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Wenn ein Spiel so klar ausgeht, dass selbst der Stadionsprecher beim sechsten Tor nur noch lacht, dann war es wohl ein bemerkenswerter Abend in der Landesliga 5. TuS Jöllenbeck fegte am 10. Spieltag den SV Schwachhausen mit 6:0 (3:0) vom Platz - vor 1.870 bestens unterhaltenen Zuschauern und einem sichtlich zufriedenen Trainer Peer Chamier, der sich nach Abpfiff ein Grinsen nicht verkneifen konnte: "Wir wollten offensiv auftreten - sagen wir mal so: Das hat geklappt." Von Beginn an zeigte Jöllenbeck, dass sie an diesem Samstagabend mehr vorhatten als gepflegtes Ballgeschiebe. Schon in der 7. Minute klingelte es zum ersten Mal: Der 19-jährige Vincent Berglund verwertete eine butterweiche Flanke von Linksverteidiger Wolfgang Adler mit der Abgeklärtheit eines Routiniers. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht, einfach draufgehalten", erklärte Berglund später - und machte damit unfreiwillig deutlich, warum er an diesem Abend noch öfter jubeln durfte. Nur acht Minuten später stand es 2:0 - wieder Berglund, diesmal nach Vorarbeit des flinken Carlos Ibanez. Schwachhausen, das sich in einer "balancierten" taktischen Grundordnung versuchte, wirkte zu diesem Zeitpunkt eher wie eine Mannschaft auf der Suche nach dem Pausenpfiff. Die Gäste kamen kaum über die Mittellinie, und wenn doch, wurden sie von der Jöllenbecker Abwehr, angeführt von Wilhelm Pohl, sofort wieder eingefangen. Kurz vor der Pause dann das 3:0 (39. Minute): Ibanez selbst durfte sich in die Torschützenliste eintragen, nachdem Marc Haag von links mustergültig aufgelegt hatte. Der junge Spanier rutschte beim Jubel beinahe aus, was aber nur für zusätzliche Heiterkeit auf der Tribüne sorgte. "In der Kabine haben wir uns angeschaut und gesagt: Bitte nicht nachlassen", berichtete Trainer Chamier später. Seine Spieler hielten Wort. Nach dem Seitenwechsel blieb Jöllenbeck offensiv, spielte weiter mit Tempo und Präzision. Der Ballbesitz von 58 Prozent spiegelte die Überlegenheit nur unvollständig wider - die 21 Torschüsse gegenüber vier der Gäste erzählten die ganze Wahrheit. In der 60. Minute folgte dann die endgültige Entscheidung: Rechtsverteidiger Tom Jakob, eigentlich mehr für die Defensive zuständig, probierte es aus der Distanz - und traf. 4:0. Der Rest war Schaulaufen. Schwachhausen hatte an diesem Abend schlicht nichts entgegenzusetzen. Trainerkommentare aus der Gästekabine waren rar, aber Ersatzmann Hermann Erdmann brachte es auf den Punkt: "Wir hätten auch noch zwei Stunden spielen können, das Tor hätten wir trotzdem nicht getroffen." Dann kam wieder Berglund. In der 77. Minute machte der junge Schwede seinen Hattrick perfekt, erneut nach Vorarbeit von Adler. Der Treffer fiel ironischerweise genau in dem Moment, als Gästespieler Dennis Schneider verletzt vom Platz getragen wurde - ein Sinnbild für die Lage der Bremer. Zwei Minuten später erhöhte Roger Williamson nach einem eleganten Pass von Emilio Zapatero auf 6:0 und setzte den Schlusspunkt unter ein Spiel, das man auch als Lehrstunde in Effizienz bezeichnen könnte. "Ich hab irgendwann aufgehört, mitzuzählen", witzelte Torwart Johannes Löffler nach der Partie. "Aber Hauptsache, hinten stand die Null." Eine Null, die Schwachhausens Offensivkräfte - Nagel, Wegner und Co. - auch nach vier kümmerlichen Torschüssen nicht zu füllen wussten. Die Gelben Karten für Marc Haag (43.) und Lukas Kessler (51.) gingen im Torregen fast unter, ebenso wie die späte Verletzung Schneiders, der laut ersten Diagnosen glimpflich davongekommen ist. Statistisch betrachtet war das Spiel eine klare Angelegenheit: 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Jöllenbeck, 58 Prozent Ballbesitz, sechs verschiedene Vorlagengeber und ein Berglund, dem langsam die Superlative ausgehen. Trainer Chamier fasste es trocken zusammen: "Manchmal läuft’s einfach. Heute war so ein Tag." Und für Schwachhausen? Vielleicht war es einfach einer jener Abende, an denen der Fußball zeigt, wie gnadenlos er sein kann. Oder, wie ihr Torhüter Elias Frei mit einem bitteren Lächeln sagte: "Der Ball war heute einfach allergisch gegen unsere Seite des Netzes." Ein Spiel, das in Jöllenbeck wohl noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird - nicht nur wegen der sechs Tore, sondern auch, weil das Team endlich so spielte, wie es ihr Trainer immer predigt: mutig, schnell und mit Spaß. Und wenn man dem Publikum glauben darf, war das Ergebnis "genau richtig für den Eintrittspreis". Kurz gesagt: TuS Jöllenbeck hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte geholt, sondern ein Statement gesetzt - laut, klar und mit Nachdruck. Schwachhausen dagegen wird sich fragen müssen, ob "balanciert" wirklich die richtige Taktik ist, wenn der Gegner gerade tanzt. 03.05.643987 16:02 |
Sprücheklopfer
Der Dieter Hoeneß hat die Glatze noch ganz nass gehabt. Da geht es um 30 bis 35 Millionen. Das ist Monopoly original.
Rainer Calmund zur großen Bedeutung der Partie zwischen Hertha und Leverkusen in der Saison 2000/2001