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TuS Jöllenbeck ringt Roxel nieder - Geduldsspiel mit Happy End

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 1700 Zuschauer, die Hände in den Taschen, den Atem in der Luft - und ein TuS Jöllenbeck, der einfach nicht locker ließ. Am 17. Spieltag der Landesliga 5 bezwang die Mannschaft von Trainer Peer Chamier den BSV Roxel verdient mit 2:0 (0:0). Dass dieses Ergebnis am Ende fast milde klingt, lag weniger an den Gastgebern als vielmehr an einem tapferen, aber überforderten Gegner.

21 Torschüsse für Jöllenbeck, null für Roxel - die Statistik liest sich wie ein Monolog. "Wir waren heute der Alleinunterhalter", grinste TuS-Coach Chamier nach dem Spiel, "Roxel hat uns die Bühne überlassen, und wir haben sie am Ende genutzt."

In der ersten Halbzeit allerdings war es ein Schauspiel ohne Pointe. Johann Rau, kaum 18 und schon mit jugendlicher Unbekümmertheit, prüfte den Roxel-Keeper mehrfach - in der 6., 9., 23. und 37. Minute. Doch Marko Maurer im Gästetor hielt, was zu halten war. Mal mit der Faust, mal mit dem Knie, mal einfach mit Glück. "Ich wollte eigentlich gar nicht so viel zu tun haben", murmelte Maurer später, "aber wenn keiner vorne schießt, muss ich hinten eben alles abräumen."

Jöllenbeck spielte, kombinierte, drückte - und Roxel verteidigte sich in stoischer Ruhe. Nur einmal wurde es hitziger: In der 40. Minute zückte der Schiedsrichter Gelb gegen Nevio Schwab, der den durchstartenden Giuseppe Isca unsanft stoppte. "Ich wollte nur den Ball treffen", behauptete Schwab danach mit einem Grinsen, das eher nach schlechtem Gewissen aussah.

Nach der Pause ging es weiter wie zuvor: dieselbe Richtung, dieselben Farben, dieselbe Geduldprobe. Chamier blieb ruhig an der Seitenlinie, während seine Mannschaft Angriff um Angriff aufbaute. "Ich hab ihnen in der Halbzeit gesagt: Irgendwann geht einer rein - oder wir stehen morgen noch hier", lachte der Trainer später.

In der 74. Minute war es dann endlich so weit: Herbert Grossmann, der heimliche Dirigent im Mittelfeld, legte auf für Marc Haag. Der 20-Jährige nahm Maß, schlenzte den Ball von links ins lange Eck - 1:0. Das Stadion explodierte, als hätte man gerade den Aufstieg klargemacht. Haag rannte mit ausgebreiteten Armen zur Eckfahne, während Chamier nur kurz die Faust ballte. "Wir wollten das sauber zu Ende spielen", erklärte der Torschütze. "Aber ehrlich - nach 70 Minuten Dauerdruck war das Tor pure Erlösung."

Roxel versuchte, eine Antwort zu finden, doch wie sollte man antworten, wenn man keine Stimme hat? Kein einziger Schuss aufs Tor in 90 Minuten - das allein erzählt die Geschichte. In der 63. Minute sah Curt Schmitz noch Gelb, nachdem er den eingewechselten Lukas Fritzsche resolut abräumte. Trainer Chamier kommentierte trocken: "So viel Einsatz hätten wir uns von Roxel auch im Angriff gewünscht."

Der Schlusspunkt gehörte den jungen Wilden. In der 89. Minute zog der 19-jährige Max Bartsch über rechts davon, legte quer, und Vincent Berglund schob eiskalt zum 2:0 ein. Ein Lehrbuchkonter, in einem Spiel, das eigentlich keines war. Berglund strahlte nach Abpfiff über beide Ohren: "Endlich mal ein Ball, der nicht im Torwart landet. Ich glaub, der hat uns alle fast wahnsinnig gemacht."

Die letzten Minuten vergingen mit Standing Ovations. Jöllenbeck spielte nun Pressing, als hätte man noch Nachschlag bestellt, während Roxel nur noch auf den Abpfiff wartete. Als der Schiedsrichter schließlich pfiff, fiel Chamier seinem Co-Trainer in die Arme. "Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte", sagte er, "und 21:0 Torschüsse - das sieht man auch nicht alle Tage."

In der Mixed Zone wirkte Roxel-Trainer - der Name blieb ungenannt, vielleicht aus Selbstschutz - erstaunlich gefasst. "Wir hatten einen Plan", sagte er, "aber der hat ungefähr bis zur Mittellinie funktioniert."

So blieb es beim 2:0, das Jöllenbeck in der Tabelle oben dran hält und Roxel zum Nachdenken zwingt. Die Fans gingen zufrieden nach Hause, einer rief noch: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald eine größere Anzeigetafel!"

Ein bisschen Übertreibung gehört eben dazu. Aber an diesem Abend war sie kaum nötig - die Zahlen sprachen für sich.

Und irgendwo in Jöllenbeck, ganz leise, summte der Platzwart beim Abschließen der Kabinen: "Zwei Tore, null Gegentore, keine Blasen an den Füßen - das ist Fußball, wie ich ihn mag."

23.07.643987 08:56
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