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Eliteserien | 17. Spieltag | 21.07.26 | Trondheim BK - Grimstad IF 3:0 "In der Pause habe ich den Jungs gesagt: Wenn ihr schon so schön dominiert, dann dürft ihr euch auch mal belohnen", grinste Trainer Uwe Kämmerer nach dem Spiel. Und seine Mannschaft nahm ihn beim Wort. Die erste Halbzeit war eine Mischung aus Trondheims Feldüberlegenheit und Grimstads hartnäckiger Verteidigungsarbeit. 55 Prozent Ballbesitz sprachen eine klare Sprache, doch es blieb beim 0:0. Robert Hiliard prüfte Grimstads Keeper Jaap Bleecker mehrmals - in der 30., 37., 53. und 57. Minute -, doch der holländische Schlussmann parierte mit stoischer Ruhe. "Ich dachte, der hat Saugnäpfe an den Handschuhen", fluchte Hiliard lachend später. Grimstad IF kam in der ersten Hälfte nur selten gefährlich nach vorne. Rechtsverteidiger Geir Nevland versuchte sich früh zweimal aus der Distanz (9. und 17. Minute), doch Torwart Jacob Haas im Trondheim-Kasten war hellwach. Der Rest des Gästeangriffs blieb weitgehend unsichtbar - vielleicht, weil sie mehr mit dem Abwehren beschäftigt waren als mit dem Angreifen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst kaum - bis Minute 72. Da brach Ewan Rose, Trondheims Mittelfeldmotor, endlich den Bann. Nach feinem Zuspiel des jungen Brede Grindheim zog Rose aus 18 Metern ab, der Ball zischte flach ins rechte Eck. 1:0, und das Stadion explodierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Rose später mit einem Augenzwinkern zu, "aber wenn’s passt, dann passt’s." Grimstad wirkte danach wie ein Boxer, der einen Treffer zu viel kassiert hat. Nur zehn Minuten später folgte der nächste Schlag. Owen Davonport, sonst als zuverlässiger Rechtsverteidiger bekannt, schaltete sich nach einer Kombination über Rose mutig nach vorne ein und traf aus spitzem Winkel zum 2:0 (82.). Der Jubel? Eine Mischung aus Überraschung und purer Freude. "Ich schieße sonst nur beim Training Tore - und da meistens drüber", witzelte Davonport. Und als die Nachspielzeit anbrach, setzten die Gastgeber noch einen drauf. Innenverteidiger Jack Edwards stieg nach einer Ecke von Grindheim am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf ins Netz (91.). 3:0 - Deckel drauf, Vorhang zu. Grimstad IF ergab sich in sein Schicksal, ohne grob zu werden, aber sichtlich resigniert. Die wenigen Offensivmomente der Gäste - ein Schuss von Hans Haswell in der 46. Minute - gingen im Jubelrausch der Hausherren unter. "Wir haben bis zur 70. Minute gut mitgehalten", meinte Grimstad-Kapitän Daniel Gulbrandsen, der in der 41. Minute Gelb sah. "Aber dann waren sie einfach zu stark. Und ehrlich gesagt: Ich bin froh, dass es nur drei geworden sind." Die Statistik untermauerte den Eindruck: 13 Torschüsse für Trondheim, nur drei für Grimstad. Dazu eine Zweikampfquote von 57 Prozent für die Hausherren. Trondheim spielte offensiv, aber kontrolliert - kein wildes Pressing, kein Hauruck-Fußball. Stattdessen kluge Pässe, viel Geduld und dann eiskalte Abschlüsse. Trainer Kämmerer lobte besonders den 21-jährigen Brede Grindheim, der zwei Assists lieferte: "Er spielt, als hätte er schon 200 Erstligaspiele. Und dabei darf er noch nicht mal Bier kaufen." Der junge Mittelfeldmann selbst blieb bescheiden: "Ich hab’ einfach gemacht, was der Coach gesagt hat: Ball laufen lassen. Der Rest kam von selbst." Während Trondheim also seinen Fans eine laue Sommernacht der Freude bescherte, reiste Grimstad IF mit hängenden Köpfen ab. Trainer Arne Lund (so wirkte er zumindest am Spielfeldrand, auch wenn sein offizielles Statement diplomatisch blieb) murmelte noch etwas von "fehlender Konsequenz im letzten Drittel" - Fußballerdeutsch für: Wir waren vorne harmlos. Was bleibt? Ein klarer Sieg, der mehr über Trondheims Reife als über Grimstads Schwächen verrät. Und vielleicht auch ein kleiner Wink, dass in dieser Saison mit Kämmerers Team zu rechnen ist. "Wenn wir so weitermachen", sagte Kapitän Edwards mit einem Grinsen, "dann wird’s oben eng. Und das gefällt uns ganz gut." Ein launiger Abend, drei Tore, null Gegentreffer - Trondheim BK verabschiedete sich mit Applaus von seinen Fans. Und die sangen noch lange, als das Flutlicht längst erloschen war. 22.07.2026 06:41 |
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