Nemzeti Sport
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Ujpest Budapest ringt Fehervar nieder - Pokalthriller mit spätem Happy End

Ein Pokalfinale, das alles hatte: Drama, Schweiß, Gelbe Karten und einen Innenverteidiger als Helden. 79.500 Zuschauer im Fehervar-Stadion erlebten am Samstagabend ein Endspiel, das an Intensität kaum zu überbieten war. Nach 120 wilden Minuten stand es fest: Ujpest Budapest holt sich mit einem 2:1 nach Verlängerung den Pokal - und Fehervar bleibt trotz 60 Prozent Ballbesitz und einem Meer aus Chancen nur der bittere Beifall der eigenen Fans.

Los ging’s furios. Schon nach 14 Minuten klingelte es zum ersten Mal: Lajos Szollar, der quirlig-reizbare Rechtsaußen der Budapester, tauchte nach einem langen Ball von Linksverteidiger Timm Schindler im Strafraum auf, nahm ihn volley und versenkte eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht auf dem Parkplatz landet", grinste Szollar später mit Pokal in der Hand. Fehervar antwortete postwendend: Zwei Minuten später zirkelte Alexander Koranyi nach feinem Zuspiel von Fjodor Konowalenko den Ball ins linke Eck - 1:1. "Da dachte ich, das ist unser Abend", sagte Trainerin Mina Aryabhata später mit leicht müdem Lächeln.

Doch das war’s für lange Zeit in Sachen Tore. Was folgte, war ein Lehrstück in Sachen vergebene Chancen. Fehervar schoss aus allen Lagen - 14 Mal insgesamt, genau wie Ujpest, aber mit weniger Fortune. Besonders Linksaußen Alberte Storm verzweifelte gleich mehrfach: In der 84., 87., 96. und 114. Minute prüfte er den Ujpest-Keeper Garritt Hacker, der an diesem Abend seinem Namen alle Ehre machte - er hackte Fehervars Siegträume rigoros in kleine Stücke.

Ujpest dagegen lauerte - aggressiv, bissig, mit einem Hauch von Zynismus. Trainer Josh Allen hatte sein Team perfekt auf Konter eingestellt. "Wir wussten, dass sie Ballbesitz wollen. Wir wollten nur den Ball, wenn’s zählt", sagte der Amerikaner nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. Seine Jungs setzten das um - und wie. In der 103. Minute der Verlängerung, als sich schon alle auf das Elfmeterschießen einstellten, stieg ausgerechnet Innenverteidiger Ellis Lockhart nach einer Ecke am höchsten. Eingeleitet hatte das Ganze der junge Einwechselspieler Gianluca Pellegrino, der in der 91. Minute gekommen war - und mit seinem ersten Ballkontakt den Assist des Abends lieferte. Lockhart nickte ein, als wolle er sagen: "Ich mach das hier jetzt einfach selbst." 2:1 - und das Stadion verstummte.

Fehervar warf nun alles nach vorn, Mina Aryabhata gestikulierte an der Seitenlinie wild, während Josh Allen seelenruhig an seinem Kaugummi kaute. "Ich schwöre, der Mann hat Puls 40", murmelte ein ungläubiger Journalist auf der Pressetribüne. Die Gastgeber belagerten in den letzten Minuten den Strafraum, aber Ujpest verteidigte mit allem, was Beine hatte. Gelbe Karten hagelte es: fünf insgesamt für die Gäste, eine für Fehervars Benjamin Brauer - es war kein Abend für Zartbesaitete.

Als Schiedsrichterin Zsófia Marton nach 125 Minuten abpfiff, brach auf der lila Hälfte des Rasens der Jubel los. Ellis Lockhart verschwand unter einer menschlichen Lawine, Josh Allen hob beide Daumen und Mina Aryabhata klatschte fair Beifall. "Wir waren heute die bessere Mannschaft, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", sagte sie später mit einem Anflug von Sarkasmus. Und fügte hinzu: "Vielleicht hätten wir weniger passen und mehr beten sollen."

Das Spiel lieferte auch abseits der Tore Geschichten. Der 19-jährige Fehervar-Youngster Karoly Feldmann zeigte keine Nerven, hämmerte in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit noch zwei gefährliche Schüsse aufs Tor - beide pariert. Nach Abpfiff stand er mit feuchten Augen da. "Ich wollte Geschichte schreiben", flüsterte er, "jetzt bin ich halt Teil einer anderen."

Ujpest dagegen feierte, als gäbe es kein Morgen. Lajos Szollar tanzte mit der Trophäe, Keeper Hacker zündete eine Konfettikanone verkehrt herum, und Trainer Allen ließ sich mit dem Pokal fotografieren - in Flip-Flops. "Ich hab die Schuhe schon in der 90. Minute ausgezogen", lachte er, "da wusste ich, das wird unser Abend."

Und so endet ein Pokalfinale, das alle Emotionen bot: Leidenschaft, Drama, Gelächter - und einen Helden, der sonst hinten aufräumt. Ujpest Budapest ist Pokalsieger 2026. Fehervar bleibt der Trost, das bessere Team gewesen zu sein - zumindest laut Statistik. Aber wie sagte Ellis Lockhart später mit einem Grinsen: "Manchmal reicht’s, wenn der Ball einmal mehr über die Linie geht."

Ein Satz, der in Fehervar vermutlich noch lange nachhallen wird.

03.02.643997 21:10
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