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Eliteserien | 13. Spieltag | 17.07.26 | Trondheim BK - Klepp IF 0:0 Von der ersten Minute an legte Trondheim los, als wäre der Ball eine heiße Kartoffel, die man so schnell wie möglich in Richtung gegnerisches Tor schleudern müsse. Schon in der 3. Minute prüfte Robert Hiliard Klepp-Keeper Age Gran zum ersten Mal. Drei Minuten später noch einmal. Dann in der 8. Minute Taylor Hunt - und spätestens da ahnte man: Wenn das so weitergeht, wird Gran heute Abend keine ruhige Minute haben. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", lachte Gran später in der Mixed Zone. "Die haben aus jeder Lage geschossen. Ich hab mir zwischendurch gewünscht, sie würden mal flanken, damit ich eine Pause krieg." 19 Torschüsse zählte die Statistik für Trondheim am Ende - 17 mehr als die Gäste. Doch der Ball wollte einfach nicht hinein. Mal stand das Aluminium im Weg, mal eine Abwehrbeine, und öfter noch die Hände oder Füße des erstaunlich reaktionsschnellen Gran. Der Keeper aus Stavanger wuchs über sich hinaus, fischte in der 35. Minute sogar einen gefährlichen Kopfball von Jorgen Berg aus dem Winkel - ein Reflex, bei dem selbst die Heimfans kurz applaudierten. Trainer Uwe Kämmerer, sonst nicht für übertriebene Gefühlsausbrüche bekannt, schlug in der 60. Minute frustriert die Arme über dem Kopf zusammen, nachdem Hiliard zum fünften Mal am Keeper gescheitert war. "Wenn Robert heute den Ball mit den Händen hätte reintragen dürfen, hätte Gran wahrscheinlich trotzdem noch ’ne Parade rausgeholt", knurrte Kämmerer später halb lachend, halb verzweifelt. Klepp IF indes spielte, als seien sie in einem Belagerungszustand. Nach vorne ging kaum etwas - zwei Torschüsse insgesamt, einer in der 26. Minute durch Ragnhild Hogmo, der zweite in der 58. durch Jorn Kaurin. Beide eher symbolische Versuche, um zu zeigen: Wir sind auch noch da. Spätestens nach der Verletzung von Innenverteidiger Brede Herlovsen in der 35. Minute (ersetzt durch Bernard Picard) zog sich Klepp endgültig zurück. "Wir wussten, dass Trondheim offensiv kommt", erklärte Klepp-Trainerin (oder besser: Taktik-Generalin) Marianne Eide mit einem verschmitzten Lächeln. "Also haben wir den Bus geparkt. Und dann noch einen davor." Der Bus hielt - und zwar 90 Minuten lang. Trondheim kombinierte gefällig, hatte mit 54 Prozent Ballbesitz und einer Zweikampfquote von knapp 58 Prozent die klaren Vorteile, doch im letzten Drittel fehlte die Präzision. Brede Grindheim und Einar Carew versuchten es aus der Distanz, Hiliard schoss gefühlt auf alles, was sich bewegte, und Jorgen Berg ackerte sich durch die Abwehrreihen, doch es blieb beim "Fast". Zwischendurch wurde es ruppig: Drei Gelbe Karten für Trondheim (Rose in der 53., Edwards in der 55., Davonport in der 68.) und eine für Klepp (Zubek in der 21.) zeugten davon, dass der Frust langsam wuchs. Besonders Jack Edwards, der Innenverteidiger mit der Lust am Vorwärtsgang, kassierte seine Verwarnung nach einem rustikalen Einsteigen an der Mittellinie - sinnbildlich für das Spiel: viel Einsatz, wenig Ertrag. Als Schiedsrichter Pettersen nach 93 Minuten abpfiff, fiel die Reaktion geteilt aus: Die Fans applaudierten für die kämpferische Leistung - und stöhnten zugleich über die vergebene Chance, drei Punkte einzufahren. Robert Hiliard, der mit acht Torschüssen allein die Hälfte aller Trondheim-Versuche verbuchte, fasste es trocken zusammen: "Ich glaub, das Tor war heute kleiner als sonst." Kämmerer hingegen versuchte, das Positive zu sehen: "Wenn man 19 Mal aufs Tor schießt, macht man beim nächsten Mal auch eins. Oder zwei. Vielleicht auch drei. Ich hoffe nur, dass das nächste Spiel nicht schon wieder 0:0 endet - das hält ja keiner aus." So blieb es beim torlosen Remis, das sich für Trondheim wie eine Niederlage anfühlte und für Klepp wie ein gewonnenes Finale. Und während Gran noch lange nach dem Spiel Autogramme gab - immerhin der heimliche Held des Abends - verabschiedeten sich die Fans mit einem ironischen Sprechchor: "Wir woll’n ein Tor!" Vielleicht kommt’s ja nächste Woche. Aber sicher ist: An diesem Abend in Trondheim war die Null mehr als nur eine Zahl. Sie war das Symbol eines Abends, an dem alles stimmte - außer das Ergebnis. 17.07.2026 21:07 |
Sprücheklopfer
Diese Siegermentalität wollen wir auch mental rüberbringen.
Berti Vogts