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Eliteserien | 8. Spieltag | 12.07.26 | Trondheim BK - Asker BK 1:0 Die Geschichte dieses Spiels lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: 18 zu 1. So lautete das Verhältnis der Torschüsse. Wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass Asker eigentlich schon nach zehn Minuten froh sein durfte, nicht in Rückstand geraten zu sein. Shimon Naot prüfte den Gästekeeper Tommy Berg bereits in der ersten Minute - ein Weckruf, der allerdings nur auf Seiten der Gastgeber gehört wurde. "Ich dachte, wir spielen Handball, so wie die den Ball laufen ließen", knurrte Askers Trainer nach dem Spiel und verschwand kommentarlos im Kabinengang. Trondheim-Coach Uwe Kämmerer hatte sein Team offensiv eingestellt, als wolle er gleich zu Beginn die Tabellenführung erzwingen. Seine Jungs kombinierten sich munter durch die Mitte, über die Flügel, manchmal sogar quer durchs Nirgendwo - Hauptsache, es sah gut aus. Gabriel Callahan, der später zum Helden des Abends werden sollte, vergab in der 18. Minute noch freistehend. "Ich wollte den Ball künstlerisch reinlegen", grinste der 30-Jährige hinterher, "aber der Torwart hatte offenbar Kunstverständnis." Asker, das Team mit dem charmanten Hang zur Selbstverteidigung, kam kaum über die Mittellinie. Der einzige ernstzunehmende Versuch Richtung Tor von Jay Neil kam in der 65. Minute - ein Schüsschen von Arnfinn Bergmann, das mehr eine Rückgabe als eine Bedrohung war. Ansonsten beschäftigten sich die Gäste vor allem mit dem Schiedsrichter. Drei Gelbe Karten und eine Gelb-Rote für Brede Berg (50.) waren die logische Folge eines Abends, an dem man offenbar die Grätsche als Ausdrucksmittel missverstanden hatte. "Wir haben uns selbst dezimiert, und das war’s dann", sagte Askers Kapitän Tore Agdestein später mit nordischer Gelassenheit. Sein Trainer sah das ähnlich, aber weniger gelassen: "Wenn du mit zehn Mann gegen eine Mannschaft spielst, die ohnehin 60 Prozent Ballbesitz hat, kannst du auch gleich den Bus quer vor den Strafraum stellen - nur dass unserer eben einen platten Reifen hatte." Das Tor des Abends fiel in der 58. Minute und war eine kleine Lehrstunde in Geduld. Ewan Rose, der unermüdliche Antreiber im Mittelfeld, legte den Ball mit chirurgischer Präzision auf Callahan, der diesmal nicht fackelte. Ein Schuss, trocken, links unten, und das Stadion explodierte in einer Mischung aus Erleichterung und Jubel. "Endlich!", brüllte ein Fan auf der Haupttribüne, "ich dachte schon, wir spielen bis Mitternacht!" Danach war es nur noch ein Spiel auf ein Tor. Trondheim kombinierte, Asker verteidigte, und der Schiedsrichter schaute auf die Uhr. Nuno Suarez scheiterte noch dreimal, Shimon Naot setzte den Ball freistehend über die Latte, und Urban Bengtsson holte sich kurz vor Schluss noch eine Gelbe Karte, wohl aus Langeweile. Uwe Kämmerer fasste das Spiel später so zusammen: "Wir hätten 3:0 gewinnen müssen, aber 1:0 reicht, solange wir die Punkte haben. Und ehrlich gesagt - ich bin froh, dass Gabriel endlich mal wieder getroffen hat. Sonst hätte ich ihm den Ball morgen beim Training persönlich aufs Tor legen müssen." Callahan selbst nahm’s sportlich: "Ich mag späte Tore. Dann ist das Warten wenigstens nicht umsonst." Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 18 Torschüsse für Trondheim, einer für Asker, 58 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und ein Ergebnis, das knapper klingt, als es war. Der Sieg war verdient, die Punkte bleiben da, wo sie hingehören. Und so gingen die Lichter im Lerkendal-Stadion aus, während die Fans noch "Callahan, Callahan!" riefen. Ein Abend voller Geduld, Chancen und einem Tor, das den Unterschied machte. Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Fußball ist manchmal wie Kaffee - stark, schwarz und man muss lange warten, bis er wirkt." Trondheim lacht wieder, Asker grübelt - und das war’s, bis zum nächsten Kapitel in der Eliteserien. 12.07.2026 21:10 |
Sprücheklopfer
Eines steht fest: Bis Weihnachten ist die Meisterschaft noch nicht entschieden.
Mario Basler