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Liga 1 | 28. Spieltag | 02.08.26 | UD San Martin - Academia Lima 3:3 Academia Lima begann, als hätte Trainer Olli Kahn der Mannschaft vor dem Anpfiff nicht nur Mut, sondern auch eine unbegrenzte Schusslizenz ausgestellt. Bereits in der ersten Minute prüfte David Galindo den San-Martin-Torwart Pedro Melendez, kurz darauf gleich noch einmal. Javier Santos legte in der vierten und fünften Minute nach, Istvan Bodola versuchte es in der zehnten - die Gäste hatten den Ball offenbar mit einem persönlichen Feind verwechselt. UD San Martin kam zunächst nur sporadisch vor das Tor. Filipe Coelho setzte in der 14. Minute ein erstes Ausrufezeichen, Javi Doreste folgte drei Minuten später. Doch Academia blieb gefährlicher und belohnte sich in der 23. Minute: Christiano Meireles traf zur Führung, Ignjac Babic hatte den Treffer vorbereitet. Meireles war an diesem Abend ohnehin kaum einzufangen. Er schoss, lief, schoss wieder - und schoss später noch einmal. Die Hausherren ließen sich davon nicht dauerhaft beeindrucken. In der 36. Minute erzielte Javier Nani den Ausgleich. Ein rechter Verteidiger als Torschütze - San Martin bewies damit, dass Stellenbeschreibungen im Fußball ungefähr so verbindlich sind wie Neujahrsvorsätze. Zur Pause stand es 1:1, obwohl Academia mit deutlich mehr Nachdruck und insgesamt 21 Torschüssen zu Werke ging. San Martin kam auf acht Abschlüsse, hatte aber immerhin 47,65 Prozent Ballbesitz. Lima kontrollierte 52,35 Prozent - ein kleiner Vorteil, der sich auf dem Platz allerdings oft wie ein großer Hunger nach dem nächsten Tor anfühlte. "Wir wollten kompakt stehen, aber der Ball hatte offenbar andere Pläne", lautete ein augenzwinkerndes, hier sinngemäß rekonstruiertes Zitat von San-Martin-Trainer Maxi Müller. Und tatsächlich: Nach der Pause wurde seine Mannschaft offensiver. In der 53. Minute brachte Joao Antolinez die Gastgeber nach Zuspiel von Jose Maria Adao erstmals in Führung. Academia reagierte nicht mit Panik, sondern mit dem bekannten Rezept: weiterspielen und weiter schießen. In der 70. Minute war es erneut Meireles, der nach Vorlage von Luís Makukula zum 2:2 traf. San Martin brauchte gerade einmal zwei Minuten, um wieder vorzulegen. Filipe Coelho vollendete in der 72. Minute nach Vorarbeit von Duarte de Almeida zum 3:2. Auf der Tribüne dürften zu diesem Zeitpunkt bereits erste Zuschauer überlegt haben, ob die Anzeigetafel eigentlich eine Pause verdient. Die Antwort kam in der 81. Minute. Matteo Pedivigliano glich für Academia Lima aus, wiederum war Makukula der Vorbereiter. Danach drängten die Gäste weiter, während San Martin mit zunehmendem Einsatz verteidigte. Die Hausherren stellten auf aktives Pressing um, Lima tat es ihnen in der Schlussphase gleich. Das Ergebnis: viel Energie, wenig Ordnung und ein 3:3, das sich für beide Seiten gleichzeitig nach Punktgewinn und verpasster Gelegenheit anfühlte. "Bei sechs Toren darf man sich schwer beschweren - außer natürlich über die drei Gegentore", sagte Kahn sinngemäß in der fiktiven Nachspiel-Interpretation. Müller dürfte ähnlich gedacht haben. San Martin hatte effizient zugeschlagen, Academia aber die größere offensive Wucht gezeigt. Am Ende blieb ein Remis, das vor allem eines bewies: Manchmal ist ein Punkt kein Kompromiss, sondern die gerechte Belohnung für kollektiven Fußball-Wahnsinn. 02.08.2026 20:38 |
Sprücheklopfer
Bei uns wird auf dem Platz zu wenig gesprochen. Das könnte an der Kommunikation liegen.
Erich Ribbeck