Jornal do Brasil
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UD Teresina feiert späten Triumph gegen Indio de Manaus

Wenn 45.995 Zuschauer an einem warmen Januarabend in Teresina das Stadion füllen, wissen sie: Hier wird nicht nur Fußball gespielt, hier wird gelitten, gehofft und gelegentlich auch gejubelt. Am 8. Spieltag der 1. Liga Brasilien bekam das Publikum all das - und ein bisschen mehr. Am Ende jubelte UD Teresina über ein 2:1 gegen Indio de Manaus - ein Ergebnis, das härter erarbeitet war, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.

Dabei begann das Spiel für die Gäste aus Manaus wie gemalt: Schon in der 8. Minute überraschte Rechtsverteidiger Humberto Aguas alle - inklusive sich selbst -, als er einen langen Ball von Mittelfeldmann Javier Baro volley nahm und über Keeper Tibor Tataru hinweg ins Netz donnerte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Aguas später grinsend zu. Trainer Karel Aschenberger kommentierte trocken: "Wenn unsere Verteidiger anfangen, Tore zu schießen, ist das entweder ein gutes Zeichen - oder ein sehr schlechtes."

UD Teresina zeigte sich kurz geschockt, aber nicht geschlagen. Trainer Tobias Lang, die Ärmel hochgekrempelt, rief von der Seitenlinie: "Bleibt ruhig, das war nur ein Ausrutscher!" Seine Mannschaft tat genau das Gegenteil - sie stürmte wild nach vorn. Mit 15 Torschüssen gegenüber 7 der Gäste entwickelte Teresina bald eine Dominanz, die man fast als stürmisch bezeichnen konnte, wenn sie nicht so nervös gewirkt hätte.

In der 30. Minute dann die Erlösung: Roman Pospech spielte einen perfekten Steckpass durch die Abwehr, und Goalgetter Loris Fadda traf eiskalt zum 1:1. Der Jubel war ohrenbetäubend, und Fadda reckte die Faust zum Himmel, als wolle er sagen: "Endlich!" Nach dem Spiel meinte er: "Ich hab’ ihn einfach reingemacht, weil’s keiner sonst getan hat."

Zur Pause stand es 1:1 - ein gerechter Zwischenstand in einem Spiel, das von viel Kampf, ein bisschen Chaos und zwei Gelben Karten geprägt war. Antonio Varela kassierte kurz vor der Pause eine Verwarnung, weil er, wie er selbst sagte, "ein bisschen zu leidenschaftlich" in einen Zweikampf ging. Übersetzt: Er mähte seinen Gegenspieler um.

Nach dem Seitenwechsel brachte Aschenberger gleich drei frische Leute: Duarte Mendes, Nuno Garcia und Kian MacCallum sollten neuen Schwung bringen. Doch der Plan verpuffte - spätestens ab der 60. Minute, als Teresinas Jungspund Thomas Pilat in den Vordergrund trat. Der 21-Jährige nutzte eine butterweiche Flanke von Jari Kuqi und köpfte den Ball zum 2:1 ins rechte Eck. "Ich hab gar nicht gesehen, wo der Ball landet", lachte Pilat später. "Ich hab nur gespürt, dass alle schreien."

Indio de Manaus versuchte, mit langen Bällen und zunehmender Härte zurückzukommen. Nikita Zizinow sah in der 64. Minute Gelb, nachdem er Fadda umgegrätscht hatte, als wäre dieser ein Hindernis im Hürdenlauf. In der Schlussphase drückte Manaus, wechselte auf "Pressing im Rückstand" um, wie es später im Taktikprotokoll hieß - doch die Abwehr von Teresina hielt stand. Mahir Calik, der Fels in der Innenverteidigung, zeigte sich nach Spielende stolz: "Ich hab heute mehr Kopfbälle gewonnen als meine Freundin Likes auf Instagram."

Teresina verteidigte das Ergebnis clever, wenn auch mit dem einen oder anderen Wackler. Keeper Tataru musste in der 87. Minute noch einmal glänzen, als Aitor Manu frei zum Schuss kam. Danach war die Luft raus - bei Manaus und im Stadion, das nach 90 Minuten in ein kollektives Aufatmen überging.

Coach Tobias Lang zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben heute Charakter gezeigt. Und wer Charakter zeigt, darf auch mal den Ball ins Aus dreschen." Aschenberger hingegen fasste das Spiel in einem Satz zusammen: "Wir haben gut begonnen und schlecht aufgehört - das ist selten eine gute Idee."

Mit diesem Sieg schiebt sich UD Teresina in der Tabelle weiter nach vorn, während Indio de Manaus über verpasste Chancen und zu späten Offensivdrang nachdenken muss. 49 Prozent Ballbesitz reichten den Gastgebern am Ende, um ein Spiel zu gewinnen, das sie mit Herz, Mut und einer Prise jugendlichem Übermut entschieden.

Oder wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte, noch halb heiser vom Jubel: "Das war nicht schön, aber es war unser Fußball - und das zählt."

So klingt Teresina, wenn der Ball rollt und das Glück auf der eigenen Seite bleibt.

21.04.643987 07:10
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