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Eliteserien | 4. Spieltag | 20.09.26 | Trondheim BK - Viking FK 1:1 Viking begann mit der taktischen Ansage, sich zunächst lieber nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Defensiv ausgerichtet, über die Flügel, mit kräftigem Körpereinsatz - das klang nach Fußball mit Sicherheitsgurt. Trotzdem prüfte Albert Rodriguez bereits in der 2. Minute Trondheim-Schlussmann Jacob Haas. Georges Gariepy und Ilie Ghionea legten bis zur 11. Minute nach. Die Gäste waren früh präsent, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, sie wollten die Partie unbedingt mit unnötiger Hektik verkomplizieren. Trondheim antwortete offensiv. Taylor Hunt und Robert Hiliard feuerten zwischen der 14. und 24. Minute mehrere Versuche ab, Hiliard allein gleich dreimal. "Robert hat heute offenbar beschlossen, mit dem Torwart persönlich bekannt zu werden", raunte ein Zuschauer auf der Tribüne. Der erste Kontakt war allerdings eher einseitig: Viking-Keeper Gianluca Simeri Crichi musste aufmerksam bleiben, durfte sich aber über reichlich Beschäftigung ohne Gegentor freuen. Die Partie wurde zunehmend körperlich. Tom Bruns sah in der 13. Minute Gelb, Lennart Sommer folgte in der 27. Minute. Viking spielte aggressiv, Trondheim hielt dagegen. Nach 45 Minuten stand es trotzdem 0:0 - trotz 15 Torschüssen der Gastgeber und 13 der Gäste im gesamten Spiel. Chancen waren also vorhanden. Tore zunächst nicht. Im Stadion machte sich jene besondere Fußballstille breit, in der jeder Zuschauer überzeugt ist, dass "gleich einer reinfällt", aber niemand sagen kann, für wen. Nach der Pause erhöhte Viking zunächst die Vorsicht, schaltete aber bei Rückstand später auf Pressing um. Trondheim blieb offensiv und wurde in der 65. Minute belohnt: Taylor Hunt traf nach Vorarbeit von Tom Bruns zum 1:0. Hunt hatte bereits zuvor mehrfach angeklopft - irgendwann öffnet im Fußball eben auch die widerspenstigste Tür. Die Zuschauer feierten, Trainer Uwe Kämmerer ballte die Faust und soll laut Vereinsumfeld gesagt haben: "Wir wollten geduldig bleiben. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn die Geduld nicht ganz so lange hätte warten müssen." Die Führung hielt sieben Minuten. In der 72. Minute schlug Viking zurück. Albert Rodriguez, der schon früh Gefahr ausgestrahlt hatte, erzielte nach Zuspiel von Ezequiel de la Fuente den Ausgleich. Plötzlich war die Partie wieder offen, und die bis dahin eher dekorative Spannung nahm ihren Beruf ernst. Viking setzte in der Schlussphase auf aktiveres Pressing und kurze Pässe durch die Mitte. Trainer Markus Frey wechselte Marcin Domarski, Frederic Burton und schließlich Ezequiel de la Fuente aus. Burton musste in der 86. Minute verletzungsbedingt vom Feld. Trondheim blieb leicht überlegen: 51,7 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 51,4 Prozent sprechen für ein knappes Übergewicht, aber nicht für eine klare Herrschaft. "Nach dem 1:1 mussten wir ruhig bleiben", erklärte Frey sinngemäß. "Ruhig bleiben ist im Fußball allerdings eine Aufgabe, die leichter klingt, als sie ist." Das galt für beide Mannschaften. Trondheim hatte mehr Ball und mehr Abschlüsse, Viking die besseren Phasen in den entscheidenden Momenten. Am Ende blieb es beim 1:1 (0:0) - ein gerechtes Unentschieden, das niemanden glücklich, aber auch niemanden völlig unglücklich machte. Ein klassischer Punktgewinn mit dem Charme eines Remis: nicht spektakulär genug für Legenden, aber zu aufregend für einen frühen Feierabend. 21.09.2026 04:46 |
Sprücheklopfer
Da wir nicht voll auf Niederlage spielen, spielen wir voll auf Sieg.
Berti Vogts