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TuS Jöllenbeck kämpft sich spät zu einem 2:2 gegen VfL Maschen

Es war ein Montagabend, wie ihn die Landesliga liebt: Flutlicht, kalte Luft, eine Tribüne voller Stimmung - und zwei Mannschaften, die sich nichts schenken wollten. 1807 Zuschauer im Jöllenbecker Stadion sahen beim 12. Spieltag der Landesliga 5 ein 2:2-Unentschieden zwischen TuS Jöllenbeck und dem VfL Maschen, das mal nach Debakel, mal nach Heldentat roch - und am Ende beides ein bisschen war.

Das Spiel begann, als die meisten Zuschauer gerade noch an ihrem Bratwurststand standen. Schon in der 4. Minute zappelte der Ball im Netz - allerdings im falschen. Günther Schütz, der Routinier aus Maschen, fasste sich aus zentraler Position ein Herz und traf nach Vorlage von Marcus Döring trocken ins Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte TuS-Schlussmann Johannes Löffler später mit einem gequälten Lächeln.

Und kaum hatte Jöllenbeck sich schütteln können, schlug Maschen erneut zu. Nur vier Minuten später erhöhte Louis Ebert auf 0:2, nach mustergültiger Vorarbeit von Luke Baskin. Ein Start wie aus dem Lehrbuch - zumindest, wenn man Maschen-Fan war. "Wir wollten wach sein - und waren’s dann wohl zu sehr", grinste Maschens Trainer nach dem Spiel.

Doch Jöllenbeck ist bekannt dafür, sich nicht zu verstecken, schon gar nicht zu Hause. Trainer Peer Chamier stand wild gestikulierend an der Seitenlinie, als wolle er den Ball selbst ins Tor brüllen. In der 34. Minute zahlte sich die Wut in Energie um: Marc Haag traf aus kurzer Distanz zum 1:2, nach schöner Vorarbeit des 18-jährigen Philip Link. "Ich hab den Ball einfach gespürt", sagte Haag später und grinste, als habe er gerade den Pokal gewonnen.

Bis zur Pause wogte das Spiel hin und her, die Statistik zeigte fast Gleichstand - 49,7 Prozent Ballbesitz für Jöllenbeck, 50,3 für Maschen. Elf zu zehn Torschüsse insgesamt - ein Beweis, dass hier zwei Teams auf Augenhöhe kämpften.

Nach dem Seitenwechsel wurde es ruppiger. Maschens Doppeltorschütze Schütz sah in der 51. Minute Gelb, kurz darauf sein Teamkollege Ebert (54.) und wenig später auch Jesus Seitz (67.). "Wir wollten das Tempo rausnehmen", meinte Schütz mit einem unschuldigen Blick, "aber der Schiri hat’s wohl anders gesehen."

Jöllenbeck indes wechselte klug: In der 62. Minute kam Max Bartsch für Stephan Herrmann - frischer Wind auf der rechten Seite. Zehn Minuten später zog Chamier die Defensive etwas um, brachte Manfred Bertram und ging auf volles Risiko. Die letzten 20 Minuten wurden zu einer Dauerbelagerung des Maschener Strafraums.

In der 79. Minute dann der Moment, auf den das Stadion gewartet hatte: Günther Lee, gerade erst für den jungen Link gekommen, übernahm das Zepter. Sechs Minuten später, in der 84. Minute, bekam er seine Chance - und nutzte sie eiskalt. Nach Vorarbeit von Vincent Berglund drosch Lee den Ball zum 2:2 in die Maschener Maschen. Das Stadion tobte, die Ersatzbank stand Kopf. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Lee zu, "aber manchmal muss man das Schicksal einfach anschießen."

In den letzten Minuten warfen beide Teams alles nach vorne. Berglund hatte in der 90. Minute sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Gäste-Keeper Carl Abel. Als der Schiedsrichter nach 92 Minuten abpfiff - kurz nachdem Marcus Döring verletzt vom Platz musste - atmeten beide Seiten auf.

"Ein wildes Spiel", fasste Peer Chamier zusammen. "Wir sind zweimal früh getroffen worden, aber die Jungs haben Charakter gezeigt. Und Günther Lee… naja, den will ich nächste Woche wieder so sehen - nur bitte früher." Sein Gegenüber nickte: "Mit dem Punkt können wir leben. Wir hatten’s in der Hand, aber Fußball ist eben kein Wunschkonzert."

Am Ende bleibt die Erkenntnis: TuS Jöllenbeck hat Moral, VfL Maschen Effizienz - und beide haben ein Herz für Dramatik. Der neutrale Zuschauer bekam alles, was man an einem kalten Montagabend braucht: Tore, Spannung, ein paar Karten und das Gefühl, dass Fußball manchmal einfach gerecht ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Zwei zu zwei - das ist wie ein warmer Kakao nach einem Schneesturm. Tut gut, aber man weiß, dass man’s eigentlich besser haben wollte."

26.05.643987 09:05
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