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TuS Ennepetal bricht ein - Linx dreht 0:2 in ein 3:2-Wunder

Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - nur dass am Ende niemand lacht, zumindest nicht in Ennepetal. Vor 5417 Zuschauern im Bremenstadion führte der TuS Ennepetal am 11. Spieltag der Regionalliga A bereits scheinbar sicher mit 2:0, ehe der SV Linx das Spiel nach der Pause komplett auf den Kopf stellte und mit 3:2 triumphierte.

Dabei hatte alles so blendend begonnen für die Gastgeber. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als José Xuarez nach einem sehenswerten Doppelpass mit Florent Demeulenaer trocken ins lange Eck vollendete - 1:0, die Fans jubelten, und Trainerin Ursula Lappe klatschte zufrieden in die Hände. "Wir wollten früh Druck machen, und das hat hervorragend funktioniert", sagte sie später - da klang es allerdings schon etwas weniger zufrieden.

Denn Ennepetal blieb am Drücker, spielte mit 54 Prozent Ballbesitz und einer Passquote, die jedem Taktikfan Freude bereitet hätte. Demeulenaer erhöhte in der 31. Minute nach Vorlage von Anthony Alberti auf 2:0, und in der Pause schien alles nach Plan zu laufen. "Da haben wir uns schon ein bisschen zu sicher gefühlt", gab Demeulenaer später selbstkritisch zu.

Linx hingegen wirkte in der ersten Halbzeit wie ein Team, das noch nach dem Navi suchte. Acht Torschüsse insgesamt, davon kaum einer gefährlich - bis Trainer Michal Dickschat zur Halbzeit offenbar die Zauberworte fand. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr schon untergeht, dann wenigstens mit Würde. Und siehe da, sie wollten wohl doch lieber mit Punkten heimfahren", grinste der Coach nach der Partie.

Nach dem Wiederanpfiff war Linx kaum wiederzuerkennen. Die Taktik wurde auf "offensiv" umgestellt, das Pressing hochgefahren, und plötzlich sah Ennepetal keinen Ball mehr. In der 56. Minute war es Eduardo Henrico, der nach feinem Zuspiel von Fabian Kopp den Anschlusstreffer erzielte - und das war der Weckruf. Nur vier Minuten später traf derselbe Henrico erneut, diesmal nach Vorarbeit von Wolfgang Seitz. 2:2, und das Publikum rieb sich verwundert die Augen.

"Ich dachte kurz, wir hätten die Trikots getauscht", flachste Ennepetals Torwart Antonio Oliveira, der ansonsten mit mehreren starken Paraden ein noch größeres Debakel verhinderte. Doch in der 83. Minute war auch er machtlos: Seitz belohnte sich selbst für eine starke zweite Halbzeit mit dem 3:2-Siegtreffer, vorbereitet vom jungen Dieter Wagner, der mit seinen 18 Jahren plötzlich spielte, als habe er nie etwas anderes getan.

Von Ennepetal kam danach kaum noch etwas. Zwar verzeichnete man insgesamt 18 Torschüsse - mehr als doppelt so viele wie die Gäste -, doch die Präzision ließ zu wünschen übrig. Der eingewechselte Henrico (ja, derselbe, der eigentlich schon draußen war, aber wohl wieder "gedanklich eingewechselt" wurde, wie Dickschat scherzte) riss an der Seitenlinie die Arme hoch, als der Schlusspfiff ertönte.

Die statistischen Werte sprechen eine deutliche Sprache: Ennepetal hatte mehr Ballbesitz, eine bessere Zweikampfquote (53 Prozent) und die schöneren Ansätze. Linx aber hatte mehr Herz, mehr Mut - und am Ende mehr Tore.

"Das war ein Lehrstück in Sachen Effektivität", resümierte Linx-Trainer Dickschat. "Drei Chancen, drei Tore - so mag ich das." Seine Spieler feierten ausgelassen, während Ursula Lappe auf der anderen Seite mit verschränkten Armen in die Nacht blickte. "Wir haben uns selbst geschlagen", murmelte sie.

Und irgendwo auf der Tribüne sagte ein älterer Herr mit Schal und Bier in der Hand zu seinem Nachbarn: "Tja, das ist Fußball. Wenn du denkst, du hast ihn im Griff, zeigt er dir die kalte Schulter."

Ein bitterer Abend für Ennepetal, ein denkwürdiger für Linx. Drei Punkte, die niemand kommen sah - außer vielleicht Michal Dickschat, der beim Abgang augenzwinkernd meinte: "Ich hab’s doch gesagt: Untergehen ist keine Option."

So bleibt TuS Ennepetal mit leeren Händen zurück, während Linx jubelnd in die Nacht zieht. Und irgendwo in der Kabine summt man vermutlich: "Auswärts sind wir König." Nur eben ganz leise, um das Schicksal nicht zu verärgern.

07.03.643994 06:02
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