Anpfiff
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TV Badenstedt fliegt über die Flügel - Lok Neuruppin taumelt im Heimdebakel

Wenn man am 5. Januar um 20:15 Uhr in Neuruppin ins Stadion ging, bekam man eine Lektion in Sachen Flügelspiel serviert - allerdings nicht von den Gastgebern. TV Badenstedt erwischte Lok Neuruppin eiskalt und gewann hochverdient mit 2:0 (1:0). 4750 Zuschauer sahen, wie die Gäste aus Niedersachsen über 90 Minuten das Kommando führten, während Lok-Coach Timo Reuters nach dem Abpfiff nur trocken bemerkte: "Wir wollten den Ball, sie wollten die Tore - das war der Unterschied."

Dabei hatte es für die Hausherren gar nicht schlecht begonnen. Fast 49 Prozent Ballbesitz, ordentliche Passquoten, viel Laufarbeit - aber eben kaum Durchschlagskraft. Ganze drei Torschüsse brachte Lok zustande, und die meisten davon landeten eher in Richtung Parkplatz als in Tornähe. "Ich hab den Ball so getroffen, wie ein Barkeeper den letzten Cocktail einer langen Nacht", witzelte Mittelfeldmann Franck Boulanger über seinen Versuch aus der 60. Minute.

Ganz anders Badenstedt. Schon in der vierten Minute prüfte Issac Van Schoonhoven den Neuruppiner Torwart Damian Pacos - der junge Keeper lenkte den Ball noch an die Latte. In der Folge rollte Angriff auf Angriff über die Flügel: Wagner links, Wolf rechts, Staunton durch die Mitte - ein Sturmlauf wie aus dem Lehrbuch. Cheftrainer TVBS Wingman hatte sein Team klar eingestellt: offensiv, schnell, mit langen Bällen und Mut zum Risiko. "Wir spielen lieber dreimal zu viel nach vorn als einmal zu lang quer", grinste Wingman später.

In der 35. Minute war es dann so weit. Wilhelm Thiel, der junge Linksverteidiger mit dem Gespür für den richtigen Moment, marschierte bis zur Grundlinie und flankte punktgenau auf Pavel Wagner. Der traf per Direktabnahme - der Ball zischte wie ein Silvesterböller in den Winkel. 1:0 Badenstedt. Die Heimfans verstummten, nur ein kleiner Block in Blau-Gelb jubelte im eisigen Januarwind.

Kurz vor der Pause hätte es schon 0:2 stehen können, doch Kai Smith scheiterte zweimal an Pacos, der an diesem Abend der Beste im Lok-Trikot war. Trotzdem wirkte die Neuruppiner Defensive zunehmend überfordert. "Wir haben versucht, kompakt zu stehen", erklärte Abwehrchef Cesar Arrondo, "aber die waren einfach überall."

Nach der Pause brachte Wingman frische Beine: Der 21-jährige Detlev Rohde ersetzte Oldie Smith. Der Junge brauchte keine zwei Minuten, um den Ball gefährlich Richtung Tor zu jagen - Pacos parierte erneut glänzend. Doch in der 50. Minute war auch er machtlos: Wieder kam die Flanke von Thiel, diesmal fand sie den rechten Mittelfeldmann Lennard Wolf, der volley abzog. 2:0, die Entscheidung. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht - einfach reingehauen", sagte Wolf nach Spielende mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Erleichterung und Übermut pendelte.

Neuruppin versuchte, sich zurückzukämpfen, blieb aber harmlos. Der beste Versuch kam erneut von Boulanger in der 73. Minute, doch Badenstedts Keeper Tomasz Christ pflückte den Ball locker herunter. Stattdessen kassierten die Gastgeber Gelbe Karten: Miguel Caneira (79.) wegen eines rustikalen Griffs ans Trikot und Boulanger selbst (87.) nach einem Frustfoul.

Badenstedt ließ es in der Schlussphase ruhiger angehen, spielte die Partie mit Routine herunter. Selbst als Wingman in der 70. Minute Van Schoonhoven vom Platz nahm und den jungen Jens Witt brachte, blieb das Angriffsspiel gefährlich. Witt hatte in der 75. Minute noch eine gute Chance, verfehlte das Tor aber knapp.

Die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 20 Torschüsse zu 3, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, mehr Tempo, mehr Wucht. Lok Neuruppin wirkte dagegen wie eine Mannschaft, die noch nach dem Handbuch für Offensivfußball sucht. Trainer Reuters gestand: "Wir haben uns viel vorgenommen, aber Badenstedt hat uns einfach überlaufen."

Badenstedts Coach Wingman hingegen zeigte sich zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Das war solide. Wenn wir jetzt noch lernen, unsere Chancen besser zu nutzen, wird’s richtig gefährlich."

Am Ende applaudierte das Publikum höflich - ein bisschen aus Respekt, ein bisschen aus Hoffnung. Für Lok Neuruppin war es ein Abend zum Vergessen, für TV Badenstedt ein weiterer Schritt nach vorn in der Regionalliga A.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es trocken formulierte: "Die einen haben gespielt, die anderen zugeschaut. Aber immerhin war das Zuschauen schön anzusehen."

Ein Satz, der das Spiel wohl besser zusammenfasst als jede Statistik.

16.03.643987 00:13
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Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!
Günter Netzer
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