Jornal do Brasil
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UD Teresina und Indio de Manaus teilen sich die Punkte - mit Stil und Schweiß

Es war ein lauer Maiabend in Teresina, die Sonne verabschiedete sich langsam über dem Estádio Municipal, und 50.235 Zuschauer schwitzten gemeinsam mit ihren Helden. UD Teresina gegen Indio de Manaus - ein Duell, das in der brasilianischen 1. Liga mittlerweile für Spannung steht. Und auch diesmal hielt es, was es versprach: ein 1:1, das keiner so richtig wollte und doch alle verdient hatten.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass Teresina zu Hause den Ton angeben wollte. Haim Mitzna prüfte den Keeper der Gäste gleich in der fünften Minute, und Massimiliano Saracena legte in der achten nach - allerdings mit der Präzision eines Sonntagsschusses ins Nirgendwo. Trainer Tobias Lang stand da noch gelassen an der Seitenlinie und rief "Ruhig bleiben, Jungs, der Ball will auch gestreichelt werden!" - was seinen Spielern offenbar ein Lächeln entlockte, aber kein Tor.

Indio de Manaus, von Karel Aschenberger wild gestikulierend dirigiert, lauerte dagegen auf Konter. Offensiv, aber mit langen Bällen, wie es ihre Taktikkarte schon verriet. Der agile Jake Henderson und der bullige Radovan Lukes sorgten vorne immer wieder für Unruhe, doch Keeper Bohus Dostalek im Tor der Gastgeber hatte einen dieser Tage, an denen man ihn am liebsten sofort für die Nationalmannschaft nominieren möchte.

In der 40. Minute dann das, was die Fans von Teresina schon ahnten: Juanito Minguez, der flinke Rechtsaußen, zog nach schöner Vorarbeit von Roman Pospech von rechts nach innen, tanzte einen Verteidiger aus und traf mit links ins lange Eck. 1:0 - und das Stadion tobte. Minguez riss die Arme hoch, Pospech umarmte ihn, und Trainer Lang schrie vor Freude so laut, dass man ihn wahrscheinlich bis Manaus hören konnte. "Der Junge hat’s einfach im Fuß", grinste Lang später. "Ich wollte gerade wechseln, aber dann dachte ich: besser nicht."

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste entschlossener zurück. Und während Teresina weiter auf Ballbesitz (52,9 Prozent) und kontrollierten Aufbau setzte, begannen die Männer aus Manaus, ihre offensive Ader zu zeigen. 17 Torschüsse bis zum Abpfiff sprechen Bände - und einer davon saß. In der 66. Minute, ausgerechnet kurz nach einer Gelben Karte für Rechtsverteidiger Josef Kimmich, schlug es ein: Nuno Garcia nahm einen abgefälschten Ball von Ernst Lundqvist volley und traf aus 16 Metern flach ins rechte Eck. 1:1 - und plötzlich war es still im Stadion, bis auf die jubelnden 300 mitgereisten Fans aus Manaus, die es kaum glauben konnten.

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte Garcia nach dem Spiel trocken. "Wenn du 16 Mal danebenhaust, musst du irgendwann treffen. Statistik hin oder her." Sein Trainer Aschenberger nickte anerkennend: "Nuno ist kein Schönspieler, aber wenn’s drauf ankommt, ist er da. Außerdem - wer so oft schießt, kriegt irgendwann Mitleid vom Fußballgott."

Die Schlussphase gehörte dann wieder Teresina - zumindest gefühlt. Der junge Albert del Olmo kam in der 70. Minute für Saracena, brachte frischen Wind und fast den Siegtreffer, doch Indio-Keeper Diego Jemez hielt, was zu halten war. Enrique Fortun sah in der 83. Minute Gelb, nachdem er den enteilten Lukes rustikal stoppte - "Ball gespielt", behauptete er hinterher mit einem Grinsen, "aber vielleicht einen anderen Ball."

Statistisch gesehen hätte Indio de Manaus den Sieg verdient gehabt - mehr Torschüsse, bessere Zweikampfquote (53,5 Prozent) und das sichtbar größere Risiko. Doch Teresina verteidigte leidenschaftlich, und Trainer Lang zeigte sich mit dem Punkt zufrieden: "Wenn du gegen so ein konterstarkes Team spielst, musst du lernen, mit einem 1:1 zu leben. Wir hatten Kontrolle, sie hatten Chaos - und am Ende war’s wohl gerecht."

Die Fans verabschiedeten beide Teams mit Applaus. Und irgendwo in der Mixed Zone hörte man Nuno Garcia noch sagen: "Ein Bier hätte ich mir jetzt verdient." Da hatte er wohl recht - genau wie alle anderen an diesem Abend, die 90 Minuten lang gelitten, gezittert und gejubelt hatten.

Ein 1:1, das in keiner Statistik glänzt, aber in Erinnerung bleibt: als ehrliches Stück Fußball, bei dem Einsatz, Emotion und ein bisschen Ironie die wahren Sieger waren.

03.09.644000 21:00
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Sowohl als auch. Einer, der auf Abseits gespielt hat, hat gepennt.
Peter Neururer auf die Frage: 'Haben die da auf Abseits gespielt oder gepennt?'
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