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Eliteserien | 9. Spieltag | 13.07.26 | Trondheim BK - Kattem IF 3:0 Schon die ersten Minuten gaben die Marschrichtung vor. Trondheim, taktisch gewohnt offensiv, rollte Angriff um Angriff. Robert Hiliard prüfte Kattems Torwart Gheorghe Keserü bereits in der 10. Minute mit einem satten Schuss, und als dieser Ball noch nachhallte, gab’s gleich den nächsten Abschluss. "Wir wollten zeigen, dass wir das Spiel bestimmen", grinste Hiliard später. Das tat Trondheim. 18 Torschüsse zu 3 sprechen Bände, und 53,8 Prozent Ballbesitz bestätigen: Diese Männer hatten Hunger. Kattem dagegen versuchte es mit gepflegtem Understatement. Nach elf Minuten gab’s die erste Gelbe Karte für Anders Karadas - sinnbildlich für die Nervosität der Gäste. "Ich hab’ nur den Ball treffen wollen", beteuerte er, während sein Trainer an der Seitenlinie die Luft anhielt und vermutlich leise an Urlaubspläne dachte. Doch Trondheim ließ sich nicht beirren. Nach 20 Minuten musste Rechtsverteidiger Owen Davonport verletzt raus, was kurzzeitig die Stimmung trübte. Ersatzmann Tom Bruns kam - und passte sich sofort dem Offensivdrang an. "Ich hatte kaum Zeit, die Schuhe zu binden, da flogen schon die Flanken", witzelte er später. Dann die 39. Minute: Der Moment, in dem der Widerstand der Gäste endgültig brach. Innenverteidiger Jack Edwards schickte einen langen Ball auf Hiliard, der sich an zwei Verteidigern vorbeiwindete und eiskalt ins rechte Eck abschloss - 1:0. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch. Kämmerer klatschte zufrieden, Keserü schüttelte resigniert den Kopf. Nur vier Minuten später war’s wieder soweit. Taylor Hunt, der quirligste Mann auf dem Platz, netzte nach feinem Zuspiel von Ewan Rose zum 2:0 ein. "Ich hab’ ihn gar nicht richtig getroffen", scherzte Hunt, "aber manchmal liebt dich der Ball eben." Das Publikum jubelte, die Gäste schauten betreten zu Boden. Mit diesem Polster ging’s in die Pause, und man hatte das Gefühl, Kattem IF hätte sich lieber schon dort verabschiedet. Doch Trondheim hatte noch nicht genug. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, erhöhte Jorgen Berg in der 48. Minute auf 3:0. Ein klassischer Mittelstürmer-Treffer: einmal annehmen, kurz schauen, rein damit. "Ich hab’ gedacht, der Torwart kommt raus - kam er aber nicht. Danke dafür", sagte Berg grinsend. Damit war die Messe gelesen. Kattem versuchte zwar, sich aufzubäumen, aber ihre drei jämmerlichen Abschlüsse - zwei davon von Daniel Nilsen, einer von Emanuele Marini kurz vor Schluss - waren eher höfliche Anfragen als ernsthafte Gefahr. Trondheim dagegen spielte wie im Training weiter. Selbst Linksverteidiger Lennart Sommer durfte sich mehrfach am Torschuss versuchen, bekam dafür aber in der 55. Minute Gelb, weil er beim Rückwärtsgang etwas zu beherzt zulangte. "Ich hab’ nur Hallo gesagt", verteidigte er sich lachend. Uwe Kämmerer blieb gelassen: "Wir wollten ruhig bleiben, den Ball laufen lassen - und das haben die Jungs hervorragend gemacht." Ruhig war da allerdings wenig. Hiliard prüfte Keserü bis in die 88. Minute immer wieder, Hunt donnerte in der Nachspielzeit noch einmal aufs Tor, als wolle er sicher gehen, dass das Netz auch wirklich hält. Kattem-Trainer - der demonstrativ anonym bleiben wollte - murmelte nach dem Spiel: "Manchmal bist du einfach der Statist im falschen Film." Und Recht hatte er. Seine Mannschaft wirkte 90 Minuten lang, als sei sie zu einer Vorführung eingeladen worden, bei der sie selbst nicht wusste, dass sie mitspielt. Trondheim BK dagegen präsentierte sich als geschlossene Einheit - bissig, zielstrebig, fast schon souverän gelangweilt vom eigenen Erfolg. 3:0, Tabellenplatz gefestigt, Zuschauer glücklich. Im Lerkendal-Stadion sangen sie noch lange nach Abpfiff, während sich Kämmerer mit einem Kaffee in der Hand zurücklehnte. "So kann’s weitergehen", murmelte er - und man glaubte ihm sofort. Ein kleines Fazit zum Schluss: Kattem IF nahm drei Gegentore, zwei Gelbe Karten und reichlich Frust mit auf die Heimreise. Trondheim BK dagegen nahm Selbstvertrauen mit - und vielleicht auch das Gefühl, dass sie in dieser Liga gerade niemand so schnell stoppen kann. Und wer weiß: Wenn sie weiter so spielen, wird aus "Trondheim BK" bald "Trondheim Beinahe-König". 13.07.2026 21:12 |
Sprücheklopfer
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