenkte. Danach war Trondheim wieder am Drücker.

In der 70. Minute war es der junge Brede Grindheim, der sich selbst ein Denkmal setzte. Nach feinem Zuspiel von Einar Carew zog er aus 20 Metern ab - trocken, präzise, unhaltbar. 0:2. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Grindheim nach dem Spiel mit einem Zwinkern zu, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Ab da war die Messe gelesen, auch wenn Stromsgodset noch tapfer kämpfte. Doch Trondheim spielte clever, ließ Ball und Gegner laufen und hatte sichtlich Spaß an diesem Abend. Als Taylor Hunt in der 89. Minute nach einem Konter seinen zweiten Treffer erzielte, war das nur noch die Krönung. "Wenn wir so weitermachen, können wir den Bus schon für Europa buchen", witzelte Trainer Uwe Kämmerer - und keiner widersprach.

Die Zahlen sprachen ohnehin eine klare Sprache: 21 zu 4 Torschüsse, 57 zu 43 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Stromsgodset wirkte phasenweise wie ein Team, das noch auf das WLAN-Signal des eigenen Spiels wartet.

Nach dem Abpfiff applaudierten die Heimfans trotzdem - aus Mitleid oder Anerkennung, das blieb offen. Giulio Brambilla, der trotz dreier Gegentore zu den Besten seines Teams gehörte, murmelte in die Mikrofone: "Manchmal hat man Tage, da hält man alles. Heute war keiner davon."

Trondheim BK dagegen verabschiedete sich mit breiten Grinsen in die Kabine. Doppeltorschütze Hunt wurde von seinen Mitspielern gefeiert, während Trainer Kämmerer in gewohnt trockener Manier kommentierte: "Wir wollten offensiv spielen - das haben wir getan. Dass die Jungs daraus Tore machen, ist natürlich ein netter Nebeneffekt."

Und Stromsgodset? Die werden sich schütteln müssen. In der Eliteserien ist noch genug Zeit, den Kurs zu korrigieren - aber wer so spielt wie an diesem Samstagabend, braucht mehr als Taktiktafeln und Durchhalteparolen. Vielleicht hilft ein kleiner Exorzismus gegen das Pech. Oder einfach ein Stürmer, der öfter trifft als der Gegner.

Fazit: Trondheim BK war in jeder Hinsicht eine Klasse besser - technisch, taktisch, mental. Stromsgodset FF hatte an diesem Abend nur einen Trost: Er ist vorbei.

18.07.2026 21:08
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