Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Udinese feiert Arbeitssieg gegen Sicilia - Barth und Esclapez treffen beim 2:0

Manchmal braucht es im Fußball keine taktische Revolution, sondern nur einen guten Start und einen kühlen Kopf: Der FC Udinese besiegte am 5. Spieltag der 1. Liga Italien den FC Sicilia mit 2:0 (1:0) und ließ dabei wenig Zweifel daran, wer Herr im Stadio Friuli ist - auch wenn die Gäste mehr Ballbesitz hatten. 36.928 Zuschauer sahen am Montagabend ein Spiel, das eher nach solidem Handwerk als nach Kunstwerk roch, aber genau das war wohl der Plan von Trainer Giovanni Mirabella.

"Ich mag’s, wenn ein Plan funktioniert", grinste Mirabella nach Abpfiff, während ihm noch eine Wasserflasche über die Jacke lief - ein Geschenk seiner Spieler. Sein Plan war simpel: kompakt stehen, Sicilia anlaufen lassen, kontern, treffen. Und das funktionierte - und wie. Schon in der 3. Minute zappelte der Ball im Netz. Niko Barth, der flinke Rechtsaußen mit dem Gespür fürs Chaos, nutzte einen Stellungsfehler in der sicilianischen Abwehr und schob nach einem Abpraller trocken ein. "Ich hab einfach gedacht: Wenn ich nicht hingehe, macht’s keiner", sagte Barth hinterher mit einem Grinsen, das so breit war wie die rechte Seitenlinie.

Sicilia wirkte vom frühen Rückstand überrascht, fast beleidigt. Trainer Mister Giacomo gestikulierte wild, rief Befehle auf Italienisch, Englisch und - man munkelt - in reiner Verzweiflung. Seine Mannschaft hatte zwar mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, doch Udinese war gefährlicher. 13 Torschüsse für die Hausherren, nur sieben für die Gäste - eine Statistik wie ein Spiegelbild des Spiels.

In der 18. Minute sah Jeno Bene Gelb, weil er den Ball wohl für eine Art Bowlingkugel hielt und Gegner Lagonikakis gleich mit abräumte. Das Publikum quittierte es mit einem herzhaften Lachen - ein typischer Bene-Moment, ungestüm, aber ehrlich. Danach beruhigte sich das Spiel, Sicilia suchte nach Lücken, fand aber nur die gut gestaffelte Defensive um Age Fjortoft und Lionel Couto.

Kurz vor der Pause hatte Enrico Parisi das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss in der 45. Minute rauschte knapp über die Latte. "Ich wollte in den Winkel schießen, der Ball wollte lieber ins Nichts", erklärte er später trocken.

In der Halbzeit dürfte Mirabella seinen Spielern gesagt haben: "Weiter so, aber bitte mit etwas weniger Herzinfarktpotenzial." Denn Sicilia kam aggressiver aus der Kabine. Benedetto prüfte Udineses Keeper Luca Lange in der 46. Minute, und kurz darauf klatschte ein Kopfball von Colussi ans Außennetz. Udinese wankte, fiel aber nicht.

Dann kam die 71. Minute, und mit ihr die Erlösung. Javier Esclapez, frisch eingewechselt in der 65. Minute für Niko Barth, stand nach einem feinen Zuspiel von Daniel Galili goldrichtig und schob zum 2:0 ein. Es war ein Tor mit chirurgischer Präzision - und der Beweis, dass Mirabellas Wechselinstinkt besser funktioniert als so mancher VAR-Monitor. "Ich hab gesehen, dass Javier heiß war", erklärte der Trainer. "Und heißer als Niko war schwer."

Sicilia versuchte es noch mit langen Bällen, wie es ihre Taktik vorsah, doch Udinese verteidigte clever. Besonders Oskar Benz, der unermüdliche Mittelfeldmotor, rannte, grätschte, dirigierte - und hatte am Ende fast so viele Kilometer auf dem Tacho wie ein Lieferfahrer im Weihnachtsgeschäft.

In der Schlussphase gönnte sich Mirabella noch ein paar Wechsel, offenbar um den Puls seines Teams und der Fans wieder auf Normalniveau zu bringen. Sicilias letzte Schussversuche - Gama in der 66., Lagonikakis in der 86. Minute - blieben harmlose Erinnerungen an bessere Tage.

Nach dem Abpfiff stand Giacomo lange an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, den Blick gen Himmel. "Wir hatten den Ball", sagte er später, "aber nicht die Ideen." Ein Satz, der das Spiel wohl am besten zusammenfasst.

Udinese hingegen feierte still, sachlich, fast norditalienisch unterkühlt - bis Barth und Esclapez sich mit einer improvisierten Tanzeinlage in den Armen lagen. Ein Reporter fragte Esclapez, ob die Choreografie geplant war. "Natürlich", lachte der Stürmer, "ich trainiere das jeden Donnerstag, wenn keiner hinschaut."

Am Ende bleiben drei Punkte, zwei schöne Tore und ein Gefühl von Stabilität. Udinese hat mit diesem 2:0 bewiesen, dass Effizienz manchmal schöner ist als Eleganz - und dass man auch mit weniger Ballbesitz den größeren Jubel erntet. Sicilia dagegen wird sich fragen müssen, wie man so viel Aufwand mit so wenig Ertrag krönen kann.

Oder, um es mit Mirabellas Worten zu sagen: "Wir haben vielleicht nicht dominiert, aber wir haben gewonnen. Und das ist im Fußball immer noch das wichtigste Taktiksystem der Welt."

06.03.643987 14:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand:
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager