Anpfiff
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Tumlingen zerlegt Weiler - Doucet und Carvalho im Torrausch

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 6500 Zuschauer und ein SV Tumlingen, der Lust auf Spektakel hatte: Beim 5:2-Heimsieg gegen Weiler im Allgäu zeigte das Team von Trainer Buddy Brown, dass Offensive manchmal einfach die beste Verteidigung ist. Oder, wie Brown grinsend nach dem Spiel meinte: "Wir haben hinten so offen gespielt, dass es vorne gar nicht anders konnte als zu klingeln."

Dabei begann die Partie alles andere als gemütlich für die Hausherren. Schon in der 8. Minute ließ Jannick Fritsch die Tumlinger Abwehr aussehen, als sei sie gerade erst vom Aufwärmen zurück. Nach Vorarbeit von Michael Siebert drückte der junge Mittelstürmer den Ball zum 0:1 über die Linie - und das ausgerechnet nach einem Torschuss, den so wohl nur jemand abgibt, der noch keine Angst vor Physik hat. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Tumlingens Keeper Jan Kluge später, "aber er war’s nicht. Leider."

Das frühe Gegentor schien die Gastgeber jedoch eher zu kitzeln als zu erschrecken. In der 24. Minute legte Alejandro Carvalho nach feiner Vorarbeit von Berndt Hausmann den Ausgleich hin - trocken, präzise, fast beleidigt. Zehn Minuten später dann die Wende: Laurent Doucet, der französische Wirbelwind auf Tumlingens rechter Seite, schloss nach einem energischen Lauf von Julian Gama eiskalt ab. 2:1 - und das Stadion vibrierte.

Noch vor dem Pausenpfiff kassierte Weilers Jannick Fritsch eine Gelbe Karte - wohl auch, um wenigstens da mal wieder erwähnt zu werden. Trainer Mino Raiola, sonst eher für geschliffene Transferreden bekannt, schimpfte an der Seitenlinie über "individuelle Leichtsinnigkeiten" und schien mit jedem Pass seiner Mannschaft ein Jahr älter zu werden.

Nach dem Seitenwechsel ging’s weiter, als wäre Tumlingen nie in der Kabine gewesen. Kaum hatte der Schiedsrichter die zweite Halbzeit angepfiffen, da traf erneut Doucet (46.). Wieder war Gama der Vorbereiter, wieder sah die Weiler-Abwehr aus, als hätte sie sich in der Halbzeit noch schnell einen Tee gekocht. Doucet lief nach dem Treffer jubelnd zur Eckfahne und rief etwas, das klang wie "Vive le Chaos!".

Weiler reagierte mit einem Dreifachwechsel in der 60. Minute - Cabrera, Scherer und der blutjunge Bertram kamen, um das Ruder herumzureißen. Und tatsächlich: Nur Sekunden später verkürzte Michael Siebert auf 3:2 nach schöner Vorarbeit von Cabrera. Kurz flackerte Hoffnung auf im Allgäuer Lager. "Da dachte ich, jetzt kippt das", meinte Raiola später, "aber dann fiel uns die eigene Euphorie auf die Füße."

Denn Tumlingen hatte noch Lust - und vor allem Tempo. In der 87. Minute traf der eingewechselte Mittelstürmer Jorge Ramiro zum 4:2, und in der Nachspielzeit setzte Carvalho mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf. 5:2 - und das völlig verdient.

Statistisch war’s gar nicht so eindeutig: Weiler hatte mit elf Torschüssen sogar mehr Abschlüsse als Tumlingen (neun), lag beim Ballbesitz aber mit 42 Prozent hinten. Doch während die Gäste ihre Chancen eher als höfliche Anfragen verstanden, beantworteten die Tumlinger ihre Gelegenheiten mit handfester Konsequenz.

Trainer Buddy Brown zeigte sich danach in bester Laune: "Wenn meine Jungs so weiterspielen, müssen wir bald Eintritt verlangen - auch fürs Training." Und Laurent Doucet, der Mann des Abends mit zwei Toren, grinste breit: "Ich habe heute einfach gemacht, was der Coach immer sagt: laufen, schießen, lächeln."

Auf der anderen Seite wirkte Raiola bemüht, die Fassung zu wahren. "Wir haben das Spiel in Phasen kontrolliert", sagte er, "leider waren diese Phasen kürzer als meine Krawatte."

Als die Fans nach Abpfiff noch auf den Rängen tanzten, sah man Carvalho und Doucet Arm in Arm Richtung Kabine schlendern. "Fünf Tore sind schön", meinte Carvalho zu einem Journalisten, "aber wenn Laurent mir noch einmal den Jubel klaut, dann gibt’s Ärger." Doucet lachte nur und deutete auf die Anzeigetafel - 5:2, was sollte man da noch sagen?

Ein Spiel, das keinen Zweifel ließ: Tumlingen bleibt eine Offensivmaschine, die manchmal mehr improvisiert als plant, aber genau deshalb so gefährlich ist. Weiler dagegen wird sich fragen müssen, wie man trotz ordentlicher Leistung so unter die Räder geraten kann. Vielleicht hilft da nur Humor - und ein Blick auf die Uhr: Es war erst der 6. Spieltag.

So verabschiedete sich der Abend in Tumlingen mit einem Gefühl zwischen Staunen und Bauchmuskelkater vom Lachen. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn die so weitermachen, muss ich mir ’ne Dauerkarte kaufen - und Blutdrucktabletten gleich dazu."

17.03.643987 23:23
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