Dagbladet
+++ Sportzeitung für Norwegen +++

Trondheim BK ringt Enga Oslo nieder - Carew eröffnet, Berg beschließt

Eliteserien | 11. Spieltag | 15.07.26 | Trondheim BK - Enga Oslo 2:0

Es war ein kühler, klarer Sommerabend in Trondheim, aber auf dem Rasen des Lerkendal-Stadions ging es heiß her. 18.338 Zuschauer sahen, wie Trondheim BK den Hauptstadtklub Enga Oslo mit einem 2:0 (0:0) in die Schranken wies - ein Ergebnis, das sich erst spät abzeichnete, aber umso verdienter ausfiel.

Schon beim Einlaufen merkte man, dass Trainer Uwe Kämmerer seine Jungs auf Angriff gepolt hatte. Die Startaufstellung las sich wie ein Bekenntnis zur Offensive - drei Stürmer, zwei offensiv denkende Mittelfeldspieler, und hinten ein Keeper, der lieber den Spielaufbau einleitet als lange Bälle bolzt. Enga Oslo dagegen kam unter ihrem Trainerteam auffällig kontrolliert daher: balanciert, vorsichtig, fast so, als hätten sie die Handbremse angezogen. "Wir wollten geduldig bleiben", erklärte Oslos Kapitän Alex Coluna nach dem Spiel, "aber irgendwann merkt man, dass Geduld kein Tor schießt."

Die erste Halbzeit verlief so, wie sie klingen mag: viel Ballbesitz für Trondheim (53 Prozent), viele Halbchancen - und ein Torhüter Brede Fostervold bei Oslo, der sich früh zum Mann des Abends hätte aufschwingen können. Taylor Hunt prüfte ihn in der 12. Minute, Jorgen Berg in der 31., und Robert Hiliard gleich doppelt in Minute 17 und 32. Doch jedes Mal war Fostervold zur Stelle. "Ich dachte, wir spielen Handball - so oft hat der da rumgefuchtelt", grinste Berg später.

Enga Oslo hielt dagegen, manchmal durchaus gefährlich. Jorn Nilsen schoss zweimal knapp vorbei (10. und 14.), und Alex Coluna zwang Trondheims Keeper Jacob Haas in der 29. Minute zu einer Glanzparade. Dennoch: Es roch nach Tor für die Hausherren, nur das passende Feuer fehlte.

Das kam dann sofort nach der Pause. 47. Minute: Henri Robert legt von rechts quer, Einar Carew kommt angerauscht, zieht aus 16 Metern ab - drin. 1:0 Trondheim, das Stadion explodiert. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Carew trocken. "Wenn ich zu viel nachdenke, geht’s daneben." Der Jubel war so laut, dass ein älterer Fan auf der Haupttribüne sein Hörgerät ausschaltete - laut Zeugen sogar mit einem Lächeln.

Von da an lief das Spiel in eine klare Richtung. Trondheim kontrollierte, Enga suchte verzweifelt den Anschluss. Doch die Gäste fanden kaum Wege durch die nun kompakte Defensive der Hausherren. Ihre acht Torschüsse waren Beleg für den Versuch, aber nicht für die Durchschlagskraft. Und als Erik Karadas in der 67. Minute aus der Distanz verzog, wusste man: Das wird heute nichts mehr.

Trondheim hingegen attackierte weiter, aber ohne übermäßig zu riskieren. Taylor Hunt hatte noch zwei Gelegenheiten (64. und 66. Minute), Jorgen Berg scheiterte in der 62. - und dann, als die Nachspielzeit schon lief, kam der Schlusspunkt. Wieder war es eine Kombination, die in jedem Lehrbuch stehen könnte: Hunt über links, flache Flanke, Berg sprintet in die Lücke, 92. Minute - Tor. 2:0. Der Rest war Jubel, Bierbecher und Gesänge.

"So macht Fußball Spaß", strahlte Trainer Kämmerer nach dem Abpfiff. "Wir haben geduldig gearbeitet, das Spiel kontrolliert und zur richtigen Zeit zugeschlagen." Dann fügte er mit einem Schmunzeln hinzu: "Wenn wir das jede Woche so hinbekommen, darf’s ruhig öfter regnen - die Fans bleiben ja trotzdem."

Carew, der neben seinem Treffer auch die einzige Gelbe Karte des Spiels sah, nahm es sportlich: "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch verteidigen kann. Der Schiri hat’s wohl zu ernst genommen."

Enga-Coach (der lieber anonym bleiben wollte, aber ohnehin jeder weiß, wer gemeint ist) sprach von einem "gebrauchten Abend". Seine Spieler wirkten geknickt, doch Coluna brachte es auf den Punkt: "Trondheim war einfach mutiger. Wir hatten den Plan, sie laufen zu lassen - am Ende liefen wir selbst hinterher."

Statistisch unterstrich das Ergebnis die Eindrücke: 14:8 Torschüsse, leichte Ballbesitzvorteile für Trondheim, und eine Zweikampfquote von 53 zu 47 Prozent - nicht erdrückend, aber kontrolliert.

Als die Flutlichter erloschen und die letzten Fans den Heimweg antraten, blieb der Eindruck eines Spiels, das wenig Spektakel versprach, aber viel Charakter zeigte. Trondheim BK festigt mit diesem Sieg seinen Platz im oberen Tabellendrittel, Enga Oslo dagegen muss sich fragen, ob "balanciert" wirklich die richtige Taktik ist, wenn der Gegner tanzt.

Und irgendwo auf der Tribüne sagte ein älterer Herr, während er seinen Schal zusammenrollte: "Zwei Tore, kein Gegentor - das nennt man in Trondheim schlicht einen guten Abend."

15.07.2026 21:07
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Vieles was darin geschrieben wurde, ist auch wahr.
Werner Lorant über sein Buch 'Eine beinharte Story'
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager