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Liga 1 | 23. Spieltag | 03.09.26 | UD San Martin - Academia Lima 3:3 Anstoß war um 20 Uhr, doch die Partie brauchte keine Aufwärmphase. Bereits in den ersten Minuten wurde geschossen, als gäbe es für jeden Versuch einen Bonuspunkt. Academia Lima kam früh gefährlich vor das Tor, UD San Martin antwortete mit Joao Antolinez und Julian Gelmirez. Nach vier Minuten musste sich Academias Torwart Eric Brun erstmals strecken, kurz darauf war auch San Martins Keeper Pedro Melendez beschäftigt. Die Gastgeber hatten zunächst mehr vom Spiel. 51,4 Prozent Ballbesitz und am Ende 19 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Nur: Ballbesitz ist eben keine Garantie dafür, dass der Ball auch dort landet, wo er hingehört - nämlich im gegnerischen Tor. Academia Lima blieb mit 48,6 Prozent Ballbesitz und 13 Abschlüssen erstaunlich effizient. In der 38. Minute schlug die Mannschaft von Trainer Olli Kahn zu. Jukka Hietanen bediente David Galindo, und der Mittelstürmer traf zur Führung. Galindo hatte zuvor bereits mehrfach gewarnt, unter anderem in der zweiten und 23. Minute. Beim dritten ernsthaften Versuch blieb die Warnung dann nicht länger folgenlos. "Ich dachte kurz, wir könnten ihn noch höflich bitten, aufzuhören", soll UD-Coach Maxi Müller später mit Galgenhumor gesagt haben. Mit dem 0:1 ging es in die Pause. San Martin hatte offensiv gespielt, teilweise aggressiv gepresst und den Ball immer wieder nach vorne getragen. Academia blieb dagegen zunächst ohne aktives Pressing, stand aber geschickt und lauerte auf die Momente, in denen die Gastgeber zu großzügig mit dem Raum umgingen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild - und zwar gründlich. In der 51. Minute glich Joao Antolinez nach Vorlage von Jose Maria Adao aus. Die Tribünen waren wieder wach, und Academia offenbar kurz mit dem Sortieren beschäftigt. "Wir wollten nach der Pause sofort ein Zeichen setzen", sagte Antolinez angeblich. "Das Zeichen war ziemlich groß und rund." Lange hielt die Freude nicht. In der 62. Minute stellte Mike Beyer nach Pass von Javier Santos auf 1:2. Doch San Martin ließ sich nicht abschütteln. Filipe Coelho glich in der 68. Minute aus, erneut war Adao der Vorbereiter. Drei Minuten später drehte Guillermo Morte die Partie sogar komplett: Nico Williams legte auf, der linke Verteidiger traf zum 3:2. Ein Außenverteidiger als Torschütze - Fußball bleibt die Sportart, in der jeder irgendwann glaubt, Mittelstürmer zu sein. Academia Lima reagierte prompt. In der 74. Minute erzielte Javier Santos nach Vorlage von Ignjac Babic das 3:3. Danach drängten beide Teams weiter auf den Sieg, doch die Torhüter und eine gewisse nachlassende Präzision verhinderten den nächsten Treffer. San Martin brachte unter anderem Eduardo Melendo und Carl Postiga, Academia setzte spät noch Leandro Bischoff und Jordi Roy ein. Für taktische Ruhe sorgte das allerdings ungefähr so zuverlässig wie ein Regenschirm im Sturm. Am Ende blieb es beim 3:3. San Martin gewann zwar auch die Zweikampfquote mit 52,8 Prozent, aber Academia nahm einen Punkt mit - und beide Trainer dürften sich über Unterhaltung und Kopfschmerzen gleichermaßen freuen. "Für die Zuschauer war es großartig", sagte Olli Kahn. "Für uns Trainer war es eher ein Langstreckenlauf ohne Wasserstation." Ein Abend mit sechs Toren, 32 Torschüssen und nur einer echten Gewissheit: Wer an diesem Donnerstag früh schlafen wollte, hatte sich das falsche Spiel ausgesucht. 03.09.2026 20:41 |
Sprücheklopfer
Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt - da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten.
Berti Vogts vor dem WM-Spiel gegen Kroatien