Bananenflanke
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

TuS Jöllenbeck siegt eiskalt: Emstekerfeld läuft ins offene Messer

Es war ein frostiger Freitagabend in Emstekerfeld, doch auf dem Platz brannte nur eine Mannschaft: TuS Jöllenbeck. Die Gäste nahmen beim 3:0 (1:0)-Sieg am 15. Spieltag der Landesliga 5 den Gastgeber regelrecht auseinander - und das in einer Selbstverständlichkeit, die bei den 2254 Zuschauern zwischen Bewunderung und blankem Entsetzen schwankte.

Schon die ersten Minuten gaben die Richtung vor. Jöllenbecks 18-jähriger Wirbelwind Ronald Keil prüfte den Emstekerfelder Keeper Julio Semedo gleich mehrfach, als wolle er sagen: "Ich bin jung, aber ich hab Zeit - und Schuss!" In der 41. Minute belohnte er sich dann selbst, verwandelte eine Vorlage von Spielmacher Emilio Zapatero trocken ins rechte Eck. 1:0 - verdient, klar, fast zu leicht. Semedo, der kurz darauf noch Gelb sah, schüttelte später den Kopf: "Ich wollte ihn beeindrucken, aber der Junge hat mich eiskalt ausgelacht."

Emstekerfelds Trainer Sven Baden stand da schon mit verschränkten Armen am Spielfeldrand und wirkte wie jemand, der seine Einkaufsliste vergessen hat. "Wir wollten pressen, aggressiv sein - das waren wir auch. Leider nur gegen uns selbst", sagte er nach dem Spiel mit einem bitteren Lächeln. Seine Mannschaft lief viel, presste sogar, aber verpuffte gegen das ruhige Passspiel der Gäste, die über 59 Prozent Ballbesitz hatten und fast 20 Mal aufs Tor schossen. Emstekerfeld kam auf ganze zwei Abschlüsse - einer davon landete auf dem Parkplatz.

Nach der Pause ging es weiter im Einbahnstraßenmodus. Jöllenbeck kombinierte, als habe man das Trainingslager direkt im Strafraum der Gastgeber abgehalten. In der 57. Minute erhöhte Vincent Berglund nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Antonio Costa auf 2:0. Der 19-Jährige grinste anschließend in die Kameras: "Antonio hat mir gesagt, ich soll einfach laufen. Ich wusste nur nicht, dass er meint: bis ins Tor."

Emstekerfeld versuchte zu reagieren, aber was nach "Aufbäumen" klang, war eher ein leises Rascheln. Ein Schuss von Barend Hoogaboom in der 63. Minute war das Highlight der zweiten Halbzeit - zumindest aus Sicht der Hausherren. Der Ball flog brav in die Arme von TuS-Keeper Theo Carmody, der nach 90 Minuten trocken feststellte: "Ich schwöre, ich hab mir mehr Sorgen um meine kalten Finger gemacht als um Gegentore."

Jöllenbecks Trainer Peer Chamier hatte währenddessen alle Zeit der Welt, seine Notizen zu ordnen und seine Ersatzspieler zu testen. In der 66. Minute kam Giuseppe Isca ins Spiel, in der 72. Stephan Herrmann - und beide brachten noch einmal frische Energie. Besonders Isca mischte die linke Seite auf, und so war es kein Zufall, dass er kurz vor Schluss an der Entstehung des 3:0 beteiligt war.

In der 86. Minute nahm sich Linksverteidiger Lukas Fritzsche ein Herz - möglicherweise auch, weil er bis dahin kaum etwas zu tun hatte - und versenkte den Ball nach Iscas Vorlage humorlos im Netz. 18 Jahre jung, linker Verteidiger, Tor zum 3:0. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Fritzsche verschmitzt. "Aber wenn der Ball schon mal weiß, wo er hinwill, soll man ihn ja nicht aufhalten."

Die letzten Minuten waren dann nur noch Schaulaufen. Jöllenbeck schnürte die Gastgeber in deren Hälfte ein, spielte locker wie beim Trainingskick. Selbst in der Nachspielzeit bombardierte Berglund noch einmal das Emstekerfelder Tor - vermutlich aus Langeweile.

Statistisch war der Abend eine klare Geschichtsstunde: 19 Torschüsse zu 2, 60 Prozent Ballbesitz zu 40, fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe. Jöllenbeck spielte erwachsen, effizient, abgeklärt. Emstekerfeld dagegen wirkte, als hätte man vergessen, dass Fußball auch mit Ball gespielt wird.

Sven Baden fasste es nach dem Abpfiff ehrlich zusammen: "Wenn du nicht schießt, kannst du nicht treffen. Und wenn du nicht triffst, verlierst du halt. So einfach ist das." Kollege Chamier konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Dass sie gleich so viel Spaß haben, war nicht geplant."

Am Ende blieb den Fans des Heimteams nur der Trost des Glühweins und die Hoffnung auf mildere Gegner. TuS Jöllenbeck dagegen reist mit breiter Brust und drei Toren im Gepäck weiter - offenbar auf bestem Weg, sich im oberen Tabellenviertel festzusetzen.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions murmelte: "Na ja, wenigstens war’s kein 0:6. Man soll ja positiv bleiben."

Und positiv blieb an diesem Abend tatsächlich nur eines: die Laune der Gäste.

30.06.643987 02:28
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Vieles was darin geschrieben wurde, ist auch wahr.
Werner Lorant über sein Buch 'Eine beinharte Story'
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager