Anpfiff
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TuS Hordel schlägt Hansa Rostock 4:2 - Ruhrpott-Raketen zünden spät

Es war ein kalter Januarabend in Hordel, aber 22.959 Zuschauer sorgten dafür, dass die Luft im Stadion flimmerte. Und sie bekamen einiges geboten: Der TuS Hordel fegte in einem furiosen 4:2-Spektakel über Hansa Rostock hinweg - zumindest in den entscheidenden Momenten. Wer nach dem 1:1 zur Pause noch gemütlich an der Bratwurst kaute, musste sich in Halbzeit zwei ordentlich verschlucken.

Trainerin Ute Finkeldy hatte ihre Elf offensiv eingestellt, auf Konter lauernd, aber mit dem Mut eines Straßenfußballers. Rostocks Coach Marko Maniurka dagegen blieb seinem ausgewogenen Stil treu - "Wir wollten das Spiel kontrollieren", erklärte er später, "aber die Kontrolle war wohl im Bus geblieben."

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Schon nach drei Minuten sah Hordels Linksverteidiger Kurt Herbst Gelb - "Ich wollte nur Hallo sagen", grinste er später. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Rostocks Jakob Bloch prüfte früh den Keeper, auf der Gegenseite scheiterte Fjodor Koroljuk zweimal knapp.

In der 36. Minute dann der erste Jubel: Mateja Anicic, der quirlig-schnelle Rechtsaußen Hordels, traf nach Vorlage von Innenverteidiger Luke Kinsella - ja, richtig gelesen. Der Verteidiger hatte den Ball einfach mal nach vorne gedroschen, und Anicic machte daraus ein Kunstwerk. "Ich hab einfach gehofft, dass er mich sieht", lachte Anicic. "Er hat mich nicht gesehen, aber der Ball war da."

Doch Hansa antwortete prompt. In der 43. Minute glich Ellis Haddock aus, nach feinem Zuspiel von Andrei Falub. Ein sehenswerter Angriff über die Flügel, bei dem Hordel kurz wirkte, als hätten sie vergessen, dass Abwehr auch zum Fußball gehört. Mit 1:1 ging’s in die Kabine.

"Ich hab ihnen gesagt, sie sollen sich erinnern, dass wir das Tor treffen dürfen", verriet Trainerin Finkeldy später mit einem Augenzwinkern. Und ihre Spieler nahmen es sich zu Herzen.

Direkt nach Wiederanpfiff (48.) legte Koroljuk los: Nach schöner Vorarbeit von Georg Heller schob er eiskalt zum 2:1 ein. Nur eine Minute später drehte Heller selbst auf - nach Pass von Routinier Tim Freitag zimmerte er den Ball humorlos ins Netz. 3:1! Die Fans tobten, Rostock wackelte.

"Wir waren kurz im Schockzustand", gab Maniurka zu. "Vielleicht auch ein bisschen länger." Seine Jungs versuchten alles, hielten den Ball, hatten am Ende sogar 57 Prozent Ballbesitz - aber was nützt das, wenn man nur zuschaut, wie der Gegner trifft?

In der 71. Minute keimte kurz Hoffnung: Der junge Torvald Koch traf nach Vorlage von Claus Meister zum 3:2. Ein schön herausgespielter Treffer, der Hansa wieder Leben einhauchte. Doch Hordel hatte an diesem Abend einfach mehr Biss.

In der 84. Minute setzte Gunborg Brun den Schlusspunkt. Nach Vorlage von Mathias Stefan drosch der eingewechselte Rechtsaußen das Leder in die Maschen. 4:2 - und das Stadion stand Kopf. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Brun grinsend, "aber wenn der Ball sich so entscheidet, kann man ja nichts machen."

Statistisch gesehen war Rostock sogar das aktivere Team am Ball, aber Hordel zeigte, dass Effizienz mehr wert ist als Ballzirkus. 17 Torschüsse auf Seiten der Gastgeber, nur 7 bei den Gästen - das spricht eine klare Sprache. Auch in den Zweikämpfen war der TuS überlegen (54 Prozent gewonnen).

Finkeldy fasste es trocken zusammen: "Wir haben weniger den Ball, aber öfter das Tor getroffen - das ist die neue Mathematik des Fußballs."

Auf der Pressekonferenz wirkte Maniurka gefasst, fast philosophisch. "Das war kein schlechtes Spiel von uns", sagte er, "nur die Tore waren auf der falschen Seite."

Während die Hordeler Fans noch im Stadion sangen, wischte sich Innenverteidiger Kinsella den Schweiß von der Stirn. "Ich bin eigentlich kein Tor-Vorbereiter", meinte er, "aber vielleicht sollte ich das in meinen Lebenslauf schreiben."

Was bleibt, ist ein unterhaltsamer Abend im Ruhrgebiet, an dem Kampfgeist, Konter und ein Hauch Chaos Hordel zu einem verdienten Sieg trugen. Rostock muss sich fragen, wie man mit so viel Ballbesitz so wenig anrichtet - vielleicht hilft ein Blick in Hordels Spielphilosophie: weniger reden, mehr schießen.

Oder, wie Trainerin Finkeldy es beim Hinausgehen sagte: "Wir haben einfach Spaß am Tore schießen. Das ist doch der Sinn der Sache, oder?"

Und ja, an diesem Abend war genau das der Sinn der Sache.

04.03.643987 21:55
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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