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TSV München stürmt vergeblich - VfB Bösingen klaut die Punkte

Es war ein kalter Januarabend in München, aber die 11.506 Zuschauer im Stadion bekamen ein Spiel zu sehen, das sie so schnell nicht vergessen werden: Der TSV München dominierte, kombinierte, schoss - und verlor am Ende trotzdem mit 2:3 gegen einen VfB Bösingen, der die Effizienz neu erfand.

"Manchmal weißt du einfach nicht, was du falsch gemacht hast, wenn du alles richtig machst", murmelte Münchens Trainer Toni Breer nach dem Schlusspfiff und starrte auf den Boden, als suchte er dort die verlorenen Punkte. Seine Jungs hatten 17 Torschüsse abgefeuert, über 53 Prozent Ballbesitz gesammelt und gefühlt den halben Abend im gegnerischen Strafraum verbracht. Doch die Tore schoss der VfB.

Dabei begann alles nach Maß: In der 21. Minute zirkelte der flinke Nelson Xavier den Ball nach einem präzisen Zuspiel von Ellis Cabell ins Netz - 1:0 für den TSV! Die Fans jubelten, Bierbecher flogen, und ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief: "So spielt man Fußball!" Leider tat Bösingen genau das - nur eben effizienter.

Denn kaum 18 Minuten später glich Pal Herlovsen mit einem satten Schuss aus 20 Metern aus. Der Ball zischte so präzise in den Winkel, dass Torwart Gai Benayoun nur traurig hinterherschaute. "Ich hab ihn kommen sehen", sagte Benayoun später, "aber da war er schon drin."

Kurz vor der Pause dann der Schock: Innenverteidiger Stanislaw Dudka schlich sich bei einer Ecke nach vorne und drückte den Ball in der 45. Minute über die Linie - 1:2. Die Münchner Abwehr sah dabei aus, als hätte sie gerade kollektiv die Zeit angehalten. "Da standen wir halt kurz auf Pause", spottete ein Fan auf der Gegengerade.

Breer reagierte zur Halbzeit: Doppelwechsel, mehr Offensivdrang, und tatsächlich - in der 54. Minute traf Ellis Cabell nach einer sehenswerten Einzelaktion zum 2:2. Ein Treffer, der das Stadion wieder zum Leben erweckte. Cabell ballte die Fäuste, blickte zu den Fans und rief: "Jetzt geht’s ab!" - Doch während die Münchner noch jubelten, plante Bösingen bereits den nächsten Nadelstich.

Nur sieben Minuten später war es Nevio Pena, der den TSV-Traum endgültig zerstörte. Nach feinem Zuspiel von Herlovsen schob er eiskalt ein. 3:2 für die Gäste, und diesmal blieb es dabei.

Die Schlussphase war ein einziges Münchner Sturmlaufen. Nuno de Freitas scheiterte gleich dreimal (63., 71., 81. Minute), Cabell verfehlte knapp, und auch der eingewechselte Leopold Zabavnik brachte den Ball nicht über die Linie. Auf der anderen Seite verteidigte Bösingen mit allem, was Beine hatte - manchmal auch mit Händen, wie der gelbverwarnt Tal Zorea in der 43. Minute bewies.

Als der Schlusspfiff ertönte, feierten die Bösinger Spieler ausgelassen vor dem Gästeblock. Trainer Charlie Brown, ein Mann mit ironischem Lächeln und britischem Charme, meinte danach: "Wir hatten heute nicht viele Chancen - aber wir haben sie genutzt. Und Fußball ist kein Schönheitswettbewerb."

Auf Münchner Seite herrschte dagegen betretenes Schweigen. "Wir hätten das Spiel zehnmal gewinnen können", schimpfte Mittelfeldmann Ingo Xavier. "Aber anscheinend zählen Schüsse aufs Tor nicht, sondern nur die, die reingehen."

Die Statistik gab ihm recht: 17 zu 8 Torschüsse, mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen - und trotzdem nichts Zählbares. Vielleicht war das Spiel ein Paradebeispiel für das alte Fußballgesetz: Wer vorne nicht trifft, wird hinten bestraft.

Bemerkenswert blieb jedoch, wie offensiv beide Mannschaften von Beginn an agierten. Weder Breer noch Brown hatten Lust auf Mauerfußball. Beide Teams starteten mit offensiver Ausrichtung, spielten über die Flügel und suchten konsequent den Abschluss. Nur: Der eine traf, der andere eben öfter daneben.

In der 70. Minute gab es noch einen Schreckmoment: Bösingens Verteidiger Dudka verletzte sich bei einem Klärungsversuch und musste ausgewechselt werden. "Ich glaube, mein Oberschenkel hat kurz gekündigt", sagte er grinsend nach dem Spiel. Sein Ersatz, Artur Afzelius, rettete kurz vor Schluss mit einer beherzten Grätsche das Ergebnis.

Als die Flutlichter erloschen und die letzten Fans fröstelnd das Stadion verließen, blieb das Gefühl, ein kurioses, aber unterhaltsames Spiel gesehen zu haben. München spielte, Bösingen siegte - und irgendwo zwischen Pfosten und Pech versteckte sich die Wahrheit dieses Abends.

Oder, wie Toni Breer zum Abschied seufzte: "Wenn man 17 Mal aufs Tor schießt und trotzdem verliert, sollte man vielleicht mal über den Ball nachdenken - oder über das Leben."

Ein Spielbericht zwischen Tragödie und Lehrstunde. Und eines ist sicher: Der TSV wird das nächste Mal wieder stürmen. Ob mit mehr Glück, bleibt abzuwarten.

18.03.643987 02:47
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Wir werden uns zu einer Krisensitzung zusammensetzen, weil wir nur 4:2 gegen den VfB gewonnen haben.
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