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Eliteserien | 15. Spieltag | 19.07.26 | Trondheim BK - Bärum FB 5:2 Schon nach sieben Minuten lag der Ball im Netz der Gäste - und das ausgerechnet durch Linksverteidiger Julian Bischoff. Mancher Fan hatte da noch nicht mal das zweite Bier geöffnet. Nach einem klugen Querpass von Ewan Rose zog Bischoff einfach mal ab - und traf. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der Torschütze später. "Aber manchmal muss man den Ball einfach überraschen." Trondheim war in dieser Anfangsphase wie entfesselt. 15 Torschüsse im ganzen Spiel, 58 Prozent Ballbesitz, und der Eindruck, dass jeder Angriff gefährlich werden konnte. In der 23. Minute legte der erfahrene Mittelstürmer Shimon Naot nach, nach herrlicher Vorarbeit von Rechtsverteidiger Tom Bruns. Der 33-Jährige traf mit einer Selbstverständlichkeit, die man eigentlich nur bei Stürmern mit mindestens zehn Jahren Torprämien-Erfahrung sieht. "Ich hab den Ball nur weitergeleitet", sagte Naot - und grinste dabei, als ob er selbst nicht so recht daran glaubte. Bärum FB, in der Offensive durchaus bemüht, kam in Minute 37 zurück ins Spiel: Der junge Paulo Almeida, gerade einmal 19 Jahre alt, nutzte die Unordnung in Trondheims Abwehr und traf nach Vorlage von Thomas Beaupre. Trainer Savo Partizan sprang von der Bank, schrie "Da! Genau so!", und seine Jungs glaubten kurz an eine Wende. Doch die Hoffnung währte ganze drei Minuten. Denn Trondheim reagierte mit der Kaltschnäuzigkeit eines Teams, das einfach besser ist. Brede Grindheim, 21, traf in der 40. Minute - wieder nach Vorarbeit von Ewan Rose, der an diesem Abend drei Assists sammelte und wohl noch immer ein Dauerlächeln trägt. 3:1 zur Pause, und im Stadion wurde schon gemunkelt, ob man den Grill für die zweite Halbzeit anwerfen könne. Nach der Pause dasselbe Bild: Trondheim mit Ruhe, Übersicht und Spielfreude. Gabriel Callahan traf in der 61. Minute zum 4:1, erneut nach einem Traumpass von - richtig geraten - Ewan Rose. "Ich musste nur noch den Fuß hinhalten", sagte Callahan. "Das war so präzise, dass ich fast Angst hatte, ihn zu versemmeln." Und als ob das nicht genug wäre, sorgte Shimon Naot in der 75. Minute mit seinem zweiten Treffer endgültig für klare Verhältnisse. Diesmal kam der Ball von Urban Bengtsson über links, eine Kombination wie aus dem Lehrbuch. Trainer Uwe Kämmerer stand an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und murmelte: "So haben wir das im Training nie hinbekommen." Bärum gab sich zwar nicht auf, und tatsächlich gelang Innenverteidiger Jamie Morriss in der 81. Minute noch ein Kopfballtor nach einer Ecke. Sein Trainer Partizan rief ihm zu: "Wenn du das früher gemacht hättest, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt!" - worauf Morriss nur müde lächelte. In der Schlussphase wechselte Bärum noch fleißig durch - neuer Torwart, frische Außenverteidiger, aber das Spiel war da längst entschieden. Trondheim spielte den Sieg souverän herunter, mit kurzen Pässen, Ballzirkulation und der Gelassenheit eines Teams, das weiß, dass es heute der Chef im Ring ist. Statistisch unterstreicht das Ergebnis die Dominanz: 58 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse zu 7, Zweikampfquote leicht besser - und vor allem: fünf verschiedene Vorlagengeber. "Das war Mannschaftsfußball", sagte Trainer Kämmerer. "Kein Star-Gehabe, kein Ego - einfach Bock auf Fußball." Bärum-Coach Partizan fasste es nach Schlusspfiff mit bitterem Humor zusammen: "Wir haben offensiv gespielt - leider auch in der Abwehr." Fazit dieses Abends: Trondheim BK war nicht nur besser, sondern schlicht eleganter. Naot, Rose & Co. tanzten durch die Reihen von Bärum, als hätten sie heimlich Samba-Unterricht genommen. Und während die Gäste die Rückfahrt wohl eher schweigend antreten dürften, stimmten die Fans in Trondheim schon den alten Klassiker an (nicht zitierfähig, aber lautstark). Ein Abend, an dem alles passte - vom ersten Schuss bis zum letzten Applaus. Trondheim lacht wieder, und wer so Fußball spielt, darf ruhig ein bisschen übermütig sein. 19.07.2026 21:52 |
Sprücheklopfer
Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten.
Andreas Brehme