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Eliteserien | 5. Spieltag | 15.08.26 | Trondheim BK - Asker BK 0:0 18.235 Zuschauer waren an diesem Samstagabend um 20.30 Uhr gekommen, vermutlich in der Hoffnung auf Tore, Dramatik und wenigstens einen Grund, sich nach dem Abpfiff gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Bekommen haben sie: 19 Torschüsse der Gastgeber, einen einzigen Versuch von Asker - und ein 0:0, das sich für Trondheim wie eine besonders hartnäckige Form von Ironie anfühlte. Trondheim begann offensiv und mit dem klaren Plan, Asker möglichst tief in dessen eigene Hälfte zu drücken. Bereits in der dritten Minute prüfte Nuno Suarez den Gästekeeper Tommy Berg. Eine Minute später folgte der nächste Versuch des rechten Angreifers. In der zehnten Minute war Suarez wieder zur Stelle. Der Mann schoss offenbar auf alles, was sich bewegte - und vermutlich auch auf manches, was stillstand. "Ich dachte irgendwann, das Tor sei kleiner geworden", hätte Suarez nach dem Spiel mit einem Lächeln sagen können. Ein tatsächliches Spielerzitat liegt nicht vor, doch viel näher an der Gefühlslage dürfte kaum jemand gewesen sein. Trondheim kontrollierte das Spiel, ohne daraus den entscheidenden Nutzen zu ziehen. 56,4 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, Asker kam auf 43,6 Prozent. Die Gastgeber kombinierten ausgewogen, suchten den Weg durch die Mitte ebenso wie über die Außenbahnen und blieben ihrer offensiven Ausrichtung über die gesamten 90 Minuten treu. Nur beim Pressing hielt sich Trondheim auffällig zurück - vielleicht aus taktischer Überlegung, vielleicht aus der schlichten Erkenntnis, dass man den Ball ohnehin ständig hatte. In der 22. Minute zielte Shimon Naot auf das Tor, fünf Minuten später Gabriel Callahan. Asker meldete sich in der 29. Minute erstmals und zugleich letztmals gefährlich zu Wort: Einar Bergmann gab den einzigen Torschuss der Gäste ab. Danach war wieder Trondheim am Drücker. Suarez versuchte es in der 31. und 33. Minute, Naot kurz vor der Pause. Zur Halbzeit stand es dennoch 0:0. "Wir haben viel richtig gemacht", könnte Trainer Uwe Kämmerer in der Kabine gesagt haben. "Nur das mit dem Ball im Netz war heute offenbar nicht im Trainingsplan." Die gelbe Karte für Trondheims Adam Bosworth kurz nach Wiederbeginn war da beinahe schon eine willkommene Abwechslung zum Dauerthema Torabschluss. Asker-Verteidiger Geir Karadas hatte bereits in der 21. Minute Gelb gesehen. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Urban Bengtsson schoss in der 53. Minute, Naot drei Minuten später, Callahan in der 58. und Suarez in der 65. Minute. Später folgten weitere Versuche von Callahan, Suarez, Ewan Rose und Naot. Callahan brachte es insgesamt auf vier Torschüsse, Suarez sogar auf sieben. Eine beeindruckende Bilanz - sofern man Tore nicht mitzählt. Trondheim gewann zudem 59 Prozent seiner Zweikämpfe, Asker nur rund 41 Prozent. Es war also vieles vorhanden: Ballbesitz, Einsatz, Chancen und eine gewisse fußballerische Überlegenheit. Nur der Ertrag fehlte. Asker nahm den Punkt dankbar mit, während Trondheim vermutlich noch bis zum nächsten Spiel darüber diskutieren wird, ob ein Torpfosten eigentlich als Mitspieler zählt. So endete ein Spiel, das Trondheim nach allen Regeln der Statistik hätte gewinnen müssen. Die Anzeigetafel blieb jedoch stur: 0:0 zur Pause, 0:0 am Ende. Manchmal ist Fußball eben kein Mathematiktest. Leider für Trondheim auch keiner, bei dem Fleiß automatisch die richtige Lösung ergibt. 15.08.2026 21:20 |
Sprücheklopfer
Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe.
Werner Lorant